Meilensteine der Elektronik

Vom Gehäusehersteller zum Systemanbieter

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Ein großer Meilenstein in der Schaltschranktechnik war die Erfindung des Anreihsystems PS 4000 im Jahr 1985. Bis heute millionenfach verkauft, wurde er zum Weltstandard. Konnte der RS schon mit Zubehör glänzen, so übertraf ihn der PS 4000 mit gut 60 Komponenten um ein Vielfaches. Es gab Mitte der achtziger Jahre nichts Vergleichbares im Markt.

Welche Möglichkeiten dieser Schaltschrank schon zur damaligen Zeit bot, beweist seine Variante als Datenverteiler, die nur vier Jahre später eingeführt wurde. Ein weiteres Mal kam die Anregung aus der Automobilindustrie. Das Schrankkonzept sollte für die Datentechnik mit entsprechendem Zubehör weiterentwickelt werden. Damit vollzog das Unternehmen den ersten Schritt in ein völlig neues Marktsegment – die Informationstechnologie.

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Heute gelten die Herborner als ein führender Anbieter für IT-Infrastrukturen. Dabei umfasst das Produktportfolio neben IT-Racks, IT Cooling oder Stromverteilung auch Überwachungs- und Sicherheitslösungen wie das CMC (Computer Multi Control) und RiZone, eine Software zum Management der IT-Infrastruktur. Zudem können heute Unternehmen mit modularen und standardisierten Container-Lösungen auch sehr schnell ein Rechenzentrum aufbauen, um damit die digitale Transformation von Prozessen voranzutreiben, wie sie für Industrie 4.0, Cloud- oder Big-Data-Projekte benötigt werden.

Endlich unendlich viele Möglichkeiten

In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das marktführende System PS 4000 kontinuierlich weiter ausgebaut. 1999 löste das Schaltschranksystem TS 8 den PS 4000 aus der Pole Position ab und setzte erneut Maßstäbe. Der Slogan zur Markteinführung lautete: „Endlich unendliche Möglichkeiten“. Der Kern des Schranks TS 8 ist das 16-fach profilierte, patentierte Vertikalprofil, das nicht nur eine hohe Stabilität, sondern zusätzlich eine zweite Montageebene bietet. Außerdem ist er symmetrisch in Bezug auf das Maßraster, was ein Anreihen in alle Richtungen und damit noch mehr Flexibilität ermöglicht. Es gibt heute kaum eine Anforderung der Gehäusetechnik, die mit dem Schaltschrank TS 8 nicht erfüllt werden könnte.

Zu diesem Bestseller, der heute ein weltweiter Standard und weit über 10 Millionen Mal im Einsatz ist, gehört ein bis ins Detail durchdachter System- und Zubehörbaukasten. «Unsere Kernkompetenz ist das Systemverständnis. Wir machen alles rund um die Konzeption des Gesamtsystems Schaltschrank», sagt Dr. Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung bei Rittal. Die Schaltschrank- und IT-Rack-Systemplattform TS 8 ist heute Basis für die branchenübergreifende Systemarchitektur „Rittal – Das System“. Dieser Baukasten besteht aus aufeinander abgestimmten Gehäusen und Schaltschränken, sicheren Stromverteilungen, energieeffizienter Klimatisierungstechnik, kompletten IT-Infrastrukturen sowie intelligenten Planungs- und Konfigurations-Tools und einem weltweiten Service. Damit lassen sich passgenaue Lösungen für die Energiehauptverteilung, industrielle Automatisierung, Gebäudeinstallation, Netzwerktechnik und Data Center erstellen.

Innovationskraft beweist das Unternehmen beispielsweise auch beim Thema Energieeffizienz. Bereits seit Anfang der 1990er Jahre steht es ganz oben auf der Entwicklungsagenda.

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