Elektronik lernen TinkerBots macht Roboter bauen zum Kinderspiel

Redakteur: Peter Koller

Nach den LittleBits kommen jetzt die TinkerBots: Kleine Elektronikmodule, die sich nach dem Vorbild von Lego kombinieren lassen, wachsen sich zu einem Trend aus.

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Die Module gibt es auch in Bunt
Die Module gibt es auch in Bunt
(Tinkerbots)

Mit den Elektronik-Bausteinen LittleBits hat die MIT-Absolventin Ayah Bdeir einen Hit gelandet. Von den kleinen Modulen, mit denen sich eine Vielzahl von elektronischen Systemen aufbauen lässt, wurden vor allem in den USA bereits hunderttausende verkauft:

Ein ähnliches Konzept, allerdings mit einer etwas stärkeren Zuspitzung speziell auf Robotik kommt nun aus Deutschland: TinkerBots.

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TinkerBots ist ein Baukastensystem, das es Kindern ab 5 Jahren ermöglichen soll, nahezu unendlich viele verschiedene Spielzeugroboter zu bauen, diesen Bewegungen beizubringen und so zum Leben zu erwecken. Die Notwendigkeit von Verkabelung oder Programmierung entfällt. TinkerBots-Module lassen sich ganz einfach miteinander verbinden und sogar mit LEGO Bausteinen kombinieren.

Zentrales Element von TinkerBots ist ein roter Würfel namens Power Brain, der sozusagen als Gehirn agiert. Er enthält eine Akku-Stromversorgung, ein Bluetooth-Modul und einen Arduino-kompatiblen Mikrocontroller. Über Konnektoren an den Seiten des Würfels werden Strom und Daten an die anderen Module übertragen, die unterschiedliche Motoren, Sensoren oder Greifwerkzeuge enthalten.

Kleine passive Bausteine in Form von Würfeln, Dreiecken oder Quadern, welche keine Elektronik beinhalten, dienen dazu den Robotern mehr Details zu verleihen und sie so individuell anzupassen. TinkerBots ist außerdem mit LEGO Bausteinen kompatibel, so dass Kinder mit ihnen noch mehr Details in ihre Kreationen einbauen können.

Drei Arten der Steuerung

Eine sehr simple Programmierung von Bewegungen erfolgt über einen integrierten Record-and-Play-Modus, der Bewegungen speichert und reproduziert. Eine zweite etwas fortschrittlichere Methode ist eine Steuerung über eine App. Drittens lassen sich die TinkerBots dank ihrer Arduino-Kompatibilität auch über in C geschriebenen Programme steuern.

„Inspiriert von meiner eigenen Faszination für LEGO Spielzeuge kam mir die Idee zu TinkerBots“, erklärt Leonhard Oschütz, Kreativdirektor und Mitgründer der Berliner Kinematics GmbH, die TinkerBots auf den Markt bringt. „Im Rahmen meiner Masterarbeit zum Thema „Traummaschine“ kam ich auf die spannende Idee, einen Baukastensatz zu entwickeln, der genauso einfach zu handhaben ist wie LEGO. Gleichzeitig sollte er aber auch die Möglichkeit bieten, sich selbstständig bewegende Spielzeuge eigenhändig zu schaffen. Das ist genau das, was Kinder aber auch junggebliebene Erwachsene mit TinkerBots machen können.“ Seine Partner bei Kinematics sind Dr. Matthias Bürger und Christian Guder

Schon während der Entwicklungsphase, stieß TinkerBots auf reges Interesse und gewann zahlreiche Preise. Zuletzt erhielt TinkerBots auf der weltweit größten Computermesse CeBIT den „CeBIT Innovations Award 2014“. Laut der Jury „hat der Baukasten das Potenzial, auch Jugendliche und technikinteressierte Erwachsene an das Thema Robotik heranzuführen.“

TinkