Materialforschung Transparentes Aluminium - Fenster und Displays aus Star Trek Material

Redakteur: Sebastian Gerstl

Entwickler des US Naval Research Laboratory (NRL) haben Durchbruch in der Erforschung von Spinel bekannt gegeben. Die Substanz trägt auch den Namen "transparentes Aluminium", in Anlehnung an eine Szene aus dem Film Star Trek IV, in dem Mitglieder des Raumschiffs Enterprise die Formel für das Material ins 20. Jahrhundert bringen.

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Spinel, auch bekannt als transparentes Aluminium, könnte schon Bald für Displays, Smartphones und Linsen zum Einsatz kommen.
Spinel, auch bekannt als transparentes Aluminium, könnte schon Bald für Displays, Smartphones und Linsen zum Einsatz kommen.
(Bild: U.S. Naval Research Laboratory/Jamie Hartman)

Bei Spinel handelt es sich um ein Magnesium Aluminat, an dessen Entwicklung die Forscher des NRL in den letzten zehn Jahren gearbeitet haben. Das durchsichtige, harte Material erreicht einen Wert von 8.0 auf der Mohs-Skala. Zum Vergleich: Gorilla Glas, das bis 2014 vor allem für iPhones zum Einsatz kam, erreicht einen Mohs-Härtewert von 6,8, Saphirglas liegt bei 9,0.

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Allerdings erreicht nach Angaben der Forscher Spinel einen geringeren Brechungsindex als Saphirglas. Diese Eigenschaft dürfte das Material besonders interessant für stabile Bildschirme machen. Dr. Jas Sanghera, Forschungsleiter der NRL, sagte zu den Vorzügen von Spinel: "Der Vorteil ist, dass es deutlich robuster, stärker, härter als Glas ist. So kann es beispielsweise Erosion durch Sand oder Regen widerstehen".

Das NRL kann nun Spinel in kleinem Maßstab herstellen und Stückexemplare mit einem Durchmesser von bis zu acht Inch (etwa 20,32 Zentimeter) produzieren. Dies ist für erste Testanwendungen ausreichend. Das Forschungsteam sieht die Anwendungsmöglichkeiten vorrangig im militärischen Bereich: Das "transparente Aluminium" ist auch gegenüber infrarotem Licht durchlässig und könnte vor allem in Gebieten mit extremen Bedingungen wie Ozeanen oder Wüsten zum Einsatz kommen, denen herkömmliches Glas nicht gewachsen ist.

Im Film "Star Trek IV" reist die Crew des Raumschiffs Enterprise aus dem 23. Jahrhundert zurück ins Jahr 1984, um ein Paar Buckelwale zu bergen. Um diese zu transportieren benötigt die Mannschaft einen großen Tank, der durchsichtig und extrem stabil sein muss. Da die Technologie der relativen Vergangenheit nicht ausreicht, überlässt Chefingenieur Scott dem Mitarbeiter eines Unternehmens die Formel für das futuristische "transparente Aluminium". Die eher skurrile Szene machte das bislang fiktive Material vor allem unter Science Fiction Fans berühmt.

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