Northrop Grumman LEMV US-Spionage-Luftschiff soll im Juni fliegen

Redakteur: Peter Koller

Trotz bislang bescheidener Testergebnisse scheint das US-Militär weiter auf unbemannte Luftschiffe als Spionage-Plattformen zu setzen: Das LEMV von Northtop Grumman soll Anfang Juni zum Erstflug starten.

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Das Spionageluftschiff LEMV ist schwerer als Luft und fliegt durch den Auftrieb der tragflächenartigen Hülle
Das Spionageluftschiff LEMV ist schwerer als Luft und fliegt durch den Auftrieb der tragflächenartigen Hülle
(Northrop Grumman)

Laut einem Bericht der US-Zeitschrift Wired hat Northrop Grummans Director of Army Programs K.C. Brown auf einer Konferenz in Florida kürzlich bekannt gegeben: "Wir sind bereit, es kann losgehen". Der Erstflug des LEMV – kurz für Long Endurance Multi-Intelligence Vehicle soll demnach zwischen dem 6. und 10 Juni stattfinden. Als Ort ist der Flughafen Lakehurst in New Jersey geplant – der Ort an dem mit der Hindenburg-Katastrophe am 6. Mai 1937 die große Ära der Zeppeline zu Ende ging. Vor schlechten Omen hat man offenbar keine Angst.

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Der gut 100 Meter lange LEMV wurde nach Angaben von Northrop Grumman aus bewährten Komponenten konstruiert und kann eine Sensor-Nutzlast von rund 1250 kg für mindestens 21 Tage in der Luft halten, genauer gesagt in bis zu 30.000 Fuß Höhe. Die Struktur besteht aus einem Kohlefaser-Komposit, die vier Centurion-Motoren stammen dem Vernehmen nach von dem deutschen Hersteller Thielert Aircraft Engines GmbH.

Trotz seine Heliumfüllung ist LEMV schwerer als Luft und fliegt nur durch den Auftrieb, den die Hülle durch ihre spezielle Aerodynamik zusätzlich erzeugt. An Bord ist eine große Anzahl elektronischer Systeme für Überwachung und Kommunikation: Unter anderem Infrarot- und HD-Videocameras sowie mehrere Radar-Systeme.

Falls alles gut geht, soll das LEMV seine Fähigkeiten noch in diesem Jahr vermutlich über Afghanistan unter Beweis stellen. Falls, denn bislang hat das US-Militär mit seinen Luftschiffen – in den vergangenen Jahren wurde eine Milliarde Dollar für mindestens neun Projekt ausgegeben – nicht viel Glück gehabt (Siehe auch Bildergalerie)

HALE-D, der High-Altitude Long-Endurance Demonstrator musste schon bei seinem Erstflug Mitte 2011 notlanden. Dem Projekt soll inzwischen das Geld ausgegangen sein.

Blue Devil 2, ein Luftschiffprojekt der Air Force, wird im Juni offiziell eingestellt, nachdem mehrfach Termine nicht eingehalten und die Kosten überschritten wurden. Zuletzt musste eine extrem hochentwickelte Kamera ausgetauscht werden, weil das Interface nicht zum Kommunikationssystem der Air Force passte, berichtete das Fachportal defensenews.com.

Andere Projekt wie ISIS, eine riesige fliegende Radarantenne, sind noch in frühen Stadien der Enwicklung.

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