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Trotz Corona und schwächelndem Automarkt: Infineon besser als erwartet

| Autor / Redakteur: mit Material von dpa / Sebastian Gerstl

Die Kosten für die Übernahme von Cypress und die Folgen der Corona-Krise haben den Chiphersteller Infineon im vergangenen Quartal in die roten Zahlen gedrückt. Dennoch schlug sich das Unternehmen besser als erwartet und zeigt sich optimistisch.

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Chiphersteller Infineon hat trotz der Auswirkungen der Corona-Krise und der Schwäche der Automärkte im abgelaufenen Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Zudem wird das Management bei seinem Ausblick nun etwas optimistischer.
Chiphersteller Infineon hat trotz der Auswirkungen der Corona-Krise und der Schwäche der Automärkte im abgelaufenen Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Zudem wird das Management bei seinem Ausblick nun etwas optimistischer.
(Bild: Peter Kneffel/dpa)

Trotz roter Zahlen im abgelaufenen Geschäftsquartal kommt Infineon bisher gut durch die Corona-Krise. Der Verlust von 128 Millionen Euro geht auf Kosten von rund 280 Millionen in Zusammenhang mit dem Kauf des kalifornischen Chipunternehmens Cypress zurück - ohne diese wäre Infineon in der Gewinnzone geblieben, sagte Finanzvorstand Sven Schneider am Dienstag.

Zudem hob der Chiphersteller die Prognose für das Gesamtjahr bei Umsatz und Rendite leicht an. Für das laufende vierte Quartal des Geschäftsjahres sei er „vorsichtig optimistisch“, sagte Infineon-Chef Reinhard Ploss. Die Talsohle sei in wichtigen Märkten inzwischen durchschritten.

Coronakrise und schwächelnder Automarkt machen sich bemerkbar

Dennoch macht sich die Corona-Krise auch bei Infineon deutlich bemerkbar. Dass der Umsatz insgesamt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 2,17 Milliarden stieg, war vor allem Cypress zu verdanken, dessen Geschäft seit Mitte des Quartals erstmals mitgezählt wird.

Besonders hart traf die Krise das Geschäft als Zulieferer für die Automobilindustrie. Im größten Geschäftsbereich von Infineon sank der Umsatz trotz des Beitrags von Cypress um 8 Prozent auf 815 Millionen Euro. Ohne die Übernahmen wäre es laut Ploss um rund ein Viertel nach unten gegangen. Allerdings sieht er hier bereits „konkrete Anzeichen einer Erholung“. Alle Indikatoren deuteten darauf hin, „dass das Schlimmste hinter uns liegt“.

Insgesamt habe Infineon die Herausforderung der Corona-Pandemie „bislang gut bewältigt“, sagte Ploss. Das diversifizierte Geschäftsmodell habe sich „gerade auch in Bezug auf die Profitabilität als robust erwiesen“. Zudem profitiere Infineon von der zunehmenden Digitalisierung, die auch durch die Corona-Krise vorangetrieben werde.

Infineon kommt in dieser Situation besonders der zeit über zwei Jahren andauernde Handelsstreit zwischen den USA zu Gute: Während amerikanischen Unternehmen weitgehend untersagt ist, mit chinesischen Firmen zu handeln, und Chinas Regierung viele amerikanische Produkte mit einem Importverbot oder hohen Zöllen belegt, ist das deutsche Unternehmen von diesen Maßnahmen nicht betroffen. Dies wirkt sich besonders gut auf das Geschäft mit Power-Modulen oder Sensoren aus.

Kurzarbeit weitgehend beendet, Cypress-Integration läuft gut

In der Krise hat Infineon an seinen deutschen und Österreichischen Standorten Kurzarbeit eingeführt, diese wird nun aber sukzessive abgebaut. In Dresden und Villach läuft sie bereits aus, in Regensburg und Warstein werde es noch ein paar Monate dauern, sagte Vorstandsmitglied Jochen Hanebeck.

Zum Integrationsprozess von Cypress äußerte sich Ploss positiv. Man trotz der schwierigen Rahmenbedingungen durch Corona komme gut voran. Zudem habe man bereits erste Erfolge bei Kunden erzielt, die man alleine nicht gehabt hätte.

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