Trübe Aussichten: Bei FPGA-Marktführer Xilinx droht Entlassungswelle

| Redakteur: Michael Eckstein

Anpassungsfähig: Rekonfigurierbare FPGAs wie der Xilinx ACAP beschleunigen den Datenverkehr in vielen Rechenzentren, 4G/5G-Basisstationen und etlichen weiteren Anwendungen.
Anpassungsfähig: Rekonfigurierbare FPGAs wie der Xilinx ACAP beschleunigen den Datenverkehr in vielen Rechenzentren, 4G/5G-Basisstationen und etlichen weiteren Anwendungen. (Bild: Xilinx)

Xilinx hat angekündigt, in den nächsten Monaten weltweit rund 7% seiner weltweit rund 5000 Mitarbeiter abzubauen. Zudem hat der Marktführer für programmierbare Logikbausteine seine Teilnahme an der Embedded World kurzfristig abgesagt.

Grund für den Stellenabbau seien einerseits die im Vergleich zum Vorjahr rückläufigen Verkäufe, andererseits die Aussicht, dass sich die Auftragslage in absehbarer Zukunft nach eigener Einschätzung nicht bessern wird. Bislang hält sich Xilinx bedeckt, genauere Informationen über die Regionen und Mitarbeiterfunktionen zu geben, die von den Freistellungen besonders betroffen sein werden.

Nach eigenen Angaben peilt der Marktführer für programmierbare Logikbausteine an, rund 7% seiner weltweiten Belegschaft abzubauen – das entspräche rund 350 wegfallenden Stellen. Dies will er „durch eine gezielte Reduzierung und eine deutlich verlangsamte Einstellung von Mitarbeitern als Ersatz für die Fluktuation“ erreichen. Daraus würden Abfindungskosten resultieren, die zu einer Vorsteuerbelastung von etwa 25 bis 30 Millionen US-Dollar im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2020 führen.

5G-Aufbau langsamer als gedacht

Im abgeschlossenen dritten Quartal seinen Geschäftsjahres 2020 hat Xilinx 723 Mio. US-Dollar umgesetzt und daraus einen Nettogewinn von 162 Mio. US-Dollar erwirtschaftet. Gegenüber dem vorangegangenen Vierteljahr stehen diese Zahlen für einen Rückgang der Verkäufe um 13%, gegenüber dem Vergleichszeitraum 2019 um 10%. Ein Grund dafür sei das schlechter als erwartet laufende Geschäft mit kabelgebundenen und drahtlosen Techniken, die beispielsweise für den Aufbau von 5G-Infrastrukturen, Netzwerken und Rechenzentren eingesetzt werden. Der Ausbau erfolge langsamer als angenommen, erklärt Xilinx-CEO Victor Peng.

Dafür sei nicht zuletzt „anhaltender Gegenwind im Welthandel“ verantwortlich. Eine Besserung sei erst einmal nicht in Sicht. Peng geht davon aus, dass das Umsatzwachstum weiter unter den eigenen früheren Erwartungen liegen wird. „Wir ergreifen daher mehrere Maßnahmen, um unsere Betriebskosten im laufenden Quartal weiter zu senken.“ Diese Maßnahmen seien schwierig, aber notwendig, um „unsere Wachstumsstrategie und unseren Technologieplan voranzutreiben und gleichzeitig ein angemessenes Niveau der operativen Rentabilität zu erreichen“.

Zu diesen Maßnahmen zählt Xilinx auch eine „weitere Reduzierung der diskretionären Ausgaben“, also weniger Investitionen in risikobehaftete Geschäfte – das könnten zum Beispiel angestrebte Firmenzukäufe sein. Ziel sei es, Marktführer bei anpassungsfähigen Plattformen von der Cloud über Edge bis hin zu den Endpunkten zu bleiben. Insgesamt will Xilinx so bereits im nächsten, vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2020 „Einsparungen bei den Nicht-GAAP-Kosten und Betriebsausgaben in Höhe von etwa 17 bis 20 Millionen US-Dollar“ erreichen (GAAP: Generally Accepted Accounting Principles, allgemein anerkannte Rechnungslegungsgrundsätze).

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