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Angemerkt Über die unzähligen Störenfriede im Internet der Dinge

| Autor: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Sind Sie noch voll auf Draht oder schon schnurlos glücklich? Früher hing das Telefon an einem Kabel, Drähte verbanden die HiFi-Lautsprecher mit der Stereoanlage und die Verbindung zum Internet übernahmen Netzwerkkabel – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

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Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Je mehr Geräte Funk als Medium nutzen, umso enger wird es im Äther - und so kommt es immer häufiger zu Störungen."
Thomas Kuther, Redakteur ELEKTRONIKPRAXIS: "Je mehr Geräte Funk als Medium nutzen, umso enger wird es im Äther - und so kommt es immer häufiger zu Störungen."
(Bild: VBM)

Heute dagegen ist schnurlos angesagt: Das Telefon wurde schon vor vielen Jahren von der Leine gelassen, Aktivboxen erhalten ihre Signale über Funk und dank WLAN kommen wir auch schnurlos ins Internet.

Mittlerweile sind viele weitere Funk-Anwendungen dazu gekommen, und täglich werden es mehr. Schnurlose Türklingeln und Lichtschalter vermeiden das Strippenziehen und im Smart Home funken unzählige Sensoren ihre Daten an die heimische Steuerzentrale. Das Internet der Dinge ist mittlerweile allgegenwärtig – was durchaus bequem ist und viele Vorteile bietet.

Je mehr Geräte allerdings Funk als Übertragungsmedium nutzen, umso enger wird es im Äther. Und so kommt es unweigerlich immer häufiger zu Störungen. Dies deckt sich übrigens auch mit den Erfahrungen der Bundesnetzagentur.

So geht die Zahl der Rundfunkstörungen zwar kontinuierlich zurück, Störungen der breitbandigen Datenübertragung in Telefon und Kabelnetzen, bei haushaltsnahen Funkanwendungen wie WLAN und Bluetooth sowie im Mobilfunk nehmen dagegen zu. Insbesondere neue und innovative Funkanwendungen erschweren es, die Ursache von Störungen einzugrenzen und zu beseitigen.

Neben seriösen Anbietern gesetzeskonformer Geräte, tummeln sich auf dem Markt allerdings auch viele schwarze Schafe – häufig aus Fernost. So hat die Bundesnetzagentur im vergangenen Jahr 968.000 Produkte gesperrt, die Funkstörungen verursachen könnten. Ein besonders spektakulärer Fall war die Puppe Cayla, die sich als Wanze entpuppte, die mit Mikrofon und Funksender ausgestattet, Gespräche aus dem Kinderzimmer an eine Firma in den USA weitergeleitet hat.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Redakteur, ELEKTRONIKPRAXIS - Wissen. Impulse. Kontakte.