Feldbusse Über 100 Millionen Profibus- und Profinet-Geräte im Einsatz

Redakteur: Gerd Kucera

Offene Technologien brauchen zur Pflege, Entwicklung und Verbreitung eine unternehmensunabhängige Institution als Arbeitsplattform. Das ist die Aufgabe der PNO e.V. Regelmäßig analysiert sie die gegebene Situation und meldet auch für das abgelaufene Jahr einmal mehr erfreuliche Zahlen.

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Die Gesamtzahl der installierten PROFINET-Geräte stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 22% und hat die Gesamtzahl von rund 40 Millionen Geräten erreicht.
Die Gesamtzahl der installierten PROFINET-Geräte stieg gegenüber dem Vorjahr um mehr als 22% und hat die Gesamtzahl von rund 40 Millionen Geräten erreicht.
(Bild: PNO e.V.)

Für die Technologien Profibus und Profinet wurde die Profibus Nutzerorganisation e.V. (PNO) 1989 als eine Nonprofit-Interessensvertretung von Herstellern, Anwendern und Instituten gegründet. Die PNO wiederum ist Mitglied im 1995 gegründeten internationalen Dachverband PI (Profibus & Profinet International), der weltweit größten Interessengemeinschaft im Feldbussektor.

Ungeachtet der pandemiebedingten Hemmnisse hat PI die Technologieentwicklung und -verbreitung weiter mit Hochdruck vorangetrieben, um Geräteherstellern und Anwendern eine gute Basis für die Zeit bereitzustellen, in der die Gesellschaft und Wirtschaft, in hoffentlich absehbarer Zeit, wieder zur gewohnten oder auch neuen Normalität gefunden haben.

Installierte Profibus- und Profinet-Produkte

Und so konnte auch in dem herausfordernden Corona-Jahr Profinet ein gutes Wachstum erzielen, sodass die installierte Basis inzwischen die 40-Millionen-Marke überschritten hat. IO-Link setzte 2020 seinen Wachstumskurs fort und liefert mit 5 Millionen neuen IO-Link-Geräten die bisher höchste Jahreszahl.

Trotz der pandemie-bedingten Herausforderungen sind die Produkte mit Technologien von Profibus & Profinet International (PI) durch Anwender sehr gut angenommen worden. Die Gesamtzahl der in Anlagen installierten Profibus- und Profinet-Produkte hat mit 104 Mio. eine beeindruckende Schwelle überschritten. Profinet hat hierbei auf Jahressicht die bisher höchste Zahl von 7,3 Millionen Produkten auf den Markt gebracht.

Die Gesamtzahl der installierten Profinet-Geräte stieg gegenüber dem Vorjahreswert um mehr als 22% an und hat die Gesamtzahl von 40 Millionen Geräten erreicht. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 1,7 Millionen Profibus-Geräte auf den Markt gebracht, von denen 800.000 in Anwendungen der Prozessindustrie gingen. Im Verlauf der letzten Jahre hat sich der Anteil der Profibus-Produkte, die in prozesstechnischen Anlagen verbaut wurden, kontinuierlich erhöht und es wird erwartet, dass im Folgejahr die Mehrzahl der Profibus-Produkte für Anlagen der Prozessautomatisierung geliefert wird. In der Fertigungstechnik sind inzwischen etwa viermal mehr Geräte mit Profinet- als mit Profibus-Schnittstelle ausgestattet.

IO-Link und PROFIsafe erreichten Bestzahlen

Bei IO-Link wurde im Jahr 2020 mit 5 Millionen Geräten die bisher höchste Jahreszahl erreicht. IO-Link hat somit auch in schwierigen Zeiten eine Wachstumsrate von 31% erzielt, ein Beleg dafür, dass die Technologie fest in den Anwendungen verankert ist. Die Gesamtzahl der installierten IO-Link-Geräte beträgt jetzt mehr als 21 Millionen.

Bei PROFIsafe wurde mit den im vergangenen Jahr installierten 2,6 Millionen Knoten der Wert vom Vorjahr knapp überschritten. Die Gesamtzahl der installierten PROFIsafe-Knoten liegt demnach bei mehr als 16 Millionen.

„Unsere Technologien stehen beim Anwender für Praxisbewährtheit, Zuverlässigkeit und Zukunftsfähigkeit“, konstatiert Karsten Schneider, Vorstandsvorsitzender der PNO und Chairman von Profibus & Profinet International, „Anwender setzen seit geraumer Zeit in ihren Anlagen im breiten Maße Industrie-4.0-Anforderungen um. Und unsere Technologien stellen hierfür eine profunde Basis zur Verfügung. Mit Omlox haben wir im vergangenen Jahr einen weiteren wichtigen Baustein für flexible und effiziente Produktion in unser Portfolio aufgenommen. Dies belegt unsere Zukunftsorientierung.“

Omlox wird als neuer Industrie-Standard etabliert

Auf der Hannover Messe 2020 etablierten rund 60 Unternehmen den neuen Industrie-Standard einer Ortungstechnologie, Omlox. Omlox ist ein Kunstwort und setzt sich aus dem lateinischen omni (überall) und location zusammen. Mit diesem Industrie-Standard sollen Ortungslösungen verschiedener Hersteller zusammenarbeiten. Funktechnologien wie Ultrabreitband, RFID, 5G oder GPS funktionieren in industriellen Fertigungen oft nur für sich alleine. Der Einsatz solcher Technologien nimmt jedoch zu, weshalb die Unternehmen auf Initiative des Werkzeugmaschinenanbieters Trumpf den Industrie-Standard Omlox ins Leben gerufen haben. Und eben durch ihn sollen sich die verschiedene Lokalisierungstechnologien gemeinsam verbinden lassen. Wie diese Technologie funktioniert, lesen Sie hier. Omlox soll zeigen, wo das Produkt, die Ware, das Material sich gerade befindet und wohin es als nächstes unterwegs ist – in Echtzeit, herstellerunabhängig und für den Mittelstand umsetzbar.

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