Bildverarbeitungs-Partner Vision & Control kooperiert mit Schunk

Redakteur: Dipl. -Ing. Ines Stotz

Bildverarbeitungsspezialist Vision & Control ist jetzt eine strategische Partnerschaft mit dem Greiftechnik- und Robotik-Hersteller Schunk eingegangen. Schunk erwirbt eine Beteiligung von 28%, im Gegenzug gewinnt Vision & Control einen starken Partner im weltweiten Vertrieb.

Firmen zum Thema

Dr. Geffe, Geschäftsführer von Vision & Control (l) und Heinz-Dieter Schunk, geschäftsführender Gesellschafter von Schunk. Die Kooperation verbindet Mechatronik-Kompetenzen mit Bildverarbeitungs-Know-how.
Dr. Geffe, Geschäftsführer von Vision & Control (l) und Heinz-Dieter Schunk, geschäftsführender Gesellschafter von Schunk. Die Kooperation verbindet Mechatronik-Kompetenzen mit Bildverarbeitungs-Know-how.
( Archiv: Vogel Business Media )

Schunk wird über sein Niederlassungs-Netzwerk künftig eine gezielt zusammengestellte Komponentenauswahl aus dem Programm von Vision & Control anbieten. „Ich habe mich für diese Zusammenarbeit entschieden, weil Schunk in seinen angestammten Feldern technologisch ebenso führend ist wie wir in der Bildverarbeitung“, sagt Dr. Jürgen Geffe, Gründer und Geschäftsführer von Vision & Control. „Die Kooperation stärkt nicht nur den Vertrieb, sondern verknüpft die Mechatronik-Kompetenz von Schunk mit unserem Know-how in der Bildverarbeitung.“

Schunk beschäftigt mehr als 1400 Mitarbeiter und entwickelt Werkzeughaltersysteme, Spann- und Greiftechnik. Mit den elektrischen und pneumatischen Greifern aus Lauffen lassen sich praktisch alle Handling- und Montageaufgaben bewältigen, gleichgültig, sei es stecknadelkopfgroße Miniaturbauteile oder ganze Motorblöcke zu bewegen, Konsumgüter zusammenzustellen oder Nahrungsmittel hygienesicher zu verpacken. Um Produkte und Werkstücke mit höchster Dynamik und Präzision zu bewegen, bietet Schunk auch eine große Palette an Linearsystemen an. Für den wachsenden Markt der Robotertechnik hält das Unternehmen eine Fülle von Zubehör bereit, darunter Greiferwechselsysteme, Drehdurchführungen, Kollisions-und Überlastschutzsysteme oder Kraftsensoren. Und die Schunk-Tochter Amtec Robotics leistet Pionierarbeit bei der Entwicklung von Roboterarmen und –gelenken für stationäre und mobile Systeme für die Servicerobotik.

Partnerschaft zweier Technologieführer

„Diese umfassenden Kompetenzen in der Mechatronik machen Schunk zum idealen Partner“, erklärt Dr. Geffe. So können beispielsweise Automationsprozesse mit Hilfe des maschinellen Sehens flexibler und schneller werden, und der Aufwand für das genaue Positionieren und Greifen von Teilen wird wesentlich reduziert, wenn die Systeme ihren Arbeitsraum auch visuell überwachen können. „Und bei der Zukunftstechnologie der Servicerobotik, also in der direkten Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine, ist die Fähigkeit zum Sehen eine geradezu unabdingbare Voraussetzung für die Entwicklung echter interagierender Assistenzsysteme.“

„Vision & Control ist für uns in der industriellen Bildverarbeitung eine perfekte Ergänzung, denn es ist weltweit das einzige Unternehmen, das mit umfassenden Kompetenzen in Hardware, Software, Optik und Beleuchtung alle vier Kernbereiche der industriellen Bildverarbeitung abdeckt „, meint Steffen Hönlinger, Marketingmanager Automation bei Schunk. „Die Kooperation eröffnet uns die Möglichkeit, technologische Synergien zu nutzen und die Entwicklung in der Greif- und Robotertechnik gemeinsam in ganz neue Dimensionen voranzubringen.“

Alle Komponenten aus einer Hand

Für die Kunden beider Unternehmen soll die Kooperation deutliche Erleichterungen bei der Komponentenauswahl mit sich bringen. Wer beispielsweise bislang die Komponenten für ein visuell unterstütztes Greifsystem einzeln am Markt zusammenkaufen und aufeinander abstimmen musste, der kann künftig sämtliche Komponenten aus einer Hand beziehen, von den Greifern bis hin zu sämtlichen Komponenten der Bildverarbeitung. Das bedeutet nicht nur bei der Beschaffung, sondern auch bei der Inbetriebnahme weniger Aufwand und weniger Probleme, denn die standardisierten Teile sind aufeinander abgestimmt und kommunizieren über eine gemeinsam von Schunk und Vision & Control entwickelte Schnittstelle.

Im Zusammenspiel: Sensor und Greifer

Ein erstes Produkt, das bereits aus der Kooperation hervorgegangen ist, ist der intelligente Kamerasensor SRV. Er lässt sich für praktisch alle Aufgaben in der industriellen Bildverarbeitung nutzen wie die Inspektion von Werkstücken, Vollständigkeitskontrolle bei der Montageautomation, Suche von Teilen oder Lokalisierung von Achsen und Winkeln. Im einfachsten Fall genügt es, den Sensor an eine Stromversorgung anzuschließen und über zwei Tasten anzulernen. Das Kameraelement selbst ist dabei so klein, dass es sich in einen Greifer integrieren lässt. Schunk wird ab sofort die Greifer der Baureihen PGN+ und PZN+ ab der Baugröße 80 auch mit integriertem Camat-Sensor anbieten. Damit haben Schunk-Kunden die Möglichkeit, Sortier- und Qualitätssicherungs-Prozesse zusammenzufassen oder bei der Greiferpositionierung einen Genauigkeitsgrad zu erreichen, der sonst nur mit hohem Aufwand realisiert werden kann. Längerfristig sind aus der Zusammenarbeit voll integrierte Systeme mit hoher Eigenintelligenz zu erwarten bis hin zum sehenden Greifer, der selbstständig Prozesse steuern kann und z.B. Montagevorgänge stoppt, wenn er einen Fehler erkennt.

(ID:231839)