Ausblick der Distributoren Vielversprechendes Jahr 2017 trotz Brexit und Trump

Autor Margit Kuther

Die Welt ist ein globales Dorf: Ist China auf Shoppingtour oder ein Land wie die USA wirtschaftlich unkalkulierbar, hat das Auswirkungen auf die gesamte Lieferkette der Elektronikbranche. Die Distributoren wagen für 2017 einen Blick in die Kristallkugel.

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Was 2017 wohl bringen mag: Die Distributoren wagen einen Blick in die Glaskugel
Was 2017 wohl bringen mag: Die Distributoren wagen einen Blick in die Glaskugel
(Bild: Clipdealer 6913832)

Firmenübernahmen und politische Ereignisse wie Brexit und US-Wahl prägten das Jahr 2016. Was 2017 wohl für die Elektronikbranche bringen mag? Die ELEKTRONIKPRAXIS interviewte die Distributoren, die als Mittler zwischen Bauteile- und Produktherstellern den weitesten Überblick innerhalb der Lieferkette haben.

Wir fragten die Distributoren nach ihren Erwartungen für das Jahr 2017, welche Herausforderungen sie sehen, etwa durch den Brexit und die US-Wahl, mit welchen Trends und Entwicklungschancen sie rechnen.

Geantwortet auf unsere Fragen haben: Arrow, Atlantik Elektronik, Bürklin, CODICO, Elektrosil, MSC Technologies, Rutronik, Schukat und SE Spezial-Electronic.

Zunächst fassen wir die Antworten zusammen, anschließend kommen die einzelnen Distributoren mit ihren wirklich lesenswerten Detailaussagen zu Wort.

Die Erwartungen der Distributoren an das Jahr 2017

Das Jahr 2016 war trotz einiger Turbulenzen insgesamt betrachtet für die Distributoren in Deutschland erfolgreich. Zwar vermag kein Distributor wirklich in der Kristallkugel zu lesen, doch das Gros blickt optimistisch in das Jahr 2017.

Sich zurücklehnen und den Erfolg genießen ist jedoch nicht Sache der Distributoren, denn sie wissen: Die rasant fortschreitende, alles umfassende globale Digitalisierung in Wirtschaft, Politik und im Privaten beschert nur demjenigen weiterhin Erfolg, der sein Ohr stets am Puls der Zeit hat und Trends bereits erkennt und sie erschließt, noch ehe sie Trendsetter werden.

Technische Trends, die 2017 den Durchbruch schaffen

Das Internet der Dinge und Industrie 4.0 sind nach wie vor die Top-Trendsetter – und werden dies auch die nächsten Jahre bleiben. Insbesondere das Internet der Dinge gewinnt an Detailschärfe. Denn die Zunahme spezifischer Produkte für die unterschiedlichsten Segmente wie Medizin, Automotive, Energy Harvesting, Lighting, Kommunikation und Consumer erweitert den Blick auf bisher kaum erschlossene Märkte wie die Möbelindustrie und neue Geschäftsmodelle wie den Automobil- oder Hersteller Weißer Ware als Servicedienstleister: So kann etwa dank integrierter Wireless-Kommunikation und Touch-Display ein Kühlschrank- oder Waschmaschinenhersteller diesen nicht mehr nur verkaufen, sondern etwa einen Lieferservice für Lebens- oder Waschmittel initieren und daran zusätzlich verdienen. Und die Automobilindustrie kann Services rund um das Automobil anbieten – vom Car-Sharing bis hin zu eigenen Reiseplattformen. Das Elektroauto wird kommen und ermöglicht dem Hersteller kostenpflichtige Services wie Akkutausch, Speicherbereitstellung bis hin zum Aufbau kompletter Ladeinfrastrukturen.

Auch die Distributoren wissen um die neuen Märkte und stellen sich bereits darauf ein. So will Arrow beispielsweise mit Vodafone in puncto IoT-Services und Konnektivitätsangeboten neue Wege gehen.

Weitere Trends sehen die Distributoren im Durchbruch der MEMS-Oszillatoren, Narrow Band IoT (NB-IoT), Digital Power, Smart Metering, Energy Harvesting, Tracking, höheren Speicherdichten und neue eMMC-Technologien, der Zunahme von Leistungselektronik, Stromversorgungen, 3D-Touch und Sensoren; Security, Big Data, aber auch die Gegenbewegung zu Big Data.

Desweiteren erschließen sich die Distributoren zunehmend das immense Potenzial von Start-ups und Maker-Szene als Innovationsgeber.

Verknappung von Bauelementen

Die Distributoren sehen kein Ende der Konsolidierungen und Übernahmen. Das Schwinden von Herstellern könnte in einer Zunahme der End-of-Life-Produkte und zu einer Verknappung von Bauteilen führen. Eine bedrohliche Verknappung von Bauteilen sehen die Distributoren derzeit jedoch nicht. Doch lohnt es sich, einige Bauteile im Blick zu behalten, dazu zählen etwa Touch-Displays, Tantal-Kondensatoren, Produkte mit höherer Speicherdichte, komplexe Mikrocontroller, FPGAs und Automotive-qualifizierte Produkte.

Erwartungen nach der Brexit-Entscheidung und dem US-Wahlsieg von Donald Trump

Dem Brexit steht das Gros der Distributoren gelassen gegenüber, denn der Brexit sei ein auf Jahre angelegter Prozess, bei dem die wirklich wichtigen Entscheidungen noch nicht getroffen seien. Zudem verweisen die Distributoren auf langfristig vertragliche Geschäftsbeziehungen.

Auch zur Wahl von Donald Trump in den USA wollen sie nicht spekulieren, sehen aber potenzielle Gefahren im Protektionismus, bei der Währung und Schukat etwa „eine sich abzeichnende Ungewissheit, wie die US-Behörden etwa beim Dodd-Frank-Act fokussieren werden“. Allerdings erwarten sie durch Trump auch einen deutlich wirtschaftsfreundlicheren Kurs der USA. Letztendlich gilt es, zu beobachten, aus welcher Richtung der Wind kommt und die Segel richtig zu setzen.

Die Herausforderungen für die Distributoren 2017

Die zunehmende Herstellerkonsolidierung und deren Auswirkung auf die Lieferkette sehen die Distributoren als eine der großen Herausforderungen für 2017.

Die Distributoren reagieren mit Produkt- und Serviceerweiterungen auf die neuen Trends und Marktgegebenheiten und stellen sich etwa auf Währungsschankungen und die digitale Transformation ein.

