Vernetzte Sensoren: Wenn sich die Brücke nicht wohl fühlt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Alle Welt redet von intelligenten Dingen: Maschinen, Gebäude, Autos, Züge und jetzt auch noch Brücken. Was sich wieder nach einem weiteren Buzzword aus dem Umfeld des Internet of Things anhört, ist doch bei näherer Betrachtung äußerst durchdacht.

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Hendrik Härter, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Dank vernetzter Sensorik können sich Brücken selbst überwachen und ihren Zustand mitteilen“
Hendrik Härter, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: „Dank vernetzter Sensorik können sich Brücken selbst überwachen und ihren Zustand mitteilen“
(Bild: Vogel Communications Group)

Sensoren ermitteln den Zustand einer Brücke und überwachen sie, falls Unregelmäßigkeiten auftreten. Ist das der Fall, schlagen sie Alarm. Die Messdaten werden in Echtzeit erfasst: Das können beispielsweise Änderungen in der Struktur oder klassische Sensor-Daten wie Temperatur, Feuchtigkeit oder Korrosion sein. Die Brücke ist damit in der Lage, sich selbst zu überwachen. Das ist äußerst sinnvoll, da Brücken – egal ob für Straßen, Schienen oder Fußgänger – wichtige Bauwerke für unsere Verkehrsinfrastruktur sind.

Auch Geld lässt sich sparen: Müssen bisher Techniker und Statiker in regelmäßigen Intervallen jedes einzelne Bauwerk vor Ort überprüfen, so können sie künftig von einer zentralen Stelle viele Details überwachen. War beispielsweise der Winter kalt und niederschlagsreich, dann hat die Straßenmeisterei viel Salz oder Split gestreut. Gerade das Salz greift die Stahlarmierung der Brücke an. Hier können Korrosions-Sensoren in der Fahrbahn helfen, die Brücke zu überwachen. Die „Vitalwerte“ der Brücke sind dann permanent im Blick und die Verantwortlichen sehen jederzeit den momentanen Zustand des Bauwerks.

Ich bin mir sicher, dass in nicht allzu ferner Zukunft diese Sensor-Daten auch für vernetze Autos zugänglich werden. Dann kann der Autofahrer bereits sehen, in welchem Zustand sich die Brücke befindet und wie stark belastet sie ist und eine alternative Route ermitteln. Mehr noch: Einem vernetzten LKW kann die Überfahrt verwehrt werden, weil er die Brücke zu sehr belastet und sie weiter schädigt.

Außerdem hätte die vernetzte Brücke einen weiteren Nebeneffekt: Wir sind jederzeit über den Zustand unserer Infrastruktur informiert und wissen um den Einsatz unserer Steuergelder.

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