Plagiate

Über eine Million gefälschte Halbleiter beschlagnahmt

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Einer von über einer million gefälschten Halbleiterbausteinen, die in einer konzertierten Aktion von Zollbehörden in zwölf europäischen Ländern aus dem Verkehr gezogen wurden. Halbleiter-Plagiate verursachen nicht nur wirtschaftlichen Schaden. Die gefälschten Produkte waren unter anderem für den Einsatz in Transportmitteln wie Autos oder Flugzeugen bestimmt, wo ein Ausfall fatale Konsequenzen haben könnte.
Einer von über einer million gefälschten Halbleiterbausteinen, die in einer konzertierten Aktion von Zollbehörden in zwölf europäischen Ländern aus dem Verkehr gezogen wurden. Halbleiter-Plagiate verursachen nicht nur wirtschaftlichen Schaden. Die gefälschten Produkte waren unter anderem für den Einsatz in Transportmitteln wie Autos oder Flugzeugen bestimmt, wo ein Ausfall fatale Konsequenzen haben könnte. (Bild: OLAF Press Office / Twitter)

In einer europaweiten Aktion haben Zollfahnder über eine Million gefälschte Halbleiter sichergestellt. Die Ermittler stellten in zwölf Ländern, darunter auch in Deutschland, insgesamt mehr als eine Million nachgemachte Dioden, LEDs, Transistoren, ICs und sonstige Chips sicher.

Die zweiwöchige Aktion war vom niederländischen Zoll koordiniert worden und richtete sich vor allem gegen Importe aus China und Hongkong. Die beschlagnahmten Geräte waren vor allem über Postdienste oder Expresskurier in die EU gebracht worden.

Die betroffenen Halbleiterprodukte stammten nicht von den ausgewiesenen Herstellern oder stellten falsch ausgezeichnete, ältere Chips in veränderten bzw. gefälschten Gehäusen dar. Dadurch funktionieren diese Bauteile in der Regel nicht innerhalb der ausgewiesenen Spezifikationen, die sie ab Werk erfüllen sollten. Dies kann bei Spannungsgrenzen oder Temberatur- und Leistungsbereichen schwere Auswirkungen haben.

Der Einbau von nachgemachten Halbleitern kann zu Ausfällen von Computersystemen und schweren Störungen in zivilen und militärischen Sicherheitssystemen führen, teilte das EU-Amt mit. Einige der beschlagnahmten Teile waren für Lkw, Flugzeuge und für den Einsatz in der Medizintechnik bestimmt. Wenn diese Computersysteme versagten, könnten auch Menschenleben gefährdet sein.

Die Operation zur Beschlagnahmung der gefälschten Bauteile wurde in einer gemeinsamen Aktion der Betrugsbekämpfungsbehörde der EU OLAF, Europol und der European Semiconductors Industry Association (ESIA) in den 12 Mitgliedsstaaten des Halbleiterverbands durchgeführt. Speziell ESIA und die im Verband tätigen Unternehmen hatten die örtlichen Zollbehörden geschult, um die gefälschten Halbleiterprodukte sicher identifizieren zu können.

Produktfälschungen sorgen nach Angaben der EU-Behörde für große finanzielle Einbußen bei der europäischen Industrie. Dabei sind nicht nur die Hersteller der Halbleiter betroffen, die gefälschten Produkte können auch großen Schaden für Produzenten von Produkten, in denen die falschen Bauteile verwendet wurden, darstellen - und können potentiell Menschenleben gefährden.

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