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Top-Trends 2018: Von Realitätserweiterungen und Künstlicher Intelligenz

| Redakteur: Michael Eckstein

Allein mit Augmented-Reatilty-Apps werden Anbieter 2018 100 Mio. Dollar umsetzen: Eine Analyse von Deloitte zeigt, für welche Techniktrends Konsumenten im nächsten Jahr ihr Geld ausgeben.

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Wissen was wo ist: Augmented Reality überlagert der realen Umgebung digital weiterführende Informationen
Wissen was wo ist: Augmented Reality überlagert der realen Umgebung digital weiterführende Informationen
(Bild: clipdealer)

Marktanalyst Deloitte schätzt in seinem aktuellen Bericht „TMT Predictions 2018“, dass bis Ende nächsten Jahres weltweit 800 Millionen Premium-Smartphones im Umlauf sein werden, die leistungsfähig genug sind, auch anspruchsvolle AR-Anwendungen zu unterstützen. Konsumenten werden dann auf Zehntausende AR-Apps zugreifen können.

Auch die Künstliche Intelligenz steht demnach in den kommenden Monaten vor wesentlichen Fortschritten. Neue Chip-Typen beschleunigen KI-Anwendungen signifikant, und Unternehmen verstärken ihr Engagement. Gegenüber 2017 wird sich die Zahl von KI-Projekten verdoppeln, schätzt Deloitte. Tatsächlich sind dies auch die Top-Themen der CES in Las Vegas: Die Leitmesse für Consumer Electronics öffnet am 9. Januar 2018 ihre Pforten.

Erweiterte Realität: Augmented Reality vor dem Durchbruch

In der Augmented Reality überlagern digitale Bilder die echte Umgebung. 2018 wird für die Entwicklung ein entscheidendes Jahr, ist Deloitte überzeugt: „Die Zahl AR-optimierter Smartphones steigt, Inhalte werden zunehmend fotorealistisch“, erklärt Dr. Andreas Gentner, Partner und Leiter TMT EMEA bei Deloitte.

„Content-Anbieter präsentieren Zehntausende neuer AR-Apps, die 2018 für sich genommen weltweit einen Umsatz von rund 100 Millionen US-Dollar generieren.“ Der Mehrwert für das Smartphone-Ökosystem liege jedoch deutlich höher – schließlich soll sich die Augmented Reality zu einem wichtigen Treiber für Gerätenutzung, Smartphone-Verkäufe und Downloads bestimmter App-Typen wie Shopping, Games und Social Networks entwickeln.

„Augmented Reality ist nicht zuletzt aufgrund der immer besseren Darstellungsqualität einer der Top-Trends der CES“, sagt Gentner. „2018 können Nutzer dank AR unter anderem Einkäufe vor dem Kauf virtuell ausprobieren, beispielsweise ihre echte Wohnung mit digitalen Möbeln einrichten.“ So entstehe eine ganz neue Anwendererfahrung. Wichtigstes Zugpferd für AR würde jedoch vorerst der Games-Markt bleiben.

Maschinen werden immer schlauer

Zum wesentlichen Entwicklungstreiber im Bereich der Künstlichen Intelligenz soll sich im Jahr 2018 Machine-Learning (ML) entwickeln. ML ermöglicht Systemen, durch Erfahrungen automatisiert zu lernen und sich ohne entsprechende Programmierung zu verbessern. In Deutschland verdoppelt sich im kommenden Jahr die Zahl von Machine-Learning-Implementierungen und -Pilotprojekten bei großen und mittelständischen Unternehmen. Bis zum Jahr 2020 ist laut Delloitte eine weitere Verdopplung der ML-Projekte zu erwarten.

„Ein Megatrend der CES ist die wachsende Bedeutung der Künstlichen Intelligenz in Smartphones“, blickt Gentner voraus. Hier liege der Fokus vor allem auf neuer Chiptechnologie, die die Nutzung von Machine-Learning-Apps vorantreibt, stromsparend ist und dabei deutlich leistungsfähiger und flexibler ist. „Da die Anzahl kompatibler Smartphones weiter steigt, wird die Weiterentwicklung von KI ein Wachstumstreiber in den kommenden Jahren bleiben“, ergänzt Gentner.

Always on - auch im Flugzeug

Deloitte hat ermittelt, dass 2018 weltweit eine Milliarde Flugreisen durchgeführt werden, bei denen Internetsurfen und/oder Sprachtelefonie an Bord möglich sein wird. Das entspricht etwa jedem vierten Passagierflug. Diese In-Flight Connectivity (IFC) stellen die Airlines entweder über Satellit oder per „Air to Ground“-Technologie bereit.

In den kommenden zwölf Monaten sollen weltweit weitere 1.600 bis 2.000 Maschinen mit IFC-Technologie ausgerüstet werden. Auch die Lufthansa-Gruppe bietet mittlerweile sogar auf Kurz- und Mittelstrecken Internet an Bord ihrer Maschinen an. Laut deloitte lohnt sich das: Im nächsten Jahr werden Airlines demnach knapp eine Milliarde US-Dollar mit den kostenpflichtigen Internet-Diensten erlösen.

Digitale Medien-Abonnements auf dem Vormarsch

Die Marktbeobachter geben noch eine interessante Prognose: Ende nächsten Jahres sollen in Industrieländern über die Hälfte der erwachsenen Mediennutzer mindestens zwei reine Online-Medienabonnements abgeschlossen haben. Bis Ende 2020 wird sich nach Einschätzung der Auguren diese Zahl auf vier verdoppeln. Treiber der Entwicklung sind besonders Video-on-Demand-Abonnements (VoD), die sich bereits in 40 Prozent der deutschen Haushalte befinden.

Den Trend zu mehreren Abos würden unterschiedliche Faktoren forcieren: Sportrechte werden zunehmend unter verschiedenen Anbietern aufgeteilt, Serienfans müssen mehrere Abonnements abschließen, um alle gewünschten Inhalte sehen zu können. Neben Video sind zudem Musikstreaming-Dienste populär. News-Abos spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Insgesamt würden im kommenden Jahr weltweit 350 Millionen Mediennutzer 680 Millionen Online-Abonnements abgeschlossen haben.

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