Krieg in der Ukraine USA: Chinas Tech-Lieferanten sollen Sanktionen gegen Russland einhalten

Von Sebastian Gerstl

Vertreter der US-Regierung erwarten, dass auch Chinas Technologielieferanten wie Foundry-Dienstleister SMIC oder PC-Hersteller Lenovo die Sanktionen gegen Russland aufrecht erhalte, wenn US-Technologie in deren Produkten eingesetzt wird. Die chinesische Regierung spricht sich dagegen weiter gegen Sanktionen aus.

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Die USA wollen Druck auf chinesische Technologielieferanten ausüben, damit sich diese an den gegen Russland ausgesprochenen Tech-Sanktionen beteiligen. Die chinesische Regierung spricht sich entschieden dagegen aus. China zählt zu Russlands wichtigsten Handelspartnern.
Die USA wollen Druck auf chinesische Technologielieferanten ausüben, damit sich diese an den gegen Russland ausgesprochenen Tech-Sanktionen beteiligen. Die chinesische Regierung spricht sich entschieden dagegen aus. China zählt zu Russlands wichtigsten Handelspartnern.
(Bild: Clipdealer)

Die US-Regierung will große chinesische Unternehmen dazu drängen, auf Russland ausgerichtete Strafmaßnahmen einzuhalten, wenn US-Technologie in den chinesischen Tech-Produkten zum Einsatz kommt. Das meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg, die sich auf Aussagen amerikanischer Regierungsbeamter bezieht.

Die Grundlage dieser Haltung der US-Regierungsvertreter geht auf die Zeit des US-chinesichen Handelsstreits und den Einsatz amerikanischer Technologien in chinesischen Endprodukten zurück. Demnach sollen alle Gegenstände, die US-Technologie enthalten, den von den USA gegen Russland ausgesprochenen Ausfuhrbestimmungen unterliegen, auch wenn die Komponenten oder Produkte im Ausland hergestellt wurden.

Bloomberg bezieht sich dabei auf die Aussage eines nicht näher benannten Beamten der US-Regierung. Zu den Technologien zählen insbesondere auch solche, die mit US-amerikanischer EDA-Software entwickelt wurden. Dies richtet sich in erster Linie an die Chip-Foundry Semiconductor Manufacturing International Corp. (SMIC). Unternehmen, die sich den Kontrollen entziehen, könnten von der Technologie aus den USA abgeschnitten werden, berichtete Bloomberg. Führungskräften drohe sogar eine Gefängnisstrafe.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, erklärte am Montag, China lehne den Einsatz von Sanktionen zur Lösung von Problemen ab und werde weiterhin eine normale Handelszusammenarbeit mit Russland betreiben. Er fügte hinzu, dass die Nationen „die legitimen Rechte und Interessen der chinesischen Seite nicht verletzen sollten“.

SMIC weiter auf Schwarzer Liste in den USA

Trotzdem glauben US-Beamte, dass Unternehmen wie SMIC den Handel mit sensibler Technologie einschränken könnten. Man rechne sich aus, dass dort die Hoffnung bestehe, Zugang zu US-Produktionsanlagen zu erhalten, so Bloomberg.

SMIC steht bereits auf einer Liste des US-Handelsministeriums, die in erster Linie darauf abzielte, den Telekommunikationsriesen Huawei zu behindern. SMIC wurde durch Maßnahmen im Handelsstreit zwischen den USA und China behindert, an die Spitze der Chipherstellung vorzustoßen. So wurde unter anderem SMIC 2019 der Zugang zur Extrem-Ultraviolett-Lithografie-Technologie (EUV) verwehrt.

SMIC arbeitet jedoch weiterhin mit US-Chipherstellungsanlagen und ist damit im Vergleich zu anderen chinesischen Herstellern führend. Das Unternehmen kann viele Industrie-, Kommunikations- und Mil-Aero-Chips herstellen. Diese würden auch russische Ausrüstungsunternehmen benötigen. SMIC verzeichnete im Jahr 2021 einen Umsatzanstieg von 39 Prozent, obwohl es weiterhin auf der schwarzen Liste der USA steht. Die Verhinderung des Zugangs zu US-Ersatzteilen und -Wartung für Chipherstellungsanlagen könnte SMICs Fähigkeit, zu arbeiten, beeinträchtigen.

China ist Russlands größter Lieferant von Elektronik. Aus China bezieht Russland ein Drittel seiner Halbleitereinfuhren und die Hälfte seiner Computer und Smartphones. Unterhaltungselektronik wie Smartphones und Laptops für den Privatgebrauch sind dem Bericht zufolge jedoch nicht von den Ausfuhrbestimmungen betroffen.

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