Die rosarote Brille ist den Distributoren fremd: Letztlich wissen auch sie nicht, wie sich das makroökonomische Umfeld und die anstehenden politischen Entscheidungen und ihre Auswirkungen entwickeln. Doch sie haben sich gewappnet, etwa durch intensive Marktanalysen, Schulungen ihrer Mitarbeiter, Anpassen des Portfolios an kommende Herausforderungen, Investitionen in die Logistik und Erschließen neuer Märkte. So sehen sie sich unisono bestens gewappnet, damit auch 2017 für sie und ihre Kunden ein erfolgreiches Jahr wird.

Arrow: Es tut sich viel in der Startup- und Maker-Szene

Jörg Strughold, Vice President Sales, Arrow EMEA Components: „Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik und IT-Lösungen im Vordergrund stehen.“
Jörg Strughold, Vice President Sales, Arrow EMEA Components: „Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik und IT-Lösungen im Vordergrund stehen.“
(Bild: Arrow)

2017 wird für uns ein spannendes Jahr, da wir im vergangenen Jahr viele neue Initiativen gestartet haben und wir uns auf die Weiterentwicklung dieser Projekte freuen. Beispielweise haben wir unser Online-Angebot für Entwickler und Einkäufer mit unserer neuen Webseite arrow.com auf eine völlig neue Grundlage gestellt.

Neben unserer starken Präsenz im Außendienst sowohl im Vertrieb als auch im Engineering verfügen wir nun über ein viel breiteres Angebot an Online-Services für unsere Kunden. Dies wird für uns im neuen Jahr einen Schwerpunkt darstellen. Darüber hinaus tut sich viel in der Startup- und Maker-Szene. Unsere Zusammenarbeit mit der Crowdfunding-Plattform Indiegogo nimmt immer mehr Gestalt an. Nicht nur, dass wir immer mehr Projekte sehen, auch konnten wir einige unserer Top-Hersteller als Partner hierfür gewinnen. Im Bereich IoT, ein weiterer Business-Schwerpunkt für uns, erwarten wir viele neuen Geschäftschancen.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Klassische Geschäftssegmente werden immer mehr mit Elektronik angereichert, so gibt es zum Beispiel weiterhin steigenden Bedarf an Elektronik-Inhalten in der Automobil- oder der Beleuchtungsindustrie. Wir erwarten prinzipiell ein gutes Jahr. Eine Herausforderung für die Branche wird 2017 generell sein, im Bereich IoT den richtigen Weg einzuschlagen, d.h. Kunden die passende Lösung für ihre individuellen Anforderungen zu offerieren.

Bei IoT ist nicht nur beim Hersteller oder beim Endkunden Innovation gefragt. Die Distribution muss das passende Angebot auf Basis von Produkten und Services vorhalten, um in diesem Markt erfolgreich zu sein. Wir haben beispielsweise mit Vodafone ein globales Abkommen geschlossen, um die IoT Services und Konnektivitätsangebote beider Unternehmen zu verbinden und gehen damit neue Wege.

Darüber hinaus bleibt abzuwarten, wie sich das makroökonomische Umfeld angesichts der zahlreichen anstehenden politischen Entscheidungen und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft entwickeln wird. Als globales Unternehmen sehen wir uns gut positioniert, für unsere Kunden sofern notwendig neue Lösungsansätze zu entwickeln.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Wir sehen aktuell nicht mehr die großen Allokationszyklen wie in der Vergangenheit. Es gibt eher Verknappung bei Produkten mit höherer Speicherdichte und bei komplexen Microcontrollern und FPGAs, bei Produkten mit höheren Pinzahlen und End of Life Produkten. Falls solche Verknappungen auftreten, bieten wir Alternativen an und stellen sicher, dass wir einen entsprechend umfangreichen Auftragsbestand auf Basis diverser Hersteller haben.

Bei Arrow haben wir zahlreiche Möglichkeiten im Einkauf und fortschrittliche Planungsmöglichkeiten. Wir stimmen uns mit Kunden ab, um ihre Produktionsanforderungen möglichst genau zu kennen. Die aktuell zunehmende Hersteller-Konsolidierung bringt zusätzliche Herausforderungen in die Lieferkette. Hierfür haben wir dedizierte Teams, die diesen Prozess eng begleiten, um die Auswirkungen auf die Lieferkette des Kunden so gering wie möglich zu halten.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Ganz sicher werden IoT und Industrie 4.0 noch viel stärker im Vordergrund stehen. Dies ist allerdings eine Entwicklung über viele Jahre, die nun auch schon vor Jahren eingesetzt hat und sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird. Besonders interessant wird hier die Startup-Szene, denn hier kommen viele neue Innovationen. Die Distribution hat hier eine einmalige Chance, denn sie bietet viele Lösungen für Startups, nicht nur die Technologiebasis sondern ganz klassisch auch in der Logistik.

Generell wird sicher die Kombination aus Elektronik- und IT-Lösungen im Vordergrund stehen; so ist Security etwa ein ganz wichtiges Feld im IoT Bereich. Somit wollen wir über alle Geschäftsbereiche hinweg enger zusammenarbeiten, da IoT unsere Sparten Arrow Intelligent Systems (AIS) und Arrow Enterprise Computing Solutions (ECS) genauso betrifft wie uns im klassischen Components Business.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Wie bereits genannt, erwarten wir einen deutlichen Zuwachs im Online Business aufgrund unseres neuen Angebots, das permanent weiterentwickelt wird. Ebenso im Bereich Industrieelektronik und IoT, auf den wir mehr Ressourcen aufwenden. IoT, Vernetzung und smarte Umgebungen sind Wachstumstreiber. Klassische Verticals wie Automotive und Lighting bieten weiterhin zusätzliches Potential.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Es ist noch zu früh, über mögliche Auswirkungen zu spekulieren. Der Brexit ist ein auf Jahre angelegter Prozess, bei dem die wirklich wichtigen Entscheidungen noch nicht getroffen wurden. Auch Spekulationen um einen möglichen Protektionismus in verschiedenen westlichen Ländern, sind zum heutigen Zeitpunkt noch sehr vage. Wir sehen uns in jedem Fall gut aufgestellt, um uns auf möglicherweise veränderte Bedingungen einzustellen.

