VDI will Power-to-X standardisieren

| Redakteur: Thomas Kuther

Unter Einbindung von DVGW und Dechema entwickelt der VDI die benötigten Standards für einen wichtigen Pfeiler der Energiewende.
Unter Einbindung von DVGW und Dechema entwickelt der VDI die benötigten Standards für einen wichtigen Pfeiler der Energiewende. (Bild: VDI)

Für die Umwandlung von Strom in Gas, Kraftstoff oder Wärme gibt es bislang noch keinen Standard. Das möchte der Verein Deutscher Ingenieure jetzt mit der Richtline VDI 4636 Power-to-X ändern.

Die VDI-Gesellschaft Energie und Umwelt (GEU) hat den Startschuss für die neue Richtlinienreihe VDI 4635 Power-to-X gegeben. Power-to-X bedeutet die Wandlung und Speicherung elektrischer Energie in einen Energieträger (Gas, Kraft- oder Rohstoff), Wärme (Power-to-Heat) oder ein Produkt (Grundstoff). Zu den Themen der neuen technischen Regel gehören u.a. die Wasserstofferzeugung, CO2-Abtrennung und Power-to-Chemicals bzw. Power-to-Liquids.

Nach der Energieform eingeteilt spricht man von Power-to-Gas, Power-to-Liquid oder Power-to-Heat. Durch die Interdisziplinarität des Fachgebiets und die noch junge Technologie existiert kein einheitliches System zur Vergleichbarkeit bezüglich Mess- und Nachweismethoden oder der Angabe und Bezeichnung von Systemparametern. Diese Lücke will der VDI mit der neuen Richtlinienreihe VDI 4635 Power-to-X schließen. Auch die Planung und Auslegung von Anlagen wird VDI 4635 thematisieren.

Die Richtlinienreihe ist als Baukastensystem mit mehreren Teilen vorgesehen. Behandelt werden die die Einspeichertechnologien und Umwandlungspfade sowie die erforderlichen Komponenten. Im Detail betrachtet werden die Methanisierung, Wasserelektrolyse/Wasserstofferzeugung, CO2-Abscheidung/-bereitstellung, Methanol-Synthese sowie Wasserbereitstellung und -entsorgung. Eine Arbeitsgruppe zur biologischen und chemischen Methanisierung arbeitet bereits seit einem Jahr am Thema und wird voraussichtlich im ersten Quartal 2020 die Arbeit am ersten Teil der Richtlinienreihe abschließen können.

In der VDI-Richtlinienarbeit sind der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) sowie DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie eingebunden. Dadurch kann erreicht werden, Begriffe zu harmonisieren und Doppelarbeit zu vermeiden. In dem Richtlinienausschuss sind ca. 40 Personen aus Forschungsinstituten, Universitäten, Anlagenbauern, Betreibern, Energieversorgungsunternehmen, Komponenten- und Anlagenherstellern beteiligt. Interessenten können gerne ihren Wunsch zur Mitarbeit im Richtlinienausschuss Power-to-X bei der GEU (geu@vdi.de) bekunden.

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