Touchscreen: Plasma verbessert die Glasoberfläche und das Display wird beständiger

| Redakteur: Hendrik Härter

Beide Seiten der Oberflächen werden mit Openair-Plasma behandelt. Damit verbessern sich die Oberflächeneigenschaften eines Displays.
Beide Seiten der Oberflächen werden mit Openair-Plasma behandelt. Damit verbessern sich die Oberflächeneigenschaften eines Displays. (Bild: Plasmatreat)

Verbaute Touchdisplays im Fahrzeug müssen unter allen möglichen Bedingungen eindeutig ablesbar sein. Bevor der Kleber für das optische Bonden aufgetragen wird, wird in einem speziellen Verfahren die Glasoberfläche behandelt. Damit lassen sich die Eigenschaften des Displays verbessern.

Touchdisplays kommen unter anderem in den Bedieneinheiten in Fahrzeugen zum Einsatz und erleben aktuell einen regelrechten Boom. Das kann auch Nico Coenen, Global Business Development Manager der Plasmatreat, bestätigen. „Der Einzug von Touchdisplays in die Automobilindustrie ist ein echter Boom für die Displayhersteller.“ So wird in der Regel für jedes neue Fahrzeugmodell eine neue Produktlinie eingerichtet, da sich die verschiedenen Modelle in Bezug auf Form, Größe und Funktionalität erheblich unterscheiden.

Beispielsweise erfordert eine gekrümmte Anzeige ein völlig anderes Handhabungsverfahren als ein flaches Displaydesign. Der vermehrte Einsatz von solchen Displays führt aber auch zu neuen Herausforderungen, wie beispielsweise die eingeschränkte Lesbarkeit von Displays bei hoher Lichteinstrahlung. Hier bekommt das Openair-Plasma-Verfahren von Plasmatreat eine entscheidende Rolle in der Displayherstellung.

Displays in hellen Umgebungen

Um die Lesbarkeit von Fahrzeug-Displays in heller Umgebung zu verbessern, wird das optische Bonden angewendet. Optisches Bonden ist ein Prozess, der den Luftspalt zwischen dem Deckglas oder dem Touchpanel und dem tatsächlichen Display wie LCD oder OLED mit einem, an den Brechungsindex angepassten, optisch klaren Klebstoff OCA füllt, um die ungewollten Reflexionen zu senken. Dank der Methode verbessert sich die Lesbarkeit im Innen- und Außenbereich, erzeugt eine verbesserte Anzeigeleistung und führt so zu einer deutlich verbesserten Benutzererfahrung und damit auch zu mehr Sicherheit.

Vor dem Aufbringen des OCA, werden die Glasoberflächen mit Openair-Plasma behandelt. Diese Behandlung verbessert die Oberflächeneigenschaften, indem durch den Plasmaeinsatz die Fläche gereinigt wird und sehr reaktive freie Radikale erzeugt werden. Das führt zu einer verbesserten Benetzung der OCA zwischen den beiden zu verklebenden Oberflächen und einer erhöhten Haftung für eine bessere Beständigkeit gegen schnelle Temperaturänderungen.

Oberfläche reinigen und aktivieren

Ein weiterer Prozessschritt besteht darin, die verklebte Baugruppe mit der Elektronik sowie der Vorder- und Rückseite des Touchdisplays in der Endmontage zusammenzufügen. Auch hier ermöglicht die Plasmabehandlung eine Verbindung zwischen den Materialien, die sich typischerweise nur schwer mit einander verbinden lassen. „Ähnlich wie beim Conformal Coating hilft auch hier der Einsatz des Openair-Plasmas die Oberflächen zu reinigen und zu aktivieren, so dass zwischen den Materialien extrem haltbare und widerstandsfähige Verbindungen möglich sind“, sagt Coenen abschließend.

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