Ausblick der Distributoren

Vielversprechendes Jahr 2017 trotz Brexit und Trump

| Autor: Margit Kuther

Arrow: Es tut sich viel in der Startup- und Maker-Szene

Jörg Strughold, Vice President Sales, Arrow EMEA Components: „Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik und IT-Lösungen im Vordergrund stehen.“
Jörg Strughold, Vice President Sales, Arrow EMEA Components: „Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik und IT-Lösungen im Vordergrund stehen.“ (Bild: Arrow)

2017 wird für uns ein spannendes Jahr, da wir im vergangenen Jahr viele neue Initiativen gestartet haben und wir uns auf die Weiterentwicklung dieser Projekte freuen. Beispielweise haben wir unser Online-Angebot für Entwickler und Einkäufer mit unserer neuen Webseite arrow.com auf eine völlig neue Grundlage gestellt.

Neben unserer starken Präsenz im Außendienst sowohl im Vertrieb als auch im Engineering verfügen wir nun über ein viel breiteres Angebot an Online-Services für unsere Kunden. Dies wird für uns im neuen Jahr einen Schwerpunkt darstellen. Darüber hinaus tut sich viel in der Startup- und Maker-Szene. Unsere Zusammenarbeit mit der Crowdfunding-Plattform Indiegogo nimmt immer mehr Gestalt an. Nicht nur, dass wir immer mehr Projekte sehen, auch konnten wir einige unserer Top-Hersteller als Partner hierfür gewinnen. Im Bereich IoT, ein weiterer Business-Schwerpunkt für uns, erwarten wir viele neuen Geschäftschancen.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Klassische Geschäftssegmente werden immer mehr mit Elektronik angereichert, so gibt es zum Beispiel weiterhin steigenden Bedarf an Elektronik-Inhalten in der Automobil- oder der Beleuchtungsindustrie. Wir erwarten prinzipiell ein gutes Jahr. Eine Herausforderung für die Branche wird 2017 generell sein, im Bereich IoT den richtigen Weg einzuschlagen, d.h. Kunden die passende Lösung für ihre individuellen Anforderungen zu offerieren.

Bei IoT ist nicht nur beim Hersteller oder beim Endkunden Innovation gefragt. Die Distribution muss das passende Angebot auf Basis von Produkten und Services vorhalten, um in diesem Markt erfolgreich zu sein. Wir haben beispielsweise mit Vodafone ein globales Abkommen geschlossen, um die IoT Services und Konnektivitätsangebote beider Unternehmen zu verbinden und gehen damit neue Wege.

Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie sich das makroökonomische Umfeld angesichts der zahlreichen anstehenden politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft entwickeln wird. Als globales Unternehmen sehen wir uns gut positioniert, für unsere Kunden sofern notwendig neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Wir sehen aktuell nicht mehr die großen Allokationszyklen wie in der Vergangenheit. Es gibt eher Verknappung bei Produkten mit höherer Speicherdichte und bei komplexen Microcontrollern und FPGAs, bei Produkten mit höheren Pinzahlen und End of Life Produkten. Falls solche Verknappungen auftreten, bieten wir Alternativen an und stellen sicher, dass wir einen entsprechend umfangreichen Auftragsbestand auf Basis diverser Hersteller haben.

Bei Arrow haben wir zahlreiche Möglichkeiten im Einkauf und fortschrittliche Planungsmöglichkeiten. Wir stimmen uns mit Kunden ab, um ihre Produktionsanforderungen möglichst genau zu kennen. Die aktuell zunehmende Hersteller-Konsolidierung bringt zusätzliche Herausforderungen in die Lieferkette. Hierfür haben wir dedizierte Teams, die diesen Prozess eng begleiten, um die Auswirkungen auf die Lieferkette des Kunden so gering wie möglich zu halten.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Ganz sicher werden IoT und Industrie 4.0 noch viel stärker im Vordergrund stehen. Dies ist allerdings eine Entwicklung über viele Jahre, die nun auch schon vor Jahren eingesetzt hat und sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird. Besonders interessant wird hier die Startup-Szene, denn hier kommen viele neue Innovationen. Die Distribution hat hier eine einmalige Chance, denn sie bietet viele Lösungen für Startups, nicht nur die Technologiebasis sondern ganz klassisch auch in der Logistik.

Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik- und IT-Lösungen im Vordergrund stehen; so ist Security etwa ein ganz wichtiges Feld im IoT Bereich. Somit wollen wir über alle Geschäftsbereiche hinweg enger zusammenarbeiten, da IoT unsere Sparten Arrow Intelligent Systems (AIS) und Arrow Enterprise Computing Solutions (ECS) genauso betrifft wie uns im klassischen Components Business.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Wie bereits genannt, erwarten wir einen deutlichen Zuwachs im Online Business aufgrund unseres neuen Angebots, das permanent weiterentwickelt wird. Ebenso im Bereich Industrieelektronik und IoT, auf den wir mehr Ressourcen aufwenden. IoT, Vernetzung und smarte Umgebungen sind Wachstumstreiber. Klassische Verticals wie Automotive und Lighting bieten weiterhin zusätzliches Potential.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Es ist noch zu früh, über mögliche Auswirkungen zu spekulieren. Der Brexit ist ein auf Jahre angelegter Prozess, bei dem die wirklich wichtigen Entscheidungen noch nicht getroffen wurden. Auch Spekulationen um einen möglichen Protektionismus in verschiedenen westlichen Ländern, sind zum heutigen Zeitpunkt noch sehr vage. Wir sehen uns in jedem Fall gut aufgestellt, um uns auf möglicherweise veränderte Bedingungen einzustellen.

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