Atlantik Elektronik: Die Lieferkette wird sich wandeln durch neue Technologien und Kooperationen

Atlantik Elektronik, Wicki Winzer: „Jede Stufe der Supply Chain – Hersteller, Distributoren und Handel – kann mit Informationen dazu beitragen, die Herausforderungen der digitalen Märkte gezielt zu adressieren.“
Atlantik Elektronik, Wicki Winzer: „Jede Stufe der Supply Chain – Hersteller, Distributoren und Handel – kann mit Informationen dazu beitragen, die Herausforderungen der digitalen Märkte gezielt zu adressieren.“
(Bild: XANDERHOF STUDIOS/Atlantik Elektronik)

Es werden aus unserer Sicht vermehrt kombinierte Lösungen aus Hardware, Software und Services nachgefragt. Wir werden zunehmend der Partner sein, auf die sich Hersteller bei ihrer Go-to-Market-Strategie konzentrieren.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Die Hightech-Industrie steht durch die neuen Technologien vor einem Wandel der Lieferkette und der Kooperationsmodelle. Trends wie Smart Home, IoT/IoE, Cloud, Big und Smart Data sowie (Managed-)Services sind treibende Kräfte, die einen Wechsel in der Distribution bedingen. Jede Stufe der Supply Chain – Hersteller, Distributoren und Handel – kann mit Informationen dazu beitragen, die Herausforderungen der digitalen Märkte gezielt zu adressieren.

Da die Distribution das Bindeglied zwischen Markt- und strategischer Produktinformation darstellt, nimmt sie eine Schlüsselfunktion ein. Eine integrierte Informations- und Lieferkette eröffnet Potenziale für eine nachfrageorientierte Produktion sowie Produktverfügbarkeit, eine Reduzierung der Logistik-Kosten und dadurch eine Optimierung der Margensituation für alle Beteiligten. Informationen zur Steuerung einer komplexen Supply Chain sind elementarer Wettbewerbsvorteil, um erfolgreich in gesättigten Märkten agieren zu können.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Die immer kürzeren Produktlebenszyklen führten in der Vergangenheit dazu, dass die dafür benötigten Elektronikkomponenten oft schon nach kurzer Zeit nur noch schwer oder so gut wie gar nicht mehr verfügbar waren. Die Hersteller langlebiger Wirtschaftsgüter aus den Bereichen Automatisierungs-, Automobil-, Bahn- und Medizintechnik, die auf eine gesicherte jahrzehntelange Versorgung mit elektronischen Ersatzbauteilen angewiesen sind, beobachten diese Entwicklung zu Recht mit Sorge.

Doch mit entsprechend umsichtiger, weit vorausblickender Planung lassen sich viele typische Obsolescence-Risiken nach wie vor oft schon in der Evaluierungsphase eines neuen Projektes minimieren, im Idealfall manchmal sogar komplett eliminieren.

Atlantik Elektronik unterstützt seine Kunden proaktiv in allen Belangen des Obsolescence Managements, angefangen vom Informationsmanagement bis hin zu Lösungen zu Rückläufern, Redesigns oder Produktneuentwicklungen.

Neben Standardlösungen bietet Atlantik Elektronik individuelle kundenspezifische Lösungen an und neben den technischen Aspekten hinsichtlich der Versorgungssicherheit über einen vereinbarten Zeitraum wird mit den Kunden in einer gemeinsamen Produkt-Roadmap auch das Projektmanagement sowie die Kosten- und Finanzplanung für den gesamten Lebenszyklus der entsprechenden Produkte inkludiert. Dadurch wird das Life-Cycle-Management für den Kunden auch auf der Kostenseite planbar.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Im IoT selber gibt es unterschiedliche Anwendungen mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Kritische M2M-Kommunikation wie bei der Fernsteuerung von Maschinen braucht Echtzeitkommunikation über hochverfügbare, zuverlässige Verbindungen. Dafür eignet sich LTE oder zukünftig die 5G Mobilfunktechnologie. Braucht man eine große Reichweite bei möglichst geringem Energieverbrauch und zu niedrigen Kosten, gab es bisher keine einheitliche Netztechnologie.

Nach der Standardisierung ist dafür das Narrowband IoT die Lösung. Eine hohe Anzahl an Verbindungen pro Zelle, lange Akkulaufzeiten von bis zu 10 Jahren und eine starke Abdeckung mit zusätzlichen 20 Dezibel auf dem Link-Budget gegenüber GPRS sind nur einige Vorzüge der neuen Technologie.

Überall, wo klassische Netze unrentabel und ineffektiv sind, wird daher künftig NB-IoT zum Einsatz kommen. Zum Beispiel beim Smart Metering, für das Tracking von Containern und hochwertigen Gütern, für die Überwachung von Tanks und Pipelines oder aber auch zur Vernetzung von Straßenlaternen, Ticketautomaten, Mülltonnen und Parkplätzen in der Smart City. Im B2C-Segment kann das NB-IoT für Wearables, Haushaltsgeräte, Rauchmelder und Alarmanlagen oder auch zum Orten von Haustieren und Nutztieren eingesetzt werden.

Weitere Pluspunkte sind die gute Planbarkeit, Security und hohe Betriebssicherheit. Für viele Anwender höchst wichtige Kriterien. Weiterhin ist das Narrowband IoT notwendig, damit die Kosten für Hardware und den Netzbetrieb gesenkt werden. Wir sprechen hier von extrem niedrigen Datenraten von unter 100 Bit/s bis hin zu wenigen kBit/s.

Der Netzbetrieb ist in einem Spektrum von lediglich 200 kHz möglich. Lange galt die Frage, wann es Chips im Low-Cost Bereich gibt, die diesen Wechsel auf LTE-Cat M oder NB-IoT ermöglichen. Qualcomm hat beispielsweise sein Portfolio und die Konvergenz der Technologien weitergetrieben und einen Chip entwickelt, der die LTE-Kategorie M1 (eMTC) unterstützt.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Als innovatives und kreatives Unternehmen orientiert und beteiligt sich Atlantik Elektronik an nachhaltigen Technologieentwicklungen. Die Erfahrung und das über viele Jahre angeeignete Wissen im Bereich Elektronik, gebündelt mit dem Expertenwissen der Hersteller, bieten die optimale Basis für die Entwicklung kundenorientierter Lösungen. Davon profitieren alle: Atlantik Elektronik, die Kunden und die Herstellungspartner.

Mit Bundlingkonzepten, der Bündelung von Produkten aus dem Distributionsportfolio, gepaart mit hauseigener Software und App-Entwicklung für Smartphones und Tablets unter iOS oder Android sieht Atlantik Elektronik die größten Wachstumschancen. Dabei können Kunden auch auf die Erfahrung von Atlantik Elektronik Services bauen. Zahlreiche IoT Projekte wurden erfolgreich durchgeführt, bei denen typischerweise kundenspezifische Anforderungen berücksichtigt wurden.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Wir erwarten nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg kein “raueres Fahrwasser“ für unser Unternehmen.

Bürklin Elektronik: 2017 wird unser Jahr

Bürklin Elektronik, Alfred Lipp, Leiter Vertrieb/Marketing: „Fusionen und Aufkäufe im letzten Jahr haben schon gezeigt, dass die Elektronikdistribution spannend bleibt.“
Bürklin Elektronik, Alfred Lipp, Leiter Vertrieb/Marketing: „Fusionen und Aufkäufe im letzten Jahr haben schon gezeigt, dass die Elektronikdistribution spannend bleibt.“
(Bild: Bürklin Elektronik)

2017 wird das Jahr der großen Herausforderungen für Bürklin Elektronik. Mit der Entscheidung einer signifikanten Sortimentserweiterung in unserem Unternehmen werden wir erstmalig in der Lage sein, den Kunden auch alles anbieten zu können, was sie bei uns anfragen. 2017 wird unser Jahr.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Spannend wird es sein, wie sich die Distributions- aber auch Herstellerlandschaft an sich weiterentwickelt. Die Fusionen und Aufkäufe im letzten Jahr haben schon gezeigt, dass die Elektronikdistribution spannend bleibt.

Für uns als Distributor wird die Herausforderung die Kommunikation an den Kunden sein, der verstehen lernt, dass er bei uns alles anfragen kann und wir uns um seine Belange ernsthaft kümmern.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Es wird immer Bereiche der Verknappung geben. Gewonnen hat dann der Distributor, der noch ein paar mehr Stück auf Lager hat und diese den Kunden anbieten kann.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen

Internet der Dinge wird uns sicherlich noch eine Weile begleiten. Das Thema Leistungselektronik und Stromversorgungen sind im Zuge von eMobility weiter auf Vorreiterschaft.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Kabel/Steckverbinder waren schon immer unsere Stärken. Der Bereich Aktive und Passive bietet für uns sicherlich das meiste Potenzial.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Nein. Das Unternehmen ist in familiengeführter Hand mit Sitz in Deutschland. Sicherlich wird es mit dem einen oder anderen Hersteller mal Berührungspunkte geben, aber nichts, was für uns ein raueres Fahrwasser bedeutet.

CODICO: Unser Ziel heißt auch weiterhin Wachstum

Sven Krumpel. CEO CODICO: „Hinter all den elektronikgetriebenen Trends verbirgt sich Komplexität, die wir mit unserem Geschäftsmodell erfüllen können.“
Sven Krumpel. CEO CODICO: „Hinter all den elektronikgetriebenen Trends verbirgt sich Komplexität, die wir mit unserem Geschäftsmodell erfüllen können.“
(Bild: David Antoniuk/CODICO)

Wir haben sehr hohe Erwartungen an das neue Geschäftsjahr. In den vergangenen Jahren konnten wir in einem unruhigen Marktumfeld einen sehr positiven Aufwärtstrend erleben. Während Mitbewerber stagnieren, verbuchten wir 2016 ein organisches Umsatzplus von 20 % - dies liegt weit über dem Branchendurchschnitt.

Diese Entwicklung stimmt uns natürlich außerordentlich zufrieden, und wir blicken auch positiv gestimmt nach vorne. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir mit unserer Strategie richtig liegen und die gesetzten Maßnahmen erfolgsbringend umgesetzt haben. Wir haben eine Vision, eine klar definierte Position.

CODICO steht für Design In, für professionelle Beratung in allen Projektphasen, wir wählen unser Portfolio gezielt aus und können so dem Kunden einen wesentlichen Mehrwert verschaffen. Natürlich sind wir alle auch kritischen Faktoren ausgesetzt, aber wir gehen unseren Weg. Unser Ziel heißt auch weiterhin Wachstum.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Das Jahr 2017 bringt neben dem erwarteten eher geringen Wirtschaftswachstum der Branche natürlich auch politische Herausforderungen und Neubeginne mit sich. Aber hier sollten wir eher abwarten, wie sich die Dinge konkret entwickeln. Spannend wird es jedenfalls wieder bei den bereits angekündigten und noch zu erwartenden Übernahmen!

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Wir sehen aktuell keine überdurchschnittlich ansteigenden Lieferzeiten!

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Die größten Wachstumsimpulse im Elektronik-Markt liegen für mich in den Bereichen Internet of Things, Connectivity und natürlich im Power Management Bereich. Diese Themen beschäftigen uns jetzt schon seit ein paar Jahren, aber hier erwarten wir weiteres Wachstumspotential.

Die „smarte“ Welt wird weiterhin ein großes Thema bleiben. Denn all diese Trends sind elektronikgetrieben. Hier verbirgt sich Komplexität, die mit hohen Ansprüchen verbunden ist. Und genau diese Komplexität können wir mit unserem Geschäftsmodell erfüllen.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Wie bereits oben genannt erwarten wir in den Bereich Internet Of Things, Connectivity sowie im Power Management die größten Wachstumschancen.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Leider habe ich keine Kristallkugel – ich kann genauso wenig wie andere vorhersehen, wie sich die Welt 2017 – in politischer und wirtschaftlicher Sicht - entwickeln wird. Wir sind umgeben von Wandel und müssen uns in diesem bewegen. Die politische Situation in manchen Ländern wird Veränderung bringen – vielleicht – und hoffentlich - weniger als manchmal von den Medien angekündigt wurde.

Wir erwarten auch für 2017 ein gutes Jahr. Für die Branche wird nur ein geringes Wachstum prognostiziert, wir bleiben aber weiterhin optimistisch. CODICO wird seine Wachstums- und Internationalisierungsstrategie vorantreiben. Eine negative Sicht auf die Dinge bringt uns nicht weiter – wir schauen optimistisch ins neue Jahr!

Elektrosil: Währungsschwankungen werden Herausforderung sein

Michael.Rutz, Elektrosil: „Großes Potenzial haben Embedded-Technologien, gepaart mit Display und Touch (intelligente HMI).“
Michael.Rutz, Elektrosil: „Großes Potenzial haben Embedded-Technologien, gepaart mit Display und Touch (intelligente HMI).“
(Bild: Elektrosil)

Bei stabiler Wirtschaftslage erwarten wir auch 2017 ein solides Wachstum von 6 bis 8%. Begründet ist dieses Wachstum in einem Mix aus traditionellem Warenangebot und neuen Technologien.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution, und wie ist darauf zu reagieren?

Eine der Herausforderungen werden unter anderem die Währungsschwankungen sein.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Schon in 2016 zeichnete sich eine Verknappung von Displays/ Gläsern ab. Hier greift der Markt der Masse, die eindeutig im Bereich der Consumer-Ware liegt (Smartphone, Tablets etc.) Der Industriekunde hat immer häufiger das Nachsehen.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Im Bereich Displays wird die OLED-Technologie eine zunehmend stärkere Verbreitung finden.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Großes Potenzial hat der Bereich der Embedded-Technologien gepaart mit Display und Touch (intelligente HMI).

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Wir erwarten für 2017 noch keine nennenswerten Veränderungen, da unsere vertraglichen Geschäftsbeziehungen längerfristig angelegt sind.

MSC Technologies: Große Nachfrage bei SMARC, Qseven und COM Express

MSC Technologies, Thomas Klein, VP und GF für den Vertrieb: „Eine richtige Allocation hatten wir schon lange nicht mehr.“
MSC Technologies, Thomas Klein, VP und GF für den Vertrieb: „Eine richtige Allocation hatten wir schon lange nicht mehr.“
(Bild: MSC Technologies)

Wir haben nach einem ruhigen Frühherbst in den letzten Wochen des Kalenderjahres 2016, also genau zur Jahresmitte unseres Geschäftsjahres 2017, eine kleine Explosion an neuen Aufträgen erlebt. Das hat zu einer Book to Bill-Rate von etwa 1,5 geführt. Speziell die MSC-Fertigungen für innovative SMARC, Qseven und COM Express Embedded-Module haben die Oberkante der Auslastung erreicht.

Ich bin mir sicher, dass wir diesen Schwung nach vorne ins neue Jahr mitnehmen können. Eigentlich hätten wir nicht in den Weihnachtsurlaub gehen dürfen (lacht). Wenn der Bedarf weiter ansteigt, werden wir Probleme haben, unsere Produkte zu liefern.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Bleibt der Markt für Embedded- und Display/Touch-Applikationen weiterhin im Aufwärtstrend, haben wir einen Überbedarf an Komponenten - das stellt uns vor neue, sicher interessante Herausforderungen, denn wir müssen endlich wieder umdenken. Eine richtige Allocation hatten wir schon lange nicht mehr.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Aus heutiger Sicht auf alle Fälle. Nehmen wir beispielsweise kundenspezifische Displays mit Touch-Technologien. Derzeit liegen hier die Lieferzeiten bei bis zu sechs Monaten. Zur Produktion der Display-Touch-Module benötigen wir Touch Treiber ICs, deren Lieferzeit sich extrem verlängert hat. Wir sprechen hier nicht von einer Woche, sondern von Monaten. Wir werden demzufolge unser Material nicht mehr per Schiff, sondern wieder per Flugzeug transportieren.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Ein wichtiger Trend bei Displays ist die 2D-Technologie in Verbindung mit der 3D Touch-Erkennung. Wir haben auf der electronica das erste, im eigenen Hause entwickelte 3D Display vorgestellt, das sich unter anderem hervorragend für die Medizintechnik eignet.

MSC zählt zu den ersten Herstellern, die die aktuelle Intel Atom-Prozessortechnologie auf allen COM Express-, Qseven- und SMARC 2.0-Formfaktoren für Embedded-Module anbieten können. Zeitgleich mit dem Launch der Intel Core-Prozessoren der 7. Generation haben wir bereits die entsprechenden, extrem leistungsfähigen Boards vorgestellt. Im Bereich Systems konzentrieren wir uns weiterhin auf kundenspezifische Entwicklungen und auf kompakte Gateways für IoT-Anwendungen.

Eines unserer Produkt-Highlights ist das Wi-Fi/Bluetooth Kombimodul SPB209 accelerate, das wir zusammen mit H&D Wireless in Schweden entwickelt haben. Das extrem kompakte Modul unterstützt WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2 Smart Ready, das heißt Bluetooth Classic, Bluetooth Smart und NFC. Das für industrielle Anwendungen ideal ausgelegte Modul bietet unseren Kunden die nötige Flexibilität, um sich zukünftigen Markttrends anzupassen. Im Übrigen setzen wir das SBP209 auch in unseren SMARC 2.0-Modulen ein.

Im Bereich Storage erwarten wir in Kürze erste Muster komplett neuer eMMC-Technologien, die die etablierten Speichermedien nun definitiv ablösen werden. Basierend auf eMLC ist u.a. eine höhere Endurance zu erreichen sowie deutlich höhere Read/Write-Zyklen.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Wir erwarten ein enormes Plus bei Wireless, da zahlreiche Anwendungen, in denen wir unsere Produkte eindesignt haben, in diesem Jahr nun endlich in Serie gehen. Der Markt für Medizintechnik wird für uns immer interessanter, wir liefern hier für zahlreiche führende Anbieter voll kundenspezifische Display- wie auch Rechnersysteme.

Auch die Einsatzgebiete für intelligente Sicherheitstechnik wachsen enorm, wir liefern hier Monitore mit Rechner und Speicher für moderne Kameras.

Immer mehr Technik wandert auch in Weiße Ware, die komfortabel per Touch zu bedienen, aber auch sehr robust in unterschiedlichen Umgebungen arbeiten sein soll.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Nein, wir bauen auch weiterhin auf ein stabiles Geschäft in England. Ich erwarte jedoch schon einige Änderungen im weltweiten Elektronikmarkt. Beispielsweise wird der geplante Verkauf des renommierten amerikanischen Chip-Herstellers Lattice an eine amerikanische Beteiligungsgesellschaft, die indirekt von der chinesischen Regierung mitfinanziert wird, vom neuen Präsident Trump nicht unterstützt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Deals seitens der US Regierung zukünftig abgelehnt werden. Die Wirtschaft in unseren Ländern leidet doch jetzt schon deutlich, wenn Unternehmen aus China weltweit immer mehr den angestammten Firmen die Aufträge abnehmen. Bestes Beispiel: Der Zuschlag für neue Hochgeschwindigkeitszüge auf der symbolträchtigen Verbindung von Budapest nach Belgrad ging erst kürzlich an die Chinesen.

Rutronik: Wireless-Vernetzung mit 5G entwickeln und 3G flächendeckend abzulösen

Andreas Mangler, Director Strategic Marketing & Communications, Rutronik: „Die Tier1- und Tier 2-Zulieferer im Automobilbereich sind einem enormen Preisdruck ausgesetzt. Eine Lösung steht hier noch aus.“
Andreas Mangler, Director Strategic Marketing & Communications, Rutronik: „Die Tier1- und Tier 2-Zulieferer im Automobilbereich sind einem enormen Preisdruck ausgesetzt. Eine Lösung steht hier noch aus.“
(Bild: Rutronik)

Wirtschaftlich hoffen wir auf ein stabiles Jahr 2017. Für die Elektronikbranche sehen wir sehr positive Zeichen: Es bewegt sich was, es gibt viele technologische Entwicklungen und neue Applikationen. Das haben auch unsere Gespräche auf der electronica gezeigt: Viele unserer Kunden verfolgen hochinnovative Ansätze.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Die Konsolidierung im Halbleiterbereich und in der Distribution wird Top-Thema bleiben. Bei einem Merger von Herstellern besteht immer die Gefahr, dass einige Produkte aus dem Programm fallen, so dass hier letztlich die Obsoleszenz Thematik zum Tragen kommt. Aber wir sehen auch, dass bei einigen M&A der Integrationsprozess sehr behutsam und wohl überlegt von statten geht.

Die Tier1- und Tier 2-Zulieferer im Automobilbereich sind einem enormen Preisdruck ausgesetzt. Eine Lösung steht hier noch aus.

Die Automobilindustrie hat eine weitere große Herausforderung zu bewältigen: Sie muss die Elektrifizierung des Autos voranbringen. Einige Hersteller haben weitere Investitionen in die Elektromobilität bereits angekündigt – sicher auch angetrieben durch die „Dieselgate“ Affäre.

Investitionen gibt es auch in alle Arten von Assistenzsystemen bis hin zum (teil-) autonomen Fahren, auch hier erwarten wir noch einen Schub. Ob sich dies in 2017 bereits in nennenswerten Umsätzen für die Distribution niederschlägt, bleibt abzuwarten. Mittelfristig spielen sowohl die Elektrifizierung des Autos als auch die Assistenzsysteme eine signifikante Rolle in unserem Marktsegment.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Eine generelle Verknappung der Standardbauelemente sehen wir aktuell nicht. Aber insbesondere die Automotive qualifizierten (AEC Q100 /Q200) Produkte drohen knapp zu werden und haben heute schon deutlich höhere Lieferzeiten auf als noch vor einigen Wochen.

Bei bestimmten Bauteilen bzw. Fertigungsstätten – vor allem dort, wo an den Grenzen des Machbaren gearbeitet wird, oder auch generell bei extrem hochinnovativen Produkten in der Markteinführungsphase – kann es ebenfalls zu Verknappungen kommen.

Trotzdem empfehlen wir unseren Kunden, auf diese neuen Technologien zu setzen. Denn nur so können sie den nötigen Technologievorsprung erzielen, z.B. im Bereich Smart Power, Wireless oder Smart Sensor. Im Bereich der Automotive-Produkte ist definitiv eine sorgfältige und vorausschauende Produktionsplanung nötig um Lieferengpässe zu vermeiden.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Das IoT wird auch in 2017 viele technische Trends hervorbringen: Frontend-Sensoren erhalten nicht nur Drahtlos-Anbindung, sondern zunehmend auch Intelligenz. Dadurch können Entscheidungen vor Ort getroffen und in Echtzeit umgesetzt werden. Und es müssen weniger Daten zum Gateway geschickt werden – damit ist dies auch als Gegenentwicklung zu Big Data Analytics zu sehen.

Ein wichtiger Trend ist auch das Energy Harvesting, d.h. Produkte, die die benötigte Energie aus ihrer direkten Umgebung ziehen. Digital Power wird sich mittel- oder langfristig sicher durchsetzen. Derzeit lediglich in den großen Serverfarmen zu finden hält es künftig auch in den typischen Industrieanwendungen Einzug.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Es gilt, die Wireless-Vernetzung mit 5G zu entwickeln und 3G flächendeckend abzulösen. Da Rutronik im Wireless-Segment hervorragend aufgestellt ist, erwarten wir uns dadurch in 2017 ein Wachstum. Gleiches gilt für die Sensoren, das Power-Segment und den Automobilbereich.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Die Folgen des Brexit für die Elektronikindustrie in UK sind noch nicht überschaubar. Großbritannien lebt vom Export und hat bereits jetzt mit sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. Dieser Trend wird sich durch den Brexit – wie auch immer dieser letztlich umgesetzt wird – verstärken. Betrachtet man Gesamt-Europa, kann es dadurch zu Zuwächsen in anderen Regionen kommen.

Als Reaktion auf den Wahlsieg Trumps haben einige amerikanische OEMs bereits angekündigt, ihre Fertigung aus Asien oder Mexiko wieder in die USA zu verlagern. Dies will wohl überlegt sein, denn es stellt Amerika vor eine große Herausforderung, die hierfür nötige Spezialisierung aufzubauen. Es gibt zwar einige Halbleiter-Fertigungsstätten in den USA, doch das Gros der hoch-automatisierten und -spezialisierten Baugruppen-Fertigungen mit den entsprechenden Top-Fachleuten findet sich in Asien und in Mexiko.

Rutronik ist in den USA ebenso vertreten wie in Mexiko und Asien, und kann seinen Kunden deshalb überall hin folgen. Insofern fürchten wir kein raueres Fahrwasser. Für Rutronik ist es lediglich wichtig, zu sehen, aus welcher Richtung der Wind kommt, um die Segel richtig zu setzen.

Schukat electronic: Ungewissheit in puncto US-Behörden beim Dodd-Frank-Act

Bert Schukat, Geschäftsführer Schukat electronic: „Ein wesentlich raueres Fahrwasser erwarten wir erst, wenn die Trump-Administration einen deutlich protektionistischeren Kurs steuert.“
Bert Schukat, Geschäftsführer Schukat electronic: „Ein wesentlich raueres Fahrwasser erwarten wir erst, wenn die Trump-Administration einen deutlich protektionistischeren Kurs steuert.“
(Bild: Schukat electronic)

Die Konjukturdaten für 2017 sehen zwar gut aus. Für die Branche haben sich Erwartungen 2016 im 2. Hj. nicht ganz erfüllt, daher gehen wir mit leicht gedämpften Erwartungen ins Jahr 2017. Selbst vor diesem Hintergrund erwarte ich ein gutes einstelliges Wachstum für 2017.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Durch Übernahmen speziell im Halbleiter-Bereich und strategische Neuausrichtungen bei einigen großen Herstellern bleibt es auch 2017 weiter eine Herausforderung für die Distribution.

