Halbleiterherstellung TSMC hat stärker als erwartet an den Folgen des Erdbebens zu tragen

Redakteur: Franz Graser

Der Chiphersteller TSMC wird offenbar länger als erwartet unter den Folgen des Erdbebens in Taiwan vom 5. Februar leiden. Wie der Online-Dienst DigiTimes mitteilt, wurde eine TSMC-Fabrik stärker als zunächst gedacht in Mitleidenschaft gezogen.

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Die Fab 14 von TSMC im South Taiwan Science Park. Die Fabrik wurde stärker von dem Erdbeben von vor 10 Tagen in Mitleidenschaft gezogen als ursprünglich angenommen.
Die Fab 14 von TSMC im South Taiwan Science Park. Die Fabrik wurde stärker von dem Erdbeben von vor 10 Tagen in Mitleidenschaft gezogen als ursprünglich angenommen.
(Bild: TSMC in Tainan Science Park.JPG / koika/Wikimedia Commons / BY-SA 3.0)

Von dem Erdbeben der Stärke 6,4 war vor allem der Süden der Inselrepublik betroffen, insbesondere die Stadt Tainan. Zehn Tage nach der Katastrophe wird die Zahl der Todesopfer mit 116 angegeben. Davon waren 114 bei dem Einsturz eines Wohnblocks ums Leben gekommen.

Von dem Erdbeben war aber auch ein wichtiger Forschungscampus betroffen, der South Taiwan Science Park (STSP). Dieser Campus beherbergt rund 400 Unternehmen und liegt zwischen Tainan und der Hafenstadt Kaohsiung.

Der STSP ist unter anderem Standort mehrerer Fabriken des Halbleiterherstellers TSMC (Taiwan Semiconductor Manufacturing Company). Der weltweit drittgrößte Halbleiterproduzent der Welt unterhält dort die Fabs 6 und 14. Gestern teilte TSMC mit, dass der Schaden in der Fab 14 größer sei als ursprünglich angenommen.

Wie der taiwanische Informationsdienst DigiTimes berichtet, hatte der Halbleiterhersteller ursprünglich geschätzt, dass die für das erste Quartal 2016 angepeilte Wafer-Produktion wegen des Erdbebens um weniger als ein Prozent zurückgehen werde. Nun teilte TSMC mit, dass die Differenz der geplanten und der tatsächlichen Produktion über ein Prozent betragen werde.

Dennoch ist TSMC optimistisch, seine für das erste Quartal geplanten Umsatzziele von umgerechnet 5,9 bis 6 Milliarden US-Dollar erreichen zu können. Das Jahr 2016 hatte für den Halbleiterhersteller schon vor dem Erdbeben mit einem Wermutstropfen begonnen. Im Januar hatte TSMC laut DigiTimes einen konsolidierten Umsatz von umgerechnet 2,15 Milliarden erzielt. Das ist ein Minus von 18,7 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Innolux, ein Hersteller von LCD-Panels, teilte mit, dass 85 Prozent der Fertigungskapazitäten im STSP inzwischen wieder erreicht seien. Ein Teil der Fertigung sei von den Fabriken im Süden der Insel zu einer Produktionsstätte im Norden verlegt worden, um die Auswirkungen des Erdbebens möglich gering zu halten.

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