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User Interface – Die interaktive Steuerkonsole passt sich individuell an

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Nicht nur Autos verfügen über ausgeklügelte Bedienkonzepte: Künftig finden sich Displays auch in Bau- und Materialumschlagmaschinen. Die Bedienumgebung passt sich über ein Profil dem Baumaschinenführer an.

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Bisher gab es unzählige Knöpfe, die gedrückt werden mussten. Künftig beginnt der Maschinenführer seine Arbeit mit einem individualisierten Nutzerprofil.
Bisher gab es unzählige Knöpfe, die gedrückt werden mussten. Künftig beginnt der Maschinenführer seine Arbeit mit einem individualisierten Nutzerprofil.
(Bild: Lorenz/TUD)

Das Cockpit in einem Flugzeug steht seit jeher für die Komplexität an Funktionen und die gesammelten Daten, die zentral auf Displays angezeigt werden. Auch die Autobauer integrieren immer mehr Displays in ihre Fahrzeuge – Geschwindigkeit, Navigation oder der Füllstand von Tank bzw. der Ladestatus des Akkus. Wo in der Mobilität Informationen zusammenfließen, müssen diese aufbereitet und verständlich dem Fahrer angezeigt werden. So auch in einer Baumaschine wie einem Hydraulik-Bagger. Im Projekt INTUSI – Intuitives User Interface zwischen dem Baumaschinenhersteller Liebherr und der Technischen Universität Dresden ist eine spezielle Steuerkonsole entstanden. Denn auch die Baustelle wird zunehmend digital. Das heißt konkret: Menschen kommunizieren mit Maschinen und Maschinen kommunizieren mit anderen Maschinen.

Der Baumschinenführer wird von der Maschine unterstützt. Konkret heißt das: Die Bedien- und Maschinenintelligenz wird miteinander vernetzt. Im neuen Bedienkonzept sind verschiedene Assistenzsysteme integriert und Sicherheitsfunktionen automatisiert. Erkennt die Maschine beispielsweise eine einsetzende Dämmerung, wird der Bediener automatisch auf den veränderten äußeren Zustand hingewiesen und erhält den Vorschlag zum Einschalten des Lichts.

Individuelles Nutzerprofil

Um mit der wachsenden Zahl an Funktionen weiterhin sicher und komfortabel arbeiten zu können, sind die verschiedenen Funktionskategorien thematisch oder situationsbedingt in sogenannte Widgets gegliedert. Das erinnert sehr an die Bedienung eines Smartphones. Denn künftig beginnt der Maschinenführer seine Arbeit mit einem individualisierten Nutzerprofil. Dem Maschinenführer stehen neben seiner aktuellen Tätigkeit die unmittelbar erforderlichen Begleitbedienungen schnell und direkt zur Verfügung, sobald er das Masterbedienelement am Joystick oder in der Konsole betätigt. So öffnet sich auf dem Tablet direkt die Einzelsteuerung der Pratzen (Stützen), wenn mit dem Joystick die Abstützung angesteuert wird. Zusätzlich können die jeweiligen Widgets auch über das direkte Anwählen der entsprechenden Funktionsgruppe auf dem Tablet aufgerufen werden.

Gleichzeitig zeigt der Startbildschirm stets sämtliche Rückmeldungen zum gesamten Maschinenstatus an. Charakteristisch für Baumaschinen ist die sichere Bedienung auch im unwegsamen Gelände. Deshalb sind neben dem Multitouch-Tablet weiterhin haptische Bedienelemente vorgesehen. Maßgebende ist die Integration eines Navigationskreuzes direkt in den rechten Joystick, zu dem ein zusätzliches Drehdrück-Element vorgesehen ist. Das Bedienelement lässt sich personalisieren. Auch die Anordnung der Bedienoberfläche des Tablets lässt sich vom Maschinenführer individuell einstellen und in seinem Fahrerprofil übergreifend speichern.

Die Technischen Designer der TU Dresden haben in diesem Jahr für die Steuerkonsole INTUSI den Bauma Innovationspreis in der Kategorie Design gewonnen.

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