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Hofhaus LISI TU Wien gewinnt den Solar Decathlon

| Redakteur: Peter Koller

Der Solar Decathlon ist ein Wettbewerb des US-Ministerium für Energie mit dem Ziel, ein energieautarkes Gebäude für das Wohnen im Jahre 2015 zu entwerfen. In diesem Jahr kommt der Gewinner aus Österreich und hört auf den schönen Namen LISI.

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So sehen Sieger aus: Das Hofhaus LISI des Team Austria gewinnt den Solar Decathlos 2013
So sehen Sieger aus: Das Hofhaus LISI des Team Austria gewinnt den Solar Decathlos 2013
(Solar Decathlon)

Seit 2002 sucht der Solar-Zehnkampf des DOE alle zwei Jahre nach energieautarken Gebäuden für das Wohnen in der Zukunft. Für den Durchgang 2013 wurden von 130 Bewerbern zwanzig Universitäten und Hochschulen ausgewählt, ihre Visionen vorzustellen. Die TU Wien qualifizierte sich neben dem tschechischen Beitrag als eines von zwei europäischen Teams. Das Team Austria geht mit dem Hofhaus LISI (Living Inspired by Sustainable Innovation) an den Start.

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In insgesamt zehn Kategorien gab es Punkte zu holen. Einige Kategorien stützen sich auf Messungen: Im Gebäude wurden Sensoren angebracht, die das Raumklima überwachen, auch die Funktionstüchtigkeit der Warmwasserversorgung und der wichtigsten Elektrogeräte wird genau nach objektiven Kriterien überprüft. Andere Wettbewerbskriterien werden hingegen ausschließlich von einer Jury beurteilt: Fachleute vergeben Punkte für die Architektur, die technologische Qualität oder die Markttauglichkeit des Hauses.

Die Häuser, die allesamt in Irving in Kalifornien aufgebaut wurden, dürfen ihren Energiebedarf nur über selbst produzierten Solarstrom decken, das Warmwasser wird von der Sonne erwärmt. Am Ende lag LISI mit 951.922 Punken klar vorn, gefolgt vom Haus der University of Las Vegas Nevada (947.572) und der Technischen Universität der tschechischen Republik (945.142).

Bei LISI handelt es sich um eine vorgefertigte modulare Holzrahmenkonstruktion, die ein schnelles und einfaches Auf- und Abbauen erlaubt. Auf 60m² Wohnfläche finden ein kompakter Servicekern, der Bad, Schlafzimmer und die gesamte Haustechnik aufnimmt, sowie ein großzügiger, flexibel nutzbarer Wohnbereich Platz, der durch vollständiges Öffnen großflächiger Glasschiebeelemente zu den im Norden und Süden angrenzenden Patios erweitert werden kann.

Je nach raumklimatischen oder sozialen Bedürfnissen der Nutzer kann LISI durch verschiedene, textile Verschattungselemente nach außen vollkommen geschlossen oder geöffnet werden. Im Innenraum sorgt zusätzlich ein ausgefeiltes Heiz- und Kühlsystem für ein optimales Raumklima. Ein interaktives Benutzerhandbuch zeigt hierfür anhand audiovisueller Szenarien, wie sich die Energieströme des Hauses unter variablen Bedingungen optimal nutzen lassen.

Interdisziplinäres Team

Das Team Austria wird von Prof. Karin Stieldorf vom Institut für Architektur und Entwerfen der TU Wien geleitet. In mehreren Lehrveranstaltungen hat sie mit einer Gruppe von Studierenden und gemeinsam mit den TU-Architektur-Absolventen Gregor Pils und Andreas Claus Schnetzer das Solar-Haus LISI entwickelt.

Für umweltgerechtes Bauen ist die Verbindung von Architektur und Bauphysik ganz besonders wichtig. An der TU Wien gibt es eine lange Forschungstradition in diesem Bereich. So wurde etwa ein Simulationstool zur Berechnung der Energiebilanz des Hauses an der TU Wien von Klaus Krec eigens entwickelt.

Ganz maßgebliche Unterstützung kam von den Partnereinrichtungen: Die Fachhochschule St. Pölten arbeitete an der Gebäudeautomation und an der medientechnischen Begleitung des Projektes, die Fachhochschule Salzburg befasste sich mit Holztechnologie und der Innenausstattung des Hauses, das Austrian Institute of Technology (AIT) beschäftigte sich mit Fragen der Haustechnik, die beim Solar Decathlon von besonders großer Bedeutung sind.

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