Die Konsolidierung wird bestimmt nicht schlagartig, aber durchaus auf die Dauer zu einer Verschlankung der einzelnen Portfolios führen. Es wird für die Distribution das Hauptaugenmerk sein, diesem Kurs zu folgen und die Kunden in dieser Zeit optimal zu unterstützen.

Unsere Kunden haben immer kürzere Vorlaufzeiten, sie setzen darauf, bei uns Produktionsmengen ab Lager zu günstigen Konditionen zu bekommen. Diesen Kurs werden wir auch 2017 weiter verfolgen und dank ausgefeilter Logistik sehr schnelle Lieferungen realisieren. Speziell für unsere vielen EMS-Kunden ist das ein ganz relevantes Thema.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Zur Zeit ist dahingehend noch nichts zu spüren, aber es laufen Gespräche, die eine Verknappung z. B. im Bereich der Tantals als möglich erscheinen lassen. Hier ist mit Sicherheit der Ausstieg von Samsung aus diesem Bereich ein Faktor.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Die Schlagworte IoT und Industrie 4.0 werden auch in 2017 die Schlagzeilen dominieren. Unter diesen Begriffen verbergen sich ja eine Vielzahl von Anwendungen und Trends.

e-mobility wird 2017 mehr in den Fokus geraten. Wir haben hier sehr interessante Projekte mit guten forecast Zahlen in der Pipeline.

Sobald sich klare Standards bei den Entwicklern durchsetzen, wird das Wachstum rasant zunehmen. Ob das schon 2017 sein wird, ist allerdings fraglich.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Im Fokus für 2017 stehen z. B. power supplies für e-mobility, medical und LED lighting-Anwendungen. Hier ist unser FSE & FAE-Team mit vielen interessanten Kunden im Kontakt.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Unsere Verflechtungen Kunden- bzw. Lieferantenseitig zu USA und GB sind eher gering.

GB: Deutlichere Einflüsse durch das Volksvotum erwarten wir erst für die Zeit, nachdem der Brexit vollzogen ist. Die weitere Entwicklung geht mit den politischen Entscheidungen der britischen Regierung als Reaktion auf das Ergebnis der Austrittsverhandlungen einher. Diese signalisierte jüngst einen wirtschaftsfreundlichen Kurs mit dem Ziel, die lokale Wirtschaft zu stärken. Ein anhaltend schwaches Pfund, welches Exporte erleichtert, Importe aber verteuert, wird dazu beitragen. Für 2017 sehen wir daher nur geringe Auswirkungen auf unser Geschäft.

USA: Die sich abzeichnende Trump-Administration wird einen deutlich wirtschaftsfreundlichen Kurs einschlagen. Sie konkretisiert dies z. B. durch die Ernennung von Scott Pruitt als zukünftigem Chef der Umweltschutzbehörde EPA. Das ist eine Kehrtwende in der US-amerikanischen Klima- und Umweltpolitik. Wesentliche Errungenschaften des Umweltschutzes werden dadurch vermutlich nicht sogleich aufgehoben, aber es wird zu massiven Lockerungen im Umweltrecht und einem deutlich lascheren Umgang mit Umweltauflagen kommen, was zu erheblicher Entspannung in der US-Wirtschaft führt.

In der EU führt die sich abzeichnende Ungewissheit, wie die US-Behörden etwa beim Dodd-Frank-Act fokussieren werden, zu Verunsicherungen. Ereichterungen im Finanzsektor werden die US-Wirtschaft zumindest kurzzeitig beflügeln. Eine erstarkende US-Wirtschaft und ein mit ihr gegenüber dem € aufwertender Greenback verteuern US$-basierte Einkäufe für uns. Bei hart umkämpften Geschäften kann ein geschicktes Währungsmanagement den Ausschlag für eine Auftragserteilung geben. Ein wesentlich raueres Fahrwasser für unser Geschäft erwarten wir erst, wenn die Trump-Administration einen deutlich protektionistischeren Kurs steuert. Genau das hat Trump angekündigt.

SE Spezial-Electronic: Herausforderung Digitale Transformation

Rolf Aschhoff, Vice President Marketing & Sales, SE Spezial-Electronic: „Der Siegeszug von MEMS-Oszillatoren ist nicht aufzuhalten.“
Rolf Aschhoff, Vice President Marketing & Sales, SE Spezial-Electronic: „Der Siegeszug von MEMS-Oszillatoren ist nicht aufzuhalten.“
(Bild: SE Spezial-Electronic)

Nachdem SE Spezial-Electronic im abgelaufenen Jahr beim Umsatz deutlich über dem Branchenschnitt zulegen konnte, sind wir mit gut gefüllten Auftragsbüchern und vielen neuen, technisch oftmals sehr anspruchsvollen Projekten eigentlich sehr zuversichtlich ins Jahr 2017 gestartet. Angesichts einiger neuer besonders innovativer Lieferanten wie beispielsweise Amphenol Advanced Sensors oder NextInput sehe ich auch heutiger Sicht trotz aller vorwiegend politischen Unwägbarkeiten beste Chancen, dass wir unsere starke Marktstellung in Zentraleuropa auch im laufenden Jahr erneut weiter ausbauen können.

Welche Herausforderungen bringt das Jahr 2017 für die Distribution und wie ist darauf zu reagieren?

Eine der zentralen Herausforderungen für die Distribution ist sicherlich die Digitale Transformation, also die kontinuierliche Anpassung und Optimierung der eigenen Unternehmensprozesse an die Bedürfnisse und Erwartungen von Lieferanten und Kunden in einer zunehmend digitalisierten Welt. Natürlich ist es für alle Betroffenen praktisch und bequem, wenn die benötigten technischen Informationen rund um die Uhr via Internet zur Verfügung stehen, wenn Preise per Mausklick international vergleichbar werden und die Bestellung am Bildschirm in wenigen Minuten erledigt ist.

Doch reicht ein Höchstmaß an Digitalisierung und Prozessautomatisierung am Ende tatsächlich alleine aus, um Lieferanten und Kunden zufrieden stellen zu können? Falls nicht: Wieviel technische Unterstützung dürfen bzw. können sich Lieferanten und Anwender in einer weitestgehend digitalisierten Welt von ihren Distributoren noch erwarten?

