Rice University Transparente Elektroden aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen

Redakteur: Peter Koller

Kohlenstoff-Nanoröhrchen scheinen einem breiten Einsatz in Alltagselektronik immer näher zu kommen: Forscher der Rice University gelang es, transparente leitende Schichten aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen zu erzeugen. Sie könnten künftigen flexiblen Touchscreens als Elektroden dienen.

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Rice University Professor Matteo Pasquali und Mitarbeiterin Francesca Mirri mit Proben ihres transparenten Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Films (Credit: Jeff Fitlow/Rice University)
Rice University Professor Matteo Pasquali und Mitarbeiterin Francesca Mirri mit Proben ihres transparenten Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Films (Credit: Jeff Fitlow/Rice University)
(Foto: Jeff Fitlow/Rice University)

Erst vor wenigen Tagen meldeten IBM-Forscher einen Durchbruch beim Erzeugen von Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Transistoren auf einem Wafer, nun legen Wissenschaftler der Rice University auf einem anderen Gebiet nachgelegt. Kohlenstoff-Nanoröhrchen gelten schon länger als möglicher Nachfolger von Indium-Zinn-Oxid bei der Herstellung transparenter Elektroden, wie sie etwa in der Display-Fertigung notwendig sind.

Indium-Zinn-Oxid hat die Nachteile, dass es zum einen in einem Prozess mit hohen Temperaturen und/oder Vakuum aufgebracht werden muss und zum anderen als keramischer Stoff relativ brüchig ist. Durch letzteres scheidet es als Material für künftige flexible Displays aus.

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Beide Probleme könnten durch Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Elektroden behoben werden. Im Rahmen ihrer Forschung sind die Rice-Forscher nun auf eine einfaches und skalierbares Herstellungsverfahren für solche transparente Kohlenstoff-Nanoröhrchen-Filme gestoßen.

Dabei werden besonders große Kohlenstoff-Nanoröhrchen, die etwa 1000 mal so lang sind wie ihr Durchmesser, in Chloroschwefelsäure gelöst. Wird ein Glasplättchen durch die Lösung gezogen, lagert sich darauf ein nur wenige Nanometer dünner und praktisch komplett transparenter, aber dennoch sehr leitfähiger Film aus den Carbon-Nanotubes darauf ab. Die Forscher glauben, dass einem Einsatz in industriellem Maßstab wenig entgegensteht. "Es ist ein wirklich sehr simpler Prozess", so Matteo Pasquali, der Leiter der Forschungsgruppe, die ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe von ACS Nano veröffentlicht hat.

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