4. Balanced-Scorecard-Studie von Horváth & Partners

Unternehmen setzen zunehmend strategische Landkarten ein

28.08.2008 | Redakteur: Claudia Mallok

Knapp 80% der Unternehmen, die ihre Balanced Scorecards ab dem Jahr 2004 einführten, verwenden strategischen Landkarten (Strategy Maps), um das Potenzial ihrer Balanced Scorecards besser auszuschöpfen. Bei Unternehmen mit früherer Implementierung sind es weniger als die Hälfte, ergab die 4. Balanced-Scorecard-Studie von Horváth & Partners mit 137 beteiligten Unternehmen. Strategy Maps stellen den Zusammenhang der wesentlichen strategischen Ziele grafisch dar.

„Strategy Maps bilden oft den emotionalen Ankerpunkt für die Balanced Scorecard”, erklärt Studienleiter Florian Dachs von der Stuttgarter Mangement-Beratung Horváth & Partners. Das Erstellen der Strategy Maps führe in der Regel dazu, dass Zusammenhänge besser verstanden und auf Plausibilität überprüft werden können. „Insbesondere für die Kommunikation der Strategie sind sie geeigneter als die tabellarische Auflistung von strategischen Zielen.“ 58% der Unternehmen, in denen Strategy Maps eine wesentliche Rolle spielen, nehmen eine Verbesserung der Strategiekommunikation wahr. Bei Unternehmen, die darauf verzichten, sind es 29%.

Dem Konzept der Balanced Scorecard bescheinigt die Studie einen hohen Reifegrad: Jedes zweite der befragten Unternehmen wendet die BSC seit über fünf Jahren an, knapp 30% führten sie bereits 2001 oder früher ein. Die Balanced Scorecard (BSC) ist eine Methode zur erfolgreichen Umsetzung von Unternehmensstrategien, deren Kern darin besteht, die strategischen Ziele eines Unternehmens und seiner Bereiche zu konkretisieren und durch Kennzahlen und Maßnahmen steuerbar zu machen. „Für uns ist das ein relevanter Indikator für die Praxistauglichkeit“, so der Studienleiter. Über 60% der DAX-Unternehmen setzen die BSC ein. 80% der befragten Unternehmen sind mit dem Konzept insgesamt sehr zufrieden.

Erneut zeigte die Studie die positiven Wirkungen der Balanced Scorecard: Die Anwender sind im Drei-Jahres-Vergleich überdurchschnittlich erfolgreich und erzielen ein höheres Umsatzwachstum im Vergleich zum Wettbewerb. Positiver Einfluss zeigt sich unter anderem bei Kennzahlen wie Kundenzufriedenheit (65% Zustimmung), Qualität (65%) Mitarbeiterzufriedenheit (57%) und Kostensenkung (55%). Je intensiver die Nutzung, desto größer ist der Erfolg. So sehen 40% aller Unternehmen, die das Konzept intensiv nutzen, bei sich selbst absolute Stärken in der Strategieumsetzung – bei weniger intensiver Anwendung sind es 7%.

Erstmals nahmen an der Studie auch Unternehmen teil, die die Anwendung der Balanced Scorecard wieder eingestellt haben. Das Ergebnis: Meist war die fehlende Unterstützung durch das Top-Management ausschlaggebend oder die mangelnde Integration in die Führungssysteme. Aber sogar diese Unternehmen bestreiten nicht den Nutzen des Konzepts: Ausnahmslos alle Befragten hielten es für gut möglich, dass die BSC in ihrem Hause eine Renaissance erleben wird. Dass viele der bestehenden Balanced-Scorecard-Anwender bald ebenfalls zu der Kategorie der „Nicht-mehr-Anwender“ zählen werden, ist eher unwahrscheinlich. 90% gehen davon aus, dass das Konzept in ihrem Unternehmen auch in den nächsten drei Jahren noch große Bedeutung hat.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 268257 / Unternehmen & Strategien)