Entwicklungsumgebung

Tool-Chain für TriCore-Derivate

08.10.2007 | Redakteur:

Das EasyRunTC1796-Board von pls und HighTec
Das EasyRunTC1796-Board von pls und HighTec

Eine komplette Entwicklungsumgebung für Infineons TriCore-Mikrocontroller und ein TC1796-Starterkit bieten HighTec EDV-Systeme und pls Programmierbare Logik & Systeme gemeinsam an.

Zu der vornehmlich für Industrieapplikationen entwickelten „Tricore System Development Plattform“ (TSDP) zählen die Code-Blocks-IDE und das plattformunabhängige, auf GNU basierende TriCore-Compilersystem von HighTec, bei dem der Zugriff auf spezielle Funktionen der TriCore-Controller direkt aus der Hochsprache heraus erfolgen kann.

Teil der TSDP ist auch das PXROS-HR, eine spezielle Variante des HighTec-eigenen Echtzeit-Betriebssystems. Es bietet zusammen mit den Memory-Protection-Registern der TriCore-MCU einen hardwarebasierten Speicherschutz. Mit dieser Gesamtlösung wird eine sichere Integration von Software-Komponenten propagiert, was besonders für sicherheitskritische Anwendungen und robuste Industrielösungen von Vorteil sein soll. Abgerundet wird das Paket durch weitere bei der Entwicklungsarbeit und im Test hilfreiche Tools, wie das Software-Oszilloskop PXosci.

Für das Debugging und den Test der Applikationen verfügt die TSDP über eine direkte Anbindung an die Universal Debug Engine (UDE) von pls. Die UDE kann dabei mit allen erforderlichen Einstellungen direkt aus Code-Blocks heraus gestartet werden, was einen Funktionstest des Programms auf der Zielhardware vereinfacht. Mit der UDE lassen sich auch PXROS-HR-Applikationen mit Speicherschutz testen.

Grafische Aufbereitung der Systemzustände

Eine für den PXROS-Debug-Monitor PXmon entwickelte Bibliothek gestattet der UDE, den JTAG-Debug-Kanal als schnelles Kommunikationsmedium zum Datenaustausch mit einer laufenden PXROS-HR-Applikation zu nutzen. Grafisch aufbereitet werden Systemzustände wie der Stack-Verbrauch einzelner Tasks, die Ablaufreihenfolge von Tasks, die Prozessorauslastung durch einzelne Applikationsteile, sowie die Auslastung von Ressourcen.

Ein Programm-Trace ist mit der UDE bis zur höchsten Systemtaktfrequenz möglich, wobei bis zu 1 MSamples aufgezeichnet werden können. Als Kommunikationsgerät zum Zielsystem dient ein Universal Access Device (UAD2 oder UAD2+), das einen in Hardware realisierten JTAG-Bus-Controllers und einen CAN-Bus in einem Gerät kombiniert. Der JTAG-Controller ermöglicht Datentransferraten von bis zu 3,5 MByte/s, ein weiteres unabhängiges Teilsystem erlaubt die kontinuierliche Aufzeichnung aller Nachrichten auf dem CAN-Bus.

Die Tool-Chain kann mit dem TC1796-Starterkit „EasyRunTC1796“ evaluiert werden. Es enthält neben den bereits erwähnten und für das Starterkit im Leistungsumfang teilweise limitierten Softwarekomponenten ein neues TC1796-Evaluationboard, das mit seiner Hard- und Firmware die Leistungsfähigkeit der TriCore-Architektur aufzeigt.

API: Eigene Softwarekomponenten entwickeln

Auf dem Board integriert sind neben der TC1796-MCU 1 MByte MRAM mit 35 ns Zugriffszeit, Ethernet-, USB-2.0- und Mircro-SD-Card-Interfaces sowie weitere Schnittstellen wie LIN, CAN, konfigurierbare I/O-Pins, GPTAs, A/D-Kanäle. Als Debug-Schnittstellen sind JTAG und OCDS-Level II für Programm-Trace vorgesehen.

Die PXROS-HR-basierte Firmware des Boards befindet sich im Flash: Funktionalitäten wie Task mit TCP/IP-Kommunikation, Task für Lesen und Schreiben auf SD-Karten, Task für CAN-Kommunikation, Task zur Ansteuerung von Portpins, Frequenzmessung etc. stehen dem Anwender als API zur Verfügung. Mit der API lassen sich eigene Softwarekomponenten entwickeln, in das Basissystem laden und debuggen. Dies erlaubt eine einfache Inbetriebnahme und Evaluierung der Applikation, ohne die TriCore-Architektur von Beginn an bis ins letzte Bit verstehen zu müssen.

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