Wer übernimmt in Zeiten immer komplexerer Systeme und sinkender Margen beispielsweise die kostenintensive technische Unterstützung des Kunden vor Ort? Hier sind neue intelligente Konzepte und Lösungen gefragt, die auch in Zukunft den wirtschaftlichen Interessen aller Beteiligten – denen der Kunden und Lieferanten auf der einen und denen der Distributoren als Dienstleister für die beiden erstgenannten auf der anderen Seite – gerecht werden.

Sehen Sie in der nächsten Zukunft eine Verknappung bei elektronischen Bauteilen und Komponenten?

Nein, aktuell liegen die Lieferzeiten nahezu aller uns SE Spezial-Electronic vertriebenen Produkten im üblichen Normbereich. Lediglich bei Tantal-Kondensatoren haben die Lieferzeiten für Neubestellungen inzwischen auf drei Monate angezogen, aber dies könnte natürlich auch eine Reaktion auf die aktuelle öffentliche Diskussion um die weltweiten Tantal-Reserven sein. Deshalb bereits von einer drohenden Verknappung zu sprechen, wäre momentan meiner Ansicht nach noch zu früh.

Welche technischen Trends werden aus Ihrer Sicht im neuen Jahr den Durchbruch schaffen?

Ein aus meiner Sicht sehr erfreulicher Trend ist, dass Systementwicklern 2017 in vielen Bereichen wesentlich mehr plug&play-fähige modulare Systemlösungen als noch vor zwei, drei Jahren zur Verfügung stehen werden. Trotzdem gehe ich davon aus, dass in Bereichen wie der Gebäudeautomatisierung, Industrial IoT etc. aus Know-how-, aber auch Zeitgründen auch die Nachfrage nach Entwicklungsdienstleistungen seitens der Distribution weiter zunehmen wird. Für Unternehmen wie SE Spezial-Electronic bedeutet dies, dass sie sich auch 2017 vom reinen Bauteilelieferanten immer mehr in Richtung Systempartner weiter entwickeln werden.

Spannend könnte es 2017 auch im Hinblick auf den Oszillatorenmarkt werden. Wann der ganz große Durchbruch für MEMS-Oszillatoren bevor steht, ist aufgrund einer gewissen Marktträgheit zwar schwer vorher zu sagen.

Aber nach der Präsentation von SiTimes neuer Elite Platform mit ihren Stratum 3 Präzisions-Super-TCXOs für Telekomunikations- und Cloud-Infrastruktur-Applikationen, Super-TCXOs für GNSS, industrielle und automotive Anwendungen, Differentialoszillatoren mit extrem geringem Jitter und differentiellen Hochtemperatur-VCXOs kann ich mir nicht vorstellen, dass der Siegeszug von MEMS-Oszillatoren mittelfristig noch aufzuhalten ist. Dafür sind die technologischen und vor allem auch die logistischen Vorteile MEMS-basierter Oszillatoren gegenüber den klassischen quarzbasierten Oszillatoren einfach zu groß.

In welchen Bereichen erwarten Sie für Ihr Unternehmen besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen?

Grundsätzlich bieten eigentlich nahezu alle Bereiche, in denen SE Spezial-Electronic tätig ist, besondere Entwicklungs- und Wachstumschancen. Das liegt nicht zuletzt an der Zusammensetzung unserer Linecard, auf der sich neben seit Jahrzehnten etablierten Marktführern wie beispielsweise Epson, Kemet oder WIMA auch etliche besonders innovative Unternehmen finden. So ist SE Spezial-Electronic beispielsweise seit vier Jahren exklusiver deutscher Distributionspartner des Schweizer Wireless-Spezialisten u-blox, inzwischen einer der weltweit führenden Hersteller von ICs und Modulen für die drahtlose Kommunikation.

Weit überdurchschnittliches Wachstumpotenzial bietet auch die enge Partnerschaft mit dem MEMS-Oszillatoren-Pionier SiTime, zumal SE Spezial-Electronic ab sofort als einziges europäisches Unternehmen einen eigenen Programmierservice für SiTime Bauteile bietet. Die programmierbaren Bauteile können via Webshop bequem von Kunden bestellt werden, die Auslieferung der Bauteile erfolgt in der Regel bereits 24 Stunden nach der Bestellung durch den Kunden.

Jüngste Beispiele für die erfolgreiche Suche nach neuen, aus unserer Sicht besonders vielversprechenden Linien sind die Ende letzten Jahres unterzeichneten Distributionsverträge mit dem Sensorspezialisten Amphenol Advanced Sensors und mit NextInput, ein amerikanisches Start-up-Unternehmen, das mit seiner MEMS ForceTouch-Sensortechnologie völlig neue dreidimensional Bedienmöglichkeiten für Touch-Displays und Taster erschließt. Mit den Produkten der beiden letztgenannten Unternehmen sind wir in der Lage, künftig noch mehr kundenspezifische Komplettlösungen für Wachtumssegmente wie beispielsweise Industrial IoT anzubieten.

Erwarten Sie nach der Brexit-Entscheidung und dem Trump-Wahlsieg raueres Fahrwasser für Ihr Unternehmen?

Kurzfristig nein, zumal wir hinsichtlich unserer Kundenstruktur relativ breit aufgestellt sind, und dadurch viel Unwägbarkeiten besser abfedern können. Inwieweit sich die Brexit-Entscheidung und der Trump-Wahlsieg indes langfristig auf den deutschen Elektronikmarkt und SE Spezial-Electronic im Speziellen auswirken werden, wird unter anderem auch von der künftigen Kursentwicklung des Dollars abhängen. Sollte die von Trump angekündigte Neuausrichtung der amerikanischen Finanz- und Wirtschaftspolitik tatsächlich Realität werden, scheinen eine deutliche Dollaraufwertung und als Folge davon ein möglicherweise drastischer Preisanstieg bei elektronischen Bauteilen nahezu unausweichlich.

Weitere Infos rund um die Distribution

Lesertipp: FBDi Directory gratis

Der Fachverband der Bauelemente-Distribution bietet nicht nur Handlungshilfen, Zahlenmaterial und Statistiken zum deutschen Distributionsmarkt für elektronische Bauelemente. Er informiert auch regelmäßig in spannenden Beiträgen, wie die Elektronikindustrie unsere Welt revolutioniert hat und in Zukunft beeinflussen könnte. Interessiert? Dann werfen Sie einen Blick ins FBDi-Directory 17, das in Zusammenarbeit mit der ELEKTRONIKPRAXIS entstanden ist (eventuell ist eine kostenfreie Registrierung erforderlich).

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