Netzteile

Tipps zur richtigen Messung von Kenngrößen am Schaltnetzteil

Seite: 5/5

Firmen zum Thema

Wichtige Hinweise zu medizinischen Netzteilen

Medizinische elektrische Geräte (ME-Geräte) werden zum Beispiel in Arztpraxen, Ambulanzen, Krankenhäusern und Altenpflegeheimen eingesetzt. Seit etwa einem Jahr gilt für medizinische Systeme zum Einsatz für den Heimbedarf eine neue Regelung. Diese so genannten Home-Care-Geräte dürfen nur als Schutzklasse 2 (ohne Schutzerde) betrieben werden. Infolge dessen werden an die Stromversorgung medizinisch genutzter Geräte spezielle sicherheitstechnische Anforderungen gestellt.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 13 Bildern

In Europa, USA, sowie nahezu allen anderen Ländern gelten für die Entwicklung und den Betrieb von ME-Geräten sehr umfangreiche, teilweise ähnliche, gesetzliche Regelungen, Vorschriften und Normen. Die Sicherheit kann nur garantiert werden, wenn jede Komponente des Gesamtgerätes den entsprechenden Normen entspricht. Mediztechnisch eingesetzte Geräte müssen im Gegensatz zu Industriesystemen allpolig gegen Überlast und Kurzschluss geschützt sein.

Bei Magic-Power-Netzteilen sind daher zwei Sicherungen bereits im Eingang der Stromversorgung vorhanden. Eine weitere Aufgabe des Netzteils ist es die doppelte Isolierung zum Primärkreis herzustellen. Die Prüfspannung (Primär zu Sekundärseite) wird bei doppelter oder verstärkter Isolierung von 3000 VAC (Industrie) auf 4000 VAC (Medizin) erhöht.

Ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal sind die einzuhaltenden Luft- und Kriechstrecken. Während für Industriegeräte – die nach IEC60950 geprüft werden – bei Basisisolierung eine Luftstrecke von 2, 0 mm bzw. bei Kriechstrecken 2,2 mm vorgeschrieben sind, vergrößert sich der Abstand bei Medizingeräte – die nach IEC60601-1 geprüft werden – auf bis zu 8 mm.

Sehr geringer primärer Ableitstrom

Eine Besonderheit des Netzteiles MPM-U305 360-720W für den Medizineinsatz ist der sehr geringe primäre Ableitstrom von <150 µA. Somit können zwei Netzteile auch für Leistungen bis 720 W genutzt werden und erfüllen immer noch die strengen UL-Vorschriften (IABL<300 µA). Das Netzteil lässt sich für Anwendungen mit und ohne Patientenkontakt einsetzen.

Die Ausgangsspannung beträgt nominell 24 V, kann aber mithilfe eines eingebauten Potentiometers zwischen 19 und 27 V eingestellt werden. Der Wirkungsgrad des Netzteiles ist bis zu 93%. Die Eingangsspannung beträgt 90 bis 264 V – bei Netzfrequenzen von 47 bis 63 Hz.

Eine Vollausstattung an Zulassungen bringt das Gerät von Hause aus mit. An Board sind die EN60601-1 3rd edition, CB60601 2nd und 3rd edition und die UL60601-1. Das Netzteil steht auch mit den Ausgangsspannungen 12 V (Modell MPM-U303), 36 V+5 V (Modell MPM-U30R) und 48 V+5 V (Modell MPM-U30T) zur Verfügung. Optionale ausgangseitige Module wie beispielsweise Gleichstrom-USV, Multiausgang oder Redundanzmodul sind auf Anfrage erhältlich.

* Dipl.-Ing Heidrun Seelen ist Vertriebsleiterin, MBA Frank Cubasch ist Geschäftsführer bei Magic Power Technology, Neudahn.

(ID:44706438)