Genaue Positionsermittlung UWB vorantreiben: Infineon tritt FiRa-Konsortium bei

Redakteur: Michael Eckstein

Als jetzt aktives Mitglied des FiRa-Konsortiums will Infineon die Verbreitung der Ultrabreitband-Technik (UWB) vorantreiben. Besonders Sicherheitsaspekte und Vertrauenswürdigkeit von UWB-Produkten könnten von dem Engagement profitieren.

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Mit seinen Produkten ist Infineon erfolgreich unter anderem bei mobilen Bezahlsystemen. Nun will das Unternehmen die UWB-Technik vorantreiben.
Mit seinen Produkten ist Infineon erfolgreich unter anderem bei mobilen Bezahlsystemen. Nun will das Unternehmen die UWB-Technik vorantreiben.
(Bild: Infineon Technologies)

Die Infineon Technologies AG ist dem von NXP, Bosch und Samsung gegründeten FiRa Consortium als aktives Mitglied beigetreten, um den Ausbau des UWB-Ökosystems zu unterstützen. FiRa widmet sich der Entwicklung und großflächigen Verbreitung der Ultrabreitband (UWB)-Technologie für eine gesicherte Feinortung und Positionierung in einem breiten Spektrum von Anwendungen.

Damit können UWB-Geräte die Position anderer Geräte genau und abgesichert bestimmen und Infrastrukturen in den Bereichen Internet of Things (IoT), Industrie, Unterhaltungselektronik und Smartphones noch einfacher vernetzen. Zusätzlich wird UWB auch bereits in Zugangssystemen für Automobile eingesetzt. Infineon wird seine Expertise bei Security, Konnektivität sowie bei Mikrocontrollern nutzen, um diese Ziele zu unterstützen.

„Die reale mit der digitalen Welt verbinden“ – aber sicher

Infineon, mit seinen Sicherheitsprodukten für vernetzte Systeme sehr erfolgreich, sieht ein großes Potenzial in den UWB-Funktionen für abgesicherte Feinortung und Positionierung. „Wir werden uns aktiv an den Standardisierungsaktivitäten beteiligen und den Einsatz solcher Technologien in intelligenten und vertrauenswürdigen Lösungen für geschützte Transaktionen und Identitätsmanagement unterstützen“, sagt Björn Scharfen, VP Digital Security & Identity. UWB habe ein großes Potenzial, das Angebot von Infineon in den Bereichen Security, Konnektivität und Datenverarbeitung zu erweitern. „Damit unterstützt diese Technologie in vollem Maße unsere Vision, die reale und die digitale Welt miteinander zu verknüpfen.“

Laut Charlie Zhang, Vorstandsvorsitzender des FiRa-Konsortiums und Senior Vice President Engineering, Samsung Research America, arbeiten FiRa-Mitglieder und ihre jeweiligen Vertreter täglich zusammen, um ein neues interoperables Ökosystem auf der Grundlage der UWB-Technologie zu schaffen: „Mit Infineon als neuem Mitglied haben wir nun zusätzliche Expertise, die neue Perspektiven einbringt und uns auf unserem Weg voranbringt.“

Markt für UWB-Technik im Aufwind

Die Dynamik bei UWB hat branchenweit im letzten Jahr stetig zugenommen. Laut ABI Research [1] wird zudem bis 2025 ein deutliches Wachstum des Marktes auf mehr als eine Milliarde Geräte erwartet. Die Technologie ist bereits in vielen führenden Smartphone-Plattformen sowie in ausgewählten Fahrzeugzugangssystemen eingerichtet. Voraussichtlich wird sie sich außerdem in der Industrie, im IoT und in der Unterhaltungselektronik durchsetzen.

UWB ermöglicht die Echtzeit-Positionierung von Geräten innerhalb von wenigen Zentimetern mit sehr geringer Latenz, selbst bei mehreren Geräten in einer überfüllten Umgebung. Dank der integrierten Sicherheit und der hohen Robustheit der Technologie bietet UWB nach Angaben von Infineon eine große Vielfalt an potenziellen Anwendungsfällen in der gesamten Branche.

Cypress-Übernahme erweist sich als geschickter Schachzug

Mit der Übernahme von Cypress im Jahr 2020 hat der Neubiberger Elektronikkonzern wichtige Kompetenzen sowohl im Bereich der Konnektivität – etwa Wi-Fi und Bluetooth – als auch auf dem Gebiet der Mikrocontroller erworben. Als Marktführer bei Leistungshalbleiter-ICs für Automotive, Payment, Identifikation und Embedded Security bietet die Nutzung von UWB Secure Ranging laut Infineon großes Potenzial, um Kunden und Partnerprodukte mit intelligenten und vertrauenswürdigen eigenen Lösungen zu stärken.

Hier kommt das FiRA-Konsortium ins Spiel: Die Akzeptanz der Technologie hängt nach Ansicht von Infineon maßgeblich von der Verfügbarkeit und der einfachen Integrierbarkeit ab – daher sei eine weitreichende Standardisierung der Schlüssel zum Erfolg von UWB ist. Daher wird Infineon den Ausbau innerhalb des FiRa-Konsortiums für alle relevanten Märkte und Geräte aktiv vorantreiben.

Über das FiRa Consortium

Das FiRa-Konsortium mit Sitz in Beaverton, Oregon, USA, ist eine von Mitgliedern getragene Organisation, die sich der Entwicklung und breiten Einführung der Ultrabreitbandtechniken (UWB) widmet. Die Technik ermöglicht gesicherte Feinortungs- und Positionierungsfähigkeiten für ein nahtloses Benutzererlebnis.

Homepage FiRa-Konsortium

[1] ABI Research: Wireless Connectivity Technology Segmentation and Addressable Markets, Q3 2021

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