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Lasertechnik Trotz zweitem Verlustjahr in Folge schaut LPKF optimistisch nach vorn

| Redakteur: Franz Graser

Der Laserspezialist LPKF verspürt für 2017 Aufwind: Nach dem zweiten Verlustjahr in Folge peilt der niedersächsische Hersteller von Lasersystemen im laufenden Geschäftsjahr wieder einen Gewinn an.

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Dr. Ingo Bretthauer: Der LPKF-Vorstandschef wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr erneuern.
Dr. Ingo Bretthauer: Der LPKF-Vorstandschef wird seinen zum Jahresende auslaufenden Vertrag nicht mehr erneuern.
(Bild: LPKF)

Im Geschäftsjahr 2016 hatte LPKF einen Umsatz von 91 Millionen Euro erzielt. Der Fehlbetrag vor Steuern und Zinsen belief sich auf 6,8 Millionen Euro. Das Geschäftsergebnis wurde laut LPKF durch außerplanmäßige Wertberichtigungen belastet. Ohne diese Sondereffekte würde das Ergebnis ein leichtes Plus von 0,4 Millionen Euro aufweisen, teilte das Garbsener Unternehmen mit.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand einen Umsatz zwischen 92 und 100 Millionen Euro sowie eine EBIT-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) zwischen einem und fünf Prozent. In den Folgejahren will das Unternehmen den Umsatz weiter steigern. Mittelfristig strebt der Vorstand an, wieder EBIT-Margen von mindestens 10 Prozent zu erwirtschaften.

Die Vorzeichen hierfür sind günstig: Der Auftragsbestand lag zum Jahresende mit 28 Millionen Euro um 110 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang erreichte im vergangenen Jahr 106 Millionen Euro und lag damit 28 Prozent über dem des Vorjahres. Der positive Trend im Auftragseingang setzte sich auch in den letzten Wochen fort.

Gleichzeitig hat das Unternehmen die Entwicklung weiter vorangetrieben und mehrere Produkte und Verfahren auf den Markt gebracht, die künftig zum Umsatzwachstum beitragen sollen. Dazu gehört unter anderem ein Verfahren zur Präzisionsbearbeitung von Glas (Laser Induced Deep Etching = LIDE). Das LIDE-Verfahren ermöglicht das Einbringen von präzisen Löchern (Through Glass Via = TGV) und Strukturen in hoher Geschwindigkeit und macht damit den Weg für den vermehrten Einsatz von Glas als Werkstoff in der Mikrosystemtechnik frei.

CEO Dr. Ingo Bretthauer kommentierte das Ergebnis folgendermaßen: „Ein zweites Geschäftsjahr mit Verlusten bietet rückblickend sicherlich keinen Anlass zur Freude. Dennoch haben wir alles dafür getan, um die Voraussetzungen für neues profitables Wachstum zu schaffen.“

Bretthauer selbst wird zum Jahresende als Vorstandschef des Unternehmens ausscheiden. Er hatte dem Aufsichtsrat mitgeteilt, dass er für eine weitere Verlängerung seines Vertrags nicht zur Verfügung stehe. Seine Amtszeit läuft zum Ende des Jahres aus. Er will jedoch zusammen mit dem Aufsichtsrat „für eine adäquate Nachfolge sorgen“, hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

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