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Softwaretechnik Torvalds mahnt mehr Sicherheit im IoT an

| Redakteur: Franz Graser

Linus Torvalds, der Vater des freien Betriebssystems Linux, hat gemahnt, das Thema Sicherheit beim Internet der Dinge nicht hintan zu stellen. Vor allem müsse sichergestellt werden, dass auch Embedded-Geräte patchbar werden.

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Linus Torvalds, der Initiator des freien Betriebssystems Linux, fordert ein Umdenken im Embedded-Umfeld. Hersteller von Geräten, die an das IoT angeschlossen sind, müssen sicherstellen, dass diese Devices mit Sicherheits-Updates versorgt werden.
Linus Torvalds, der Initiator des freien Betriebssystems Linux, fordert ein Umdenken im Embedded-Umfeld. Hersteller von Geräten, die an das IoT angeschlossen sind, müssen sicherstellen, dass diese Devices mit Sicherheits-Updates versorgt werden.
(Bild: LinuxCon Europe Linus Torvalds 03.jpg / Krd, Wikimedia Commons / BY-SA 3.0)

Der Initiator des freuen Betriebssystems sagte auf der Embedded Linux Conference in San Diego, dass Linux nicht unbedingt alle eingebetteten Geräte das richtige Betriebssystem sei. Das liege schon allein daran, dass der Kernel des Betriebssystems immer größer werde. „Wenn Sie an etwas wirklich Kleinem arbeiten, wie zum Beispiel Sensoren, dann brauchen Sie Linux nicht“, sagte Torvalds laut dem Onlinedienst ZDnet.

Laut Torvalds liegt die Bedeutung von Linux im IoT-Umfeld primär bei den sogenannten Smart Devices und an den Stellen, an denen die Informationen aus dem Netz zusammenlaufen, den sogenannten Hubs. Der Vater des freien betriebssystems hält einen einheitlichen Kommunikationsstandard im Internet der Dinge zwar für wünschenswert, ist jedoch Realist genug, um zu sehen, dass es hier mehrere Protokolle geben wird.

Darüber hinaus mahnt Torvalds, das Thema Sicherheit im IoT-Umfeld nicht aus den Augen zu verlieren. Bei einem neuen Geschäftsfeld, so der Finne, sei es zwar oft so, dass die Sicherheit zunächst „die zweite Geige“ spiele. „Aber wenn sich jemand in meine Heizung einhackt und die Temperatur auf 35 Grad einstellt, dann würde mich das schon ärgern“, sagte Torvalds laut dem Bericht von ZDnet.

Ein großes Problem liege darin, dass viele IoT-Geräte derzeit nicht patchbar seien. „Wir müssen einfach sicherstellen, dass es so etwas wie 'nicht patchbar' nicht mehr gibt“, erklärte Torvalds. Häufig liege die Schuld daran nicht bei der Software, sondern bei den Geräteherstellern, die ein Device aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht mit Updates versorgen, wie es bei Android-Smartphones zum Teil der Fall sei: „Natürlich kann Open-Source-Software gepatcht werden. In der Praxis stehen aber oft die Hersteller im Weg“, so Torvalds.

Ein möglicher Lösungsansatz könne vielleicht darin liegen, dass unabhängige Gruppen Betriebssystem-Updates zur Verfügung stellen, wenn die Hersteller dies nicht mehr tun – wie etwa die Gruppe Cyanogen, die Firmware für Android-Geräte entwickelt, die von den OEMS aufgegeben wurden. „Könnte man das nicht auch mit anderen Geräten machen, falls die Hersteller es zulassen?“, fragte Torvalds rhetorisch.

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