Optische Speichermedien UltraHD-Blu-rays bedeuten brillante Bildqualität

Redakteur: Robert Di Marcoberardino

Im ersten Quartal 2016 soll der Blu-ray-Nachfolger mit UHD/4k-Auflösung starten. Mitarbeiter der Blu-ray Disc Association (BDA) beantworteten nun in einem Online-Chat die wichtigsten Fragen. Der neue Standard bringt viele Verbesserungen und besiegelt wohl auch das Ende der 3-D-Blu-ray.

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Panasonic möchte den ersten UHD-Blu-ray-Player ab November in Japan verkaufen.
Panasonic möchte den ersten UHD-Blu-ray-Player ab November in Japan verkaufen.
(Bild: Panasonic)

Den Fragen stellten sich konkret Ben Carr vom Audioentwickler DTS und Ron Martin vom Panasonic Hollywood Lab. Sie betonten vor allem die technische Überlegenheit der 4k-Blu-ray gegenüber aktuellen 4k-Streams etwa von Netflix oder Amazon.

So liefert die neue Blu-ray ab Beginn eine Datenkapazität von 66 GB (später auch 100 GB) und wird damit eine permanente Datenrate von 100 Mbit/s erreichen. Das ermöglicht die Übertragung von Videomaterial mit einer Auflösung von 3.860 x 2.160 Pixeln bei einer Farbtiefe von 10 Bit und einer maximalen Wiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde. Zum Einsatz kommt der HEVC-Codec (H.265).

Zum Vergleich: Die aktuellen Blu-rays liefern 25 oder 50 GB an Speicherkapazität und eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel, bei 8 Bit Farbtiefe und maximal 24 Bildern pro Sekunde. Die Datenrate liegt bei maximal 40 Mbit/s.

Ein aktueller 4k-Stream etwa von Netflix kommt derzeit auf eine Datenrate von rund 15 Mbit/s. Zwar wird dabei eine hohe Auflösung übertragen, die tatsächliche Qualität liegt aber oft sogar hinter der von aktuellen Blu-rays zurück.

Da sich die Streaming-Anbieter nach den Breitband-Zugängen ihrer Kunden richten müssen, wird es noch eine Weile dauern, bis 4k hier in höheren Bitraten übertragen wird.

Einen konkreten Starttermin der neuen 4k-Blu-ray-Player gibt es noch nicht. Bei Nachfragen an die Hersteller zur IFA war der Tenor, dass man derzeit noch auf die Verfügbarkeit von notwendigen Bauteilen wartet. Nur Panasonic startet mit dem Verkauf des ersten 4k-Players schon im November — vorerst aber nur in Japan.

Als grobes Startfenster geben die Hersteller und Filmverwerter das erste Quartal 2016 an. Die Filmstudios werden die ersten 4k-Discs wohl auf der Consumer Electronics Show (CES) im Januar präsentieren.

Neben den 4k-Blu-rays werden die neuen Player auch die alten Blu-rays wiedergeben können. Das Abspielen von CDs und DVDs ist nicht zwingend vorgegeben, allerdings werden die Player die Standards mit ziemlicher Sicherheit unterstützen.

Obwohl der Kopierschutz auch eine zentrale Datenbank mit Authentifizierungsschlüsseln vorsieht, wird eine permanente Internetverbindung zum Abspielen der neuen Medien laut BDA nicht notwendig sein.

Die Preise für 4k-Player und -Medien werden zu Beginn vermutlich etwas höher ausfallen, insgesamt aber deutlich niedriger liegen als beim Übergang von DVD auf Blu-ray.

Der Support von 3-D-Blu-rays ist im Standard nicht vorgegeben. Den Herstellern steht es frei, die 3-D-Scheiben zu unterstützen. Für 4k-Blu-rays ist eine 3-D-Wiedergabe aber nicht mehr vorgesehen — was langfristig das Ende für die stereoskopische Wiedergabe im Wohnzimmer bedeuten dürfte.

Die 3-D-Blu-rays starteten vor rund fünf Jahren mit großer Hoffnung seitens der Hersteller. Die stereoskopische Wiedergabe sollte einen Absatz-Boom bei Fernsehern und Medien auslösen. Es wurden auch viele Geräte mit der Technik verkauft, die tatsächliche Nutzung der 3-D-Wiedergabe liegt aber weit zurück. Selbst Samsung liefert seine aktuellen 3-D-Premium-Fernseher heute ohne beiliegende 3-D-Brillen aus.

Die neuen Player müssen außerdem den Farbbereich BT 2020 unterstützen (Color Gamut), der über den aktuellen DCI-P3-Farbraum hinausgeht, der aktuell in digitalen Kinos zum Einsatz kommt.

Die Wiedergabe von High Dynamic Range (HDR) ist für die neuen Player aber keine zwingende Voraussetzung. Player, die es optional unterstützen, müssen dann allerdings den 10-Bit SMPTE 2084 HDR-Standard mitbringen. HDR wird bei Fernsehgeräten gerade eingeführt, wobei eine Vielzahl an Standards angekündigt sind, unter anderem von Philips und Dolby Vision.

Welche Versionen die Player unterstützen und welche Versionen die TV-Hersteller letztlich einbauen, wird sich noch zeigen müssen. Auf der IFA konnten Modelle mit Color Gamut und HDR aber mit einer deutlich überlegenen Bildqualität überzeugen — zumindest im Demomodus.

Interessant könnten für die Nutzer auch die neuen Möglichkeiten zum Anlegen von lokalen Kopien sein: So können 4k-Player die Filme auf internen Festplatten ablegen. Der vorgestellte Panasonic-Player hat dazu etwa eine 3TB-Festplatte verbaut. Das soll das Anschauen von Filmen und Serien auch ohne ständigen Disc-Wechsel erlauben.

Außerdem soll jeder 4k-Film auch mit Codes für abrufbare Streaming-Versionen ausgestattet sein. Damit lassen sich die Inhalte auch auf Smartphones oder Tablets ansehen, allerdings nur in 1.080p-Qualität (1.920 x 1.080 Pixel). Schon jetzt gibt es Blu-ray-Discs, die mit einer zusätzlichen Streaming-Möglichkeit via Ultraviolet aufwarten.

Nicht geäußert haben sich die BDA-Mitarbeiter zur benötigten HDMI-Version. Zum Abspielen der 4k-Medien müssen Player, TV-Geräte und zwischengeschaltete AV-Receiver aber wahrscheinlich mit HDMI 2.0 und dem Kopierschutz HDCP 2.2 ausgestattet sein.

Lediglich zur Anzahl der HDMI-Ausgänge gibt es eine Aussage: Die Player müssen nur einen HDMI-Port mitbringen. Zu Beginn dürften allerdings auch 4k-Player mit zwei Buchsen erhältlich sein. Das würde es erlauben, bestehende AV-Receiver weiter zu verwenden. Die Audiospur könnte dann über den AV-Receiver und die Videospur direkt an den Fernseher ausgegeben werden.

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