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Umbruch in der Lichtbranche: So startet lichtbasis durch

Die Lichtbranche ist im Umbruch und die Corona-Pandemie hat den Prozess beschleunigt. Auch für die Lichtexperten von lichtbasis heißt das, auf einen veränderten Markt zu reagieren. Doch wie?

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Michael Jakal begann seinen Job am 1. April. Mitten in der Corona-Pandemie. „Wir mussten gleich mit dem Improvisieren beginnen.“
Michael Jakal begann seinen Job am 1. April. Mitten in der Corona-Pandemie. „Wir mussten gleich mit dem Improvisieren beginnen.“
(Bild: pth media)

Mit Licht sind immer Emotionen verbunden – so auch beim Lichtexperten lichtbasis in Estenfeld in der Nähe von Würzburg. lichtbasis versteht sich als individueller Berater und erstellt effiziente Lichtkonzepte. So steht es auf der Homepage. Doch was steckt genau dahinter. Um das zu erfahren, habe ich mich mit dem Geschäftsführer Michael Jakal unterhalten.

Er heißt mich in seinem sehr geräumigen Büro willkommen. Hier fallen gleich die unterschiedlichen LED-Leuchten auf, die seinem Büro ein angenehmes Licht geben. Michael Jakal ist seit dem 1. April Geschäftsführer des Unternehmens. Nach Stationen bei großen Distributoren wie Avnet, Future Electronics und Distrelec jetzt ein mittelständisches Unternehmen. „Ich habe meinen Job mitten in der Corona-Pandemie begonnen, einen richtigen Start gab es nicht, wir mussten gleich mit Improvisieren beginnen.“ Leere Büros, Kollegen im Homeoffice. „Es war eine Stresssituation, aber ich habe viel Unterstützung vom Führungsteam erhalten.“

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Homeoffice ist nicht für alle möglich

Doch nicht jeder konnte ins Homeoffice gehen. Die Mitarbeiter im Lager müssen vor Ort bleiben, um eingehende Bestellungen für den Versand fertig zu machen. „Einer möglichen Schließung haben wir vorgebeugt, indem wir im Lager zwei Schichten eingeführt haben, die in einem wochenweisen Wechsel arbeiten. So müsste im Falle einer Infizierung nur eine Schicht in Quarantäne gehen und der Betrieb könnte normal weiterlaufen.“

Doch zurück zum Lichtgeschäft: „Unser Fokus richtet sich auf zwei Standbeine. Das ist zum einen die Shop- und Retail-Beleuchtung und zum anderen der Handel und Vertrieb von Leuchtmitteln. Das ist unser größtes Geschäft. Wir blicken als lichtbasis auf 20 Jahre reines Leuchtmittelgeschäft zurück. Doch mit der LED hat sich die Lichtbranche sehr stark verändert.“

Obwohl Leuchtmittelhandel und -Vertrieb der größte Umsatzposten sind, stieg die Bedeutung von Lichtanwendungen und deren Einfluss auf den Menschen. Neben dem Design spielt durch die Elektronik jetzt zunehmend die Lichtsteuerung eine entscheidende Rolle. Denn Licht ist in der Lage, sich automatisch seiner Umgebung und auch der Tageszeit anzupassen. „Denken Sie an eine Bürobeleuchtung. Hier kann beispielsweise mit HCL (Human Centric Lighting) das Licht am Morgen noch mit Rottönen starten, die im Laufe des Tages einen immer höheren Blauanteil bekommen.“

Anspruchsvolle Lichtbranche

Die ganze Lichtbranche ist anspruchsvoller geworden. „Wir bieten unseren Kunden die komplette Bandbreite von der Planung bis zur Installation. Wichtig dabei ist für uns immer der enge Kontakt zum Kunden.“ Das ist auch wichtig, denn neben der reinen Beleuchtung kommen jetzt auch Sensoren und Steuerelektronik hinzu. Licht wird intelligent. Das Stichwort heißt Smart Lighting. Die Sensoren ermitteln das Tageslicht und passen das künstliche LED-Licht der Leuchte an den Umgebungsbedingungen im Raum an. So lassen sich neben der Helligkeit auch die Lichtfarbe der Leuchten einstellen.

