Induktivitäten Trafo-Spezialist gibt Gas in Deutschland

Redakteur: Johann Wiesböck

Der dänische Transformatorenspezialist Kohsel verstärkt seine Aktivitäten im lukrativen Markt Deutschland. Fokus sind erneuerbare Energien und Ladeinfrastruktur.

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Jens Niels Haake ist der neue Technische Vertriebsleiter von Kohsel und soll die Geschäfte in Deutschland forcieren.
Jens Niels Haake ist der neue Technische Vertriebsleiter von Kohsel und soll die Geschäfte in Deutschland forcieren.
(Bild: Kohsel)

Das Unternehmen Kohsel will bei erneuerbaren Energien in Deutschland ein gewichtiges Wörtchen mitreden und sieht auch in der schnell wachsenden Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge lohnende Einsatzmöglichkeiten für sein induktives Produktspektrum, das von Transformatoren bis zu Drosseln und Filtern reicht. Aus diesem Grund hat Kohsel erstmals die Stelle eines Technischen Vertriebsleiters besetzt – mit dem ausgewiesenen Branchenkenner Jens Niels Haake. Wir haben ihn in seinem neuen Vertriebsbüro in Solingen gesprochen.

Als neuer Leiter von Kohsel Deutschland kommt ein ganz schöner Berg an Aufgaben auf Sie zu. Wo werden Sie anfangen?

Jens Niels Haake: Ganz wichtig: Ich will den Bekanntheitsgrad von Kohsel in Deutschland erhöhen. Ich will, dass man unseren Namen in jedem Entwicklungsbüro kennt. Ich will deutlich machen, dass eine optimale Zusammenarbeit zwischen uns als Lieferant maßgeschneiderter Produkte und unserem Kunden diesem hilft, selbst bessere Produkte zu entwickeln. Wir helfen den Kunden, ihr Potential zu entwickeln und zu entfalten. Zum Thema Vertrauen gehört selbstverständlich auch, dass der Kunde versteht, dass er auf unsere Liefersicherheit vertrauen kann. Unsere Herstellungsbetriebe sind zertifiziert und auditiert.

Die Anforderungen der Kunden unterliegen einem beständigen Wandel. Mit welchen neuen Produkten wollen Sie in den deutschen Markt gehen?

Zunächst möchte ich deutlich machen, dass wir zusammen mit dem Kunden maßgeschneiderte Produkte für dessen Serienfertigung bereitstellen. Maßanzüge sitzen nun einmal deutlich besser als Konfektionsanzüge. Das heißt, übertragen auf die Technik: Mit einem exakt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Bauteil lassen sich bessere Ergebnisse erzielen als mit einem Bauteil aus dem Katalog, das die Anforderungen nur zu 90 Prozent erfüllt.

Um Ihre Frage zu beantworten: Unser Produktspektrum umfasst ein- und dreiphasige Transformatoren von PCB Transformatoren bis zu einem Leistungsbereich von 230 KVA, außerdem kleine und große Drosseln sowie auch dU/dt Drosseln und Sinusfilter und jede Art von Spulen.

Welche Schwerpunkte setzt Kohsel bei seinem Applikationsspektrum?

Windkraft und generell regenerative Energien sind ein wichtiger Schwerpunkt für uns. In diesem Bereich liefern wir vor allem Transformatoren und Drosseln. Ein weiterer wichtiger Anwendungssektor ist die Umrichter-Technik, die wir mit Drosseln und Filtern beliefern. Stark im Kommen sind Anwendungen in der Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Kunden in diesem Segment bedienen wir mit speziellen LCL-Filtern und Gleichstromdrosseln. Und last but not least liefern wir Ringkerndrosseln und -transformatoren zur Leiterplattenmontage für die allgemeine Elektronik.

Wie schätzen Sie die Erfolgsaussichten für Kohsel für das vor uns liegende Jahr ein?

Wir wollen unsere Zielvorgaben erst mal nicht durch die Decke gehen lassen. Klar hoffen wir schon, den einen oder anderen Auftrag zu bekommen. Aber erst einmal geht es mir darum, den Bekanntheitsgrad von Kohsel zu steigern. Wir wollen als zuverlässiger Partner der Industrie wahrgenommen werden, der seinen Kunden hilft, in einem entwicklungsbegleitenden Prozess die Herausforderungen zu meistern. Übrigens bedeutet Zuverlässigkeit aus unserer Sicht nicht nur, stabile und werthaltige Produkte zu liefern, sondern auch eine verlässliche Lieferbeziehung aufzubauen, die einen in schwierigen Situationen nicht hängen lässt.

Ein wichtiges Element in Ihrer Unternehmensstrategie ist ja die direkte Beratung der Kunden. Wie kriegen Sie das unter Corona-Bedingungen hin?

Wie viele andere auch – wir nutzen Videokonferenzen und sprechen viel am Telefon miteinander. Im Rahmen von Videomeetings stellen wir uns dem Kunden vor und beraten ihn auch. Das kann den direkten persönlichen Kontakt nicht vollständig ersetzen, und wir hoffen, dass wir nach der Pandemie wieder in direkten Kontakt treten können.

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