Kryptomining-Boom mit Nachspiel US-Börsenaufsicht verhängt Millionenstrafe gegen Nvidia

Die US-amerikanische Börsenaufsicht hat eine Strafe gegen Nvidia verhängt. Die SEC sieht es als erwiesen an, dass Nvidia den Einfluss von Kryptomining auf das Grafikkartengeschäft verschleiert und somit Anleger getäuscht hat.

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Die SEC hat eindeutig festgestellt, dass Nvidia Anleger getäuscht hat. Die Strafe fällt jedoch im Vergleich zu Nvidias-Umsatz nicht besonders hoch aus.
Die SEC hat eindeutig festgestellt, dass Nvidia Anleger getäuscht hat. Die Strafe fällt jedoch im Vergleich zu Nvidias-Umsatz nicht besonders hoch aus.
(Bild: Nvidia)

In den Jahren 2017 und 2018 nahm der Kryptomining-Boom Fahrt auf und die Kurse diverser Währungen schossen durch die Decke. Jeder wollte mitmischen und so konnten Hersteller von Mining-fähigen Grafikkarten Rekordumsätze verbuchen. Auch Nvidia meldete seinen Anlegern Traumumsätze. Anfang 2019 dann eine unerwartete Gewinnwarnung. Der Umsatz im Gaming-Segment fiel im vierten Quartal 2018 von 1,74 Milliarden US-$ in Q3 auf 954 Millionen US-$. Der folgende Wertverlust von Nvidia-Aktien hatte ein Nachspiel. Bereits 2019 reichten Shareholder eine Sammelklage gegen Nvidia ein. Erstmals wurde der Vorwurf der Verschleierung laut. Das Gericht sah 2019 jedoch noch keine ausreichenden Beweise für eine Täuschung der Anleger.

Inzwischen hat die US-Börsenaufsicht festgestellt, dass Nvidia verschleiert hat, welchen Einfluss Kryptomining auf die Umsätze im Grafikkarten-Segment hatte. Fälschlicherweise wurden die Rekordeinnahmen dem Gaming-Sektor zugeschrieben. Das sollte die Bedeutung des Krypto-Booms für die hohen Gesamteinnahmen verbergen.

Die Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) hat eine Stellungnahme veröffentlicht: „In zwei seiner Quartalsreportings für das Geschäftsjahr 2018 meldete NVIDIA ein erhebliches Umsatzwachstum in seinem Gaming-Geschäft. Nvidia verfügte jedoch über Informationen, dass der Anstieg der Gaming-Umsätze zu einem erheblichen Teil auf Kryptomining zurückzuführen war. Trotzdem hat Nvidia in Reportings diese erheblichen Gewinn- und Cashflow-Schwankungen im Zusammenhang mit einem volatilen Geschäft nicht offengelegt, wie es erforderlich gewesen wäre, damit Investoren feststellen konnten, ob die vergangene Leistung tatsächlich ein Indikator für die zukünftige Leistung ist. Die Anordnung der SEC stellt außerdem fest, dass Nvidias Auslassungen wesentlicher Informationen über das Wachstum seines Spielegeschäfts irreführend waren, da Nvidia Aussagen darüber machte, wie andere Geschäftsbereiche des Unternehmens von der Nachfrage nach Kryptowährungen angetrieben wurden, wodurch der Eindruck entstand, dass das Spielegeschäft des Unternehmens nicht wesentlich vom Kryptomining beeinflusst wurde.“

Zudem erklärt Kristina Littman, Leiterin der Crypto Assets and Cyber Unit der SEC Enforcement Division: „Die Offenlegungsfehler von NVIDIA haben den Anlegern wichtige Informationen vorenthalten, um das Geschäft des Unternehmens in einem Schlüsselmarkt zu bewerten.“ Auch wenn die Börsenaufsicht hier deutliche Worte findet, wird die verhängte Geldstrafe Nvidia wohl kaum treffen. Nvidia hat die Vorwürfe weder bestätigt noch abgestritten, allerdings direkt einer Unterlassungserklärung und der Zahlung einer Strafe in Höhe von 5,5 Millionen US-$zugestimmt. Bei einem Umsatz von mehr als 5,5 Milliarden US-$in der Gaming-Sparte allein für das Jahr 2018 kann Nvidia die Strafe also locker wegstecken. Zudem verhindert Nvidia so, dass die Börsenaufsicht weitere Schritte unternimmt.

Quelle: Reuters

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