Luftfahrt US-Luftfahrtbehörde meldet Zunahme von Beinahe-Kollisionen mit Drohnen

Redakteur: Franz Graser

Die amerikanische Luftfahrt-Aufsichtsbehörde FAA hat im laufenden Jahr bereits 650 Berichte über unbemannte Flugobjekte registriert, die von Zivilflugzeugen gesichtet wurden. Im Gesamtjahr 2014 waren es 238.

Firmen zum Thema

Unbemannte Flugkörper, sogenannte Drohnen, werden als Hobby-Objekte immer beliebter. Allerdings steigt mit der wachsenden Popularität auch das Risiko für die Zivilluftfahrt.
Unbemannte Flugkörper, sogenannte Drohnen, werden als Hobby-Objekte immer beliebter. Allerdings steigt mit der wachsenden Popularität auch das Risiko für die Zivilluftfahrt.

Die wachsende Beliebtheit der Drohnen stellt somit eine potenzielle Bedrohung für den Flugbetrieb dar. Die FAA hat deshalb zum Jahresbeginn ein Regelwerk für den Betrieb von kleinen unbemannten Flugkörpern erlassen.

Unter anderem ist darin festgelegt, dass der Betreiber der Drohne sein Fluggerät zu jeder Zeit im Auge behalten muss. Generell darf das Fluggerät nur in einer Entfernung betrieben werden, die ohne optische Hilfen einsehbar ist.

Außerdem dürfen Drohnen nicht in der Nähe von Flugplätzen und bemannten Luftfahrzeugen betrieben werden. Die bis zum 9. August dieses Jahres gezählten 650 Begegnungen von Flugzeugen und unbemannten Flugobjekten stellen aus Sicht der FAA somit bereits unzulässige Gefährdungen des Luftverkehrs dar.

Da Drohnen auch in Europa immer beliebter werden, ist das Problem nicht nur auf die USA beschränkt. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am 21. Juli 2015 einen Beinahe-Zusammenstoß zwischen einer Drohne und einem Lufthansa-Regionaljet, der sich im Anflug auf den Flughafen Warschau befand.

Das unbemannte Flugobjekt näherte sich der Lufthansa-Embraer auf rund 100 Meter an. Der Jet konnte sicher landen, die Lufthansa-Piloten monierten aber, dass die polnischen Fluglotsen ihren Luftraum besser überwachen sollten.

Die EU will im Herbst Richtlinien für den Drohnenbetrieb herausgeben. Deutschland hat bereits im Juni Regeln erlassen, die den Drohnenbetrieb in einem Abstand von 1,5 Kilometern zu den Begrenzungszäunen von Flugplätzen untersagen.

Wer innerhalb dieser Zone eine Drohne aufsteigen lassen möchte, braucht dafür eine Genehmigung.

(ID:43557006)