Deutscher Industrial-IoT-Markt verdoppelt sich bis 2022

| Redakteur: Michael Eckstein

Multitalent: Smarte Vernetzung kommt in vielen ganz unterschiedlichen Industriebereichen zum Einsatz.
Multitalent: Smarte Vernetzung kommt in vielen ganz unterschiedlichen Industriebereichen zum Einsatz. (Bild: eco, Arthur D. Little)

Deutschland ist weltweit Spitze: 16,8 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2022 erwarten der Verband der Internetwirtschaft eco und Marktforscher Arthur D. Little für den deutschen Industrial-IoT-Markt.

Die gemeinsame Studie „Der deutsche Industrial-IoT-Markt 2017-2022“ von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. und Arthur D. Little zeichnet ein positives Bild des hiesigen Marktes für smarte industrielle Vernetzung. Demnach werden die Unternehmen ein jährliches Wachstum von rund 19 Prozent erwirtschaften. Zum Ende des betrachteten Zeitraums 2022 sollen jährlich fast 17 Mrd. Euro auf der Umsatz-Uhr stehen – das entspräche mehr als einer Verdopplung des für 2017 erwarteten Gesamtumsatzes.

Das heute bereits größte Marktsegment, die Automobilwirtschaft, wächst laut der Untersuchung mit 20,2 Prozent am schnellsten. Ein starkes Wachstum mit 18,9 Prozent pro Jahr gibt es auch im Maschinen- und Anlagenbau. Beide Segmente machen gemeinsam über 50 Prozent des gesamten Industrial-IoT-Marktes in Deutschland aus. Dies unterstreicht die führende Rolle, die diese Industrien für die deutsche Volkswirtschaft bekleiden.

Insgesamt hat die Studie sieben Marktsegmente untersucht. „Industrial-IoT hat eine essenzielle Bedeutung für den Erhalt und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf den Weltmärkten“, sagt eco Geschäftsführer Harald A. Summa. eco ist mit mehr als 1.000 Mitgliedsunternehmen der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Die sieben in der Studie betrachteten Industrien würden enorme Potenziale entfalten, wenn sie ihre eigenen Stärken mit denen der Internetwirtschaft verbinden würden.

IoT-Markt wird sich in fünf Jahren mehr als verdoppeln

Im internationalen Vergleich ist der deutsche Markt für Industrial-IoT laut der Studie hoch entwickelt. Deutschland zählt mit seiner breit aufgestellten und innovativen Industriestruktur und der hohen Roboterdichte zu den größten Industrie-4.0-Märkten der Welt. Wachstumstreiber für die nächsten Jahre ist laut Studie vor allem die voranschreitende Digitalisierung von derzeit analogen Produktions- und Lieferprozessen. „Die Digitalisierung der Großindustrie und des Mittelstands ist in der Umbruchphase unbequem und in vielen Bereichen schmerzhaft“, erklärt Lars Riegel, Principal der Arthur D. Little GmbH. Industrial-IoT erfordere ein Neudenken der zentralen Wertschöpfungsprozesse oder gar des gesamten Geschäftsmodells. Langfristig würden diese Maßnahmen aber die Position der deutschen Industrie im globalen Wettbewerb sichern, ist der Analyst überzeugt.

Die Studie hat die sechs wichtigsten Markttrends untersucht: Mit Industrial-IoT-Lösungen erhöhen Unternehmen beispielsweise ihre Flexibilität bis zur Auslieferung und machen sich mit „as-a-Service“-Geschäftsmodellen fit für die Zukunft. „Unternehmen wünschen sich individuell zugeschnittene Lösungen mit niedrigem Investitionsbedarf. Anbieter müssen dafür eine klare Strategie in Bezug auf Portfoliotiefe und Kooperation mit geeigneten Partnern festlegen“, sagt Riegel.

Industrial-IoT-Ökosysteme entstehen

Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen ist dabei entscheidend für den eigenen Erfolg, zeigt die Studie: Industrial-IoT-Lösungen setzen sich aus rund 30 Kompetenzen zusammen. „Kein Unternehmen ist in der Lage, die gesamte Wertschöpfungskette alleine abzudecken“, warnt Harald Summa. Bei Industrial-IoT handele es sich um ein Ökosystem-Geschäftsmodell: „Industrieübergreifende Kooperationen sind daher eine Grundvoraussetzung, um für Kunden relevante Services anbieten zu können.“ Unternehmen müssten sich neu orientieren und müssten vor allem für Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette offen sein.

Grundvoraussetzung für diese Entwicklung ist der sichere Austausch der von den Teilnehmern der Ökosysteme geteilten Datenmengen. Daher sind vollumfängliche Security-Konzepte nötig, um auftretende Sicherheitslücken im Kommunikationssystem zu vermeiden und Fernzugriffe auf das Produktionssystem zu kontrollieren.

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