„Mit cleverer Steuerelektronik ist es möglich, das Licht über den gesamten Tag an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anzupassen. In Büros, Produktionshallen, aber auch in Shops und Supermärkten profitieren Mitarbeiter und Kunden von der intelligenten Beleuchtung mit LED-Licht.“ Doch nicht nur das Licht sorgt für eine positive Stimmung der Kunden im Verkaufsraum und animiert Kunden zum Kauf. „Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, Licht und Klang einfach zu kombinieren und bieten unseren Kunden jetzt ganz neu 360-Grad-Lautsprecher, die sich durch schnelles Plug-and-play an der Stromschiene montieren lassen. So etwas habe ich bisher noch nicht auf dem Markt gesehen.“

Doch aktuell müssen die Experten bei lichtbasis kämpfen. „Gerade im Shop-Retail spüren wir einen Umsatzrückgang, die Läden schließen. Hinzu kam der Shutdown in den einzelnen Ländern Europas. Viele unserer Kunden haben ihre Investitionen zurückgefahren. Das internationale Geschäft ist teilweise zum Erliegen gekommen. Hier waren es vor allem die Länder Spanien und Italien, die auf Null gefahren sind.“ Und trotz des Umsatzrückgangs: wichtig ist der direkte Kontakt mit dem Kunden. Das ist für die gesamte Branche wichtig.

Situation in Deutschland ist entspannter

Die Situation in Deutschland ist hingegen entspannter. „Da unser Außendienst und auch das Montageteam nicht mehr direkt zum Kunden fahren konnten, um ihn vor Ort beraten zu können, wurden auch für uns virtuelle Werkzeuge immer wichtiger. Denn eine komplexe Beratung erfordert den direkten Austausch mit dem Kunden.“

Allerdings sind auch hier Grenzen gesetzt. Denn der Mitarbeiter muss für die Lichtplanung vor Ort sein, die jeweiligen Gegebenheiten sehen, um die Leuchten entsprechend der Umgebung anzupassen. „Nachdem die Kundenberatung wieder vor Ort möglich war, stellte das eine bedeutende Erleichterung für unser Tagesgeschäft dar. Allerdings wollen wir unsere Mitarbeiter nicht in unnötige Gefahr bringen. Deshalb erfolgt die Beratung unserer Kunden vor Ort noch reduziert.“

Auch die Lichtbranche hat unter den Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie gelitten. Doch in dieser Branche gibt es einen massiven Umbruch. „Die Elektronik wird effizienter und kleiner und auch die Datenverarbeitung nimmt zu. Dank dieser Turbo-Entwicklung werden in den nächsten Jahren völlig neue Lichtkonzepte entstehen. Doch dazu sind von unterschiedlichen Seiten Impulse notwendig.“ Deutschland hat gute Chancen, gestärkt aus der Krise zu kommen. „Wichtig ist, dass Unternehmen und Firmen kreativ werden und ihren kreativen Prozess fortsetzen. Das setzt allerdings harte Arbeit voraus und auch schon begonnene Entwicklungen sind konsequent fortzusetzen.“

Produktportfolio weiter ausbauen

Konkret könnte das für ein smartes Gebäude (Smart Building) bedeuten, dass über Leuchten Informationen gesammelt werden oder das mit Licht Daten übertragen werden. „Wir als lichtbasis haben uns für die nächsten Jahre einiges vorgenommen. Das Projekt, Licht und Sound zu kombinieren, ist eine Möglichkeit, die wir ausbauen können. Auch im Verkaufsraum wird Licht in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle einnehmen. Um zu wachsen, müssen wir unser Portfolio weiter ausbauen. Das heißt auch, dass wir Nischen öffnen, in die bisher noch niemand vorgestoßen ist. Dabei darf das Thema Qualität nie aus den Augen verloren werden.“

Mehr Informationen über lichtbasis finden Sie hier!

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Fachredakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.