VDMA: Gemeinsame OPC UA Spezifikation lehrt Robotern das Sprechen

| Redakteur: Katharina Juschkat

Industrieroboter sollen untereinander sprechen können, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern kommen. Eine OPC UA Spezifikation ermöglicht das.
Industrieroboter sollen untereinander sprechen können, auch wenn sie von verschiedenen Herstellern kommen. Eine OPC UA Spezifikation ermöglicht das. (Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Bisher gab es keinen einheitlichen Standard für Industrieroboter. Die VDMA OPC Robotics Initiative hat die OPC UA Robotics Companion Specification entwickelt, um das zu ändern. Jetzt ist die Spezifikation als Download erhältlich.

Roboter müssen untereinander problemlos kommunizieren können, um eine digitale und vernetzte Produktion zu ermöglichen. Das ist nicht einfach, wenn Industrieroboter unterschiedlicher Hersteller aufeinandertreffen. Hier setzt die neue OPC UA Robotics Specification des VDMA an, von der nun der erste Part erschienen ist.

Warum ein gemeinsamer Standard wichtig ist

Im Februar 2017 startete die VDMA OPC Robotics Initiative die Entwicklung der OPC UA Robotics Companion Specification. OPC UA ist kein Kommunikationsprotokoll, sondern eine Kommunikationstechnologie. Diese basiert auf einer serviceorientierten Architektur und einem Server-Client-Modell. Der Mehrwert liegt in der Entwicklung eines branchenspezifischen Informationsmodells für die Robotik, welches auch als „Companion Specification“ bezeichnet wird. Der Zugriff und die Datenverwaltung wurden als Grundlage für zukünftige Geschäftsmodelle identifiziert.

Vor OPC Robotics gab es keinen einheitlichen Schnittstellenstandard für Roboter. Anwender wollen einen gemeinsamen Standard für den herstellerunabhängigen Zugriff auf Informationen, und mehr Daten sollten sowohl in Cloud-Anwendungen als auch in anderen IT-Systemen beim Anwender nutzbar sein. An der Gesamtarbeitsgruppe waren rund 35 Unternehmen beteiligt, wobei 14 Unternehmen die Kernarbeitsgruppe für die Erstellung des Informationsmodells bildeten.

Folgende 14 Unternehmen waren in der Kernarbeitsgruppe beteiligt: Epson, Engel, Keba, Beckhoff, Fortiss, ABB,Fraunhofer IGCV, VW, Kraussmaffei, Yaskawa, Mitsubishi Electric, Siemens, Kuka und Unified Automation.

Was die OPC UA Robotics Companion Specification Part 1 bedeutet

Part 1 der Companion Specification befasst sich hauptsächlich mit den zwei wichtigen Anwendungsfällen Asset Management und Condition Monitoring. Das OPC-Robotics-Informationsmodell ermöglicht einen herstellerunabhängigen Zugriff auf Asset-Informationen von Robotersystemen und deren Komponenten. Es bietet auch einen Vergleich der Zustände und Parameter über viele installierte Systeme hinweg, welche die Identifizierung von Anomalien ermöglicht.

Bei dem Proof-of-Concept-Demonstrator können neun Hersteller Daten, die durch das Informationsmodell definiert sind, an ein Microsoft Azure Dashboard übermitteln.
Bei dem Proof-of-Concept-Demonstrator können neun Hersteller Daten, die durch das Informationsmodell definiert sind, an ein Microsoft Azure Dashboard übermitteln. (Bild: VDMA)

OPC Robotics steht für ein komplettes Motion Device System, das eine Liste von Motion Devices (Kinematiken) beinhaltet. Motion Devices können jeder bereits existierende Robotertyp oder sogar ein fiktiver zukünftiger Robotertyp sein. Die Arbeitsgruppe hat ein Proof-of-Concept-Demonstrator entwickelt, bei dem neun Hersteller Daten, die durch das Informationsmodell definiert sind, an ein Microsoft Azure Dashboard übermitteln.

Die OPC UA Robotics Companion Specification Part 1 steht auf der OPC-Foundation-Website und auch auf der VDMA-Website zum Download zur Verfügung.

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Dieser Beitrag ist zuerst auf unserem Partnerportal Elektrotechnik erschienen.

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