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USA schränken Exporte an Halbleiter-Auftragsfertiger SMIC ein

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die USA haben ein Technologieembargo gegenüber dem größten chinesischen Chiphersteller ausgesprochen. Es bestünde ein „nicht akzeptables Risiko“, dass amerikanische Technologie von SMIC eingesetzt werde, um Chips für das chinesische Militär zu produzieren, heißt es in der Begründung.

Blick auf die SMIC-Zentrale in Beijing. Die USA erschweren per Erlass des Handelsministeriums Exporte an den chinesischen Chiphersteller.
Blick auf die SMIC-Zentrale in Beijing. Die USA erschweren per Erlass des Handelsministeriums Exporte an den chinesischen Chiphersteller.
(Bild: SMIC)

Nach den Technologieembargos, die Huawei treffen, haben die USA ein weiteres bedeutendes chinesisches Elekronikunternehmen ins Visier genommen. Hersteller von Technologien, die zur Fertigung von Halbleitern notwendig sind, dürfen von nun an den chinesischen Chiphersteller Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC) nur nach Erteilung von individuellen Sondergenehmigungen beliefern. Dies meldet die Nachrichtenagentur Reuters mit einen Verweis auf einen Brief des amerikanischen Handelsministeriums von vergangenem Freitag.

SMIC beteuert, über keine Verbindungen zum chinesischen Militär zu verfügen. „SMIC weist darauf hin, dass es Halbleiter herstellt und Dienstleistungen ausschließlich für zivile und kommerzielle Endnutzer und Endanwendungen erbringt“, heißt es in einem Statement des Unternehmens. „Das Unternehmen hat keine Beziehungen zum chinesischen Militär und fertigt nicht für militärische Endbenutzer oder Endanwendungen.“ Das Unternehmen habe von den Plänen des US-Handelsministerium erst erfahren, als es von internationalen Medien zwecks Bestätigung kontaktiert wurde.

Wachstum des Chipfertigers signifikant gehemmt

SMIC verfügt seit dem vierten Quartal 2019 über Fertigungskapazitäten von Chips mit einer Node-Größe von bis zu 14nm in Serie. Für 2020 hatte das Unternehmen ein Investitionsbudget von 4,2 Milliarden US-$ veranschlagt, um seine Prozesstechnologien weiter zu verbessern. Ohne Lithografie-, Maskierungs- und Fertigungstechnologien von Unternehmen aus den USA sind diese Verbesserungen derzeit allerdings nicht möglich.

Laut Schätzungen von Marktanalysten machten Auftragsanfertigungen für Huawei Anfang 2020 noch etwa 20% der Chiplieferungen von SMIC aus. Nachdem die USA in einem Technologieembargo verfügt hatten, dass Unternehmen, die amerikanische Technologien zur Fertigung von Halbleitern verwenden, den Huawei-Konzern nicht länger beliefern dürften, stellte der Weltgrößte Halbleiterfertiger TSMC seine Produktionen für Huawei ein. Seitdem ist SMIC nun einer der wichtigsten verbleibenden Auftragsfertiger für den chinesischen Elektronikkonzern.

Die neuesten, gegen SMIC gerichteten Regulierungen, bedeuten zwar kein "blacklisting" des Unternehmens wie sie Huawei treffen. Es erschwert allerdings die Lieferungen von Technologien an den Chiphersteller signifikant, da individuelle Exportgenehmigungen beantragt werden müssen, um weiter mit SMIC Handel treiben zu können.

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