Halbleiterherstellung TSMC plant weitere Preiserhöhung für Chips

Von Maria Beyer-Fistrich

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Trotz Ukraine-Krieg und Inflation ist die Nachfrage nach Chips weiterhin stark. TSMC plant, auch aufgrund gestiegener Energiekosten, eine Preiserhöhung für Chips.

Nach dem letzten Preisanstieg von 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2021 hat TSMC angekündigt, die Kosten für Foundry-Dienstleistungen nochmal um bis zu sechs Prozent anzuheben.
Nach dem letzten Preisanstieg von 20 Prozent in der zweiten Jahreshälfte 2021 hat TSMC angekündigt, die Kosten für Foundry-Dienstleistungen nochmal um bis zu sechs Prozent anzuheben.
(Bild: TSMC )

Die Preissteigerung gilt für die meisten der Fertigungsprozesse von TSMC und fällt mit 6 Prozent weniger drastisch aus als erwartet. Erst kürzlich hatte Taiwans staatliches Energieunternehmen, Taiwan Power Company, eine Erhöhung der Stromkosten von 15 Prozent für industrielle Nutzer vorgeschlagen. Der Stromversorger selbst ist ebenso von den steigenden Rohstoffkosten betroffen. Da Strom bis zu 30 Prozent der Betriebskosten einer Chipfabrik ausmacht (eine Halbleiterfabrik verbraucht in einem Jahr so viel Strom wie 50.000 Haushalte), ist es wahrscheinlich, dass die Chip-Preise, über die von TSMC angekündigte Erhöhung hinaus, weiter steigen werden.

Erst im vergangenen Jahr hatte TSMC die Preise für Chips, die mit N7- und N5-Prozesstechnologien hergestellt werden, um 10 Prozent erhöht, während die Preise für ältere N16- und dickere Nodes um 20 Prozent gestiegen sind. In den letzten Monaten wurde vermehrt darüber berichtet, dass TSMC eine Preiserhöhung von bis zu 9 Prozent ab 2023 in Erwägung zieht. Ganz so stark ziehen die Preise also zunächst nicht an.

Schaden wird die geplante Preiserhöhung TSMC und anderen Foundries sicher nicht. Auch in diesem Jahr erwarten die Unternehmen Rekordumsätze. Dank langfristiger Auftragsverpflichtungen und hoher Auslastung von bis zu 95 Prozent ist eine Preisentspannung nicht zu erwarten. Immerhin sollen Produktionskapazitäten weiter erhöht werden.

Preiserhöhungen haben Auswirkungen auf die Märkte und da Chips aus vielen Produkten für Endkonsumenten nicht mehr wegzudenken sind, auch Auswirkungen auf den persönlichen Geldbeutel. Gerade im Automobilbereich, in dem Chips in Infotainment, Antriebssträngen, Elektromotoren, Beleuchtungssystemen, Fahrzeugsensoren verbaut sind. Die steigenden Chip-Preise werden wahrscheinlich auch 2023 dafür sorgen, dass die Preise für Autos erneut anziehen.

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