Trends in der Softwareentwicklung Traditionelle Industrieunternehmen werden zu heimlichen Softwarehäusern

Redakteur: Franz Graser

Egal, ob es um Automobile, Flugzeuge oder die Energieversorgung geht: Der Softwareanteil in herkömmlichen Industrieprodukten steigt. Traditionelle Industriebetriebe werden dadurch zu heimlichen Softwarehäusern. Entwickler profitieren davon.

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Der Softwareanteil an modernen Industrieprodukten steigt. Das Kampfflugzeug F-22 Raptor, das in den neunziger Jahren entwickelt wurde, enthält 1,7 Millionen Codezeilen. Das Elektroauto Chevy Volt ist bereits mit 10 Millionen Zeilen Softwarecode ausgestattet.
Der Softwareanteil an modernen Industrieprodukten steigt. Das Kampfflugzeug F-22 Raptor, das in den neunziger Jahren entwickelt wurde, enthält 1,7 Millionen Codezeilen. Das Elektroauto Chevy Volt ist bereits mit 10 Millionen Zeilen Softwarecode ausgestattet.
(Bild: Coverity)

Das amerikanische Softwarehaus Coverity, das sich auf Lösungen für die Codeanalyse und Softwaretests spezialisiert hat, visualisiert anhand einiger Infografiken die künftigen Entwicklungen im Bereich der eingebetteten Software. Demnach wird Softwarecode in Industrieprodukten – und der Industrieproduktion selbst – immer wichtiger und zum Träger neuer Funktionen und Features.

Im Automobil gehören zum Beispiel automatische Bremssysteme und Antiblockiersysteme, Navigationslösungen, adaptive Lichter und der Tempomat zum Alltag, und auch im medizinischen Bereich sowie in der Energieversorgung nehmen Geräte mit hohem Softwareanteil zu. Ein Herzschrittmacher enthält demnach heute etwa 80.000 Zeilen Programmcode. Das moderne Passagierflugzeug Boeing 787 Dreamliner braucht zum Betrieb seiner Avioniksysteme 6,7 Millionen Codezeilen und das Hybridfahrzeug Chevy Volt (das Schwestermodell des Opel Ampera) kommt auf 10 Millionen Codezeilen.

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Von dieser zunehmenden Bedeutung des Softwarecodes profitieren auch die Entwickler. Coverity hat Daten aus dem US-Arbeitsmarkt zusammengestelt, wonach in den USA die Zahl der Arbeitsplätze für Applikationsentwickler bis 2020 um 28 Prozent auf 691.000 steigen wird. Systementwickler werden sogar noch gefragter sein: Demnach wird bis 2020 der Bedarf nach System-Entwicklern um 32 Prozent auf 500.000 Arbeitsplätze wachsen.

Die Zahl der heute weltweit aktiven Softwareentwickler wird auf sechs Millionen geschätzt, die pro Arbeitswoche 300 Millionen Codezeilen produzieren. Innerhalb eines Jahres mit 251 Arbeitstagen beläuft sich die Gesamtmenge der produzierten Software auf 15 Milliarden Codezeilen, schätzt Coverity.

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