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Mobiler Multicopter-Startplatz UPS kombiniert Paketzustellung per Lieferwagen und Drohne

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Nicht nur Amazon oder DHL erproben Konzepte zur Päckchenzustellung per Drohne. Der Lieferdienst UPS testet nun in Florida ein eigenes Lieferkonzept: LieferWagen werden mit einem beweglichen Dach ausgestattet, um von unterwegs Drohnen starten und aufnehmen zu können.

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UPS-Truck mit beweglichem Dach und Drohne: In Tampa, Florida, testet der Lieferdienst die Paketzustellung per Drohne. Ein Multicopter kann von einem Lieferwagen aus starten und Päckchen zustellen. Anschließend kehrt das Gerät zum Landedach zurück, auch wenn der LKW zwischenzeitlich weitergefahren ist.
UPS-Truck mit beweglichem Dach und Drohne: In Tampa, Florida, testet der Lieferdienst die Paketzustellung per Drohne. Ein Multicopter kann von einem Lieferwagen aus starten und Päckchen zustellen. Anschließend kehrt das Gerät zum Landedach zurück, auch wenn der LKW zwischenzeitlich weitergefahren ist.
(Bild: UPS)

In den USA ist ein Lieferwagen des Zustellers UPS mit einem beweglichen Dach ausgestattet worden, das als Landebahn für die Drohne dient. Der Multicopter kann so von unterwegs starten, Pakete ausliefern und nach der Zustellung zum Lieferwagen zurückkehren. Die Drohne bringt das Paket die letzten Meter direkt zum Empfänger und landet dann wieder.

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Dabei soll es kein Problem sein, dass sich der Zusteller mit dem UPS -Truck weiter fortbewegt und ebenfalls Bestellungen ausliefert. Der erste Test fand in einem dünn besiedelten Landstrich außerhalb von Tampa (Florida) statt.

Die Drohne flog aus dem geöffneten Dach des Lkws, um ein Stück des Wegs mit dem Paket zum Empfänger zu fliegen und dieses dann abzusetzen, während der Lkw weiterfuhr, und die Fahrerin ein weiteres Paket zustellte. Die Drohne des US-Herstellers Workhorse flog autonom zurück zum Lkw, landete und lud ihre Akkus selbstständig. Der eingesetzte Quadcopter hat eine maximale Flugzeit von 30 Minuten pro Akkuladung und kann Päckchen mit einem Gewicht von bis zu 10 amerikanischen Pfund (etwa 4,5 kg) transportieren.

UPS schickt derzeit täglich um die 102.000 Paketzusteller auf die Straßen. Die Paketzustellung in ländlichen Gegenden ist nach Angaben des Lieferdienstes teuer und kostet die Fahrer viel Zeit. Führe jeder Fahrer am Tag nur eine Meile (1,6 km) weniger, sparte UPS nach eigener Aussage 50 Millionen US-Dollar im Jahr.

Die Multicopter sollen Fahrer nicht ersetzen, da diese "das Gesicht unseres Unternehmens" darstellten. Vielmehr sollen die Flugkörper Zusteller auf ihrer Route unterstützen und entlang der Strecke autonom kleinere Päckchenzustellungen durchführen, ohne dass der Lieferfahrer zu viele Umwege und Zwischenstopps entlang seiner Strecke einlegen muss. Größere, schwerere Pakete liefert der Fahrer hingegen weiter selbst aus.

Der Lieferdienst UPS ist nicht das einzige Unternehmen, dass Konzepte zur Zustellung von Paketen per Flugdrohne oder Multicopter erprobt. In Deutschland testete beispielsweise der Logistikdienstleister DHL Anfang 2016 im bayerischen Reit im Winkl drei Monate lang Paketzustellungen per Drohne. Auch Amazon hat diverse Testmodelle für seinen Lieferdienst Prime Airgetestet, darunter eine Hybrid-Drohne, die für Start bzw. Landung und Lieferstrecken zwischen einem VTOL- und einem Flugzeugmodus wechseln kann.

Wie lange die Testphase bei UPS andauern soll, steht noch nicht fest. In den USA hat die U.S. Federal Aviation Administration (FAA) strenge Auflagen für den Einsatz unbenannter Flugkörper, also Multicopter und Flugdrohnen innerhalb bestimmter Größen- und Gewichtsvorgaben (zwischen 250 g und 25 kg) eingeführt. UPS ist allerdings eines von 35 Unternehmen, dass dem Drohnenberatungskommittee der FAA angehört. Der Lieferdienst will in Kooperation mit der Flugaufsichtsbehörde daran arbeiten, eine sichere Lösung für den kommerziellen Betrieb von Drohnen im amerikanischen Luftraum zu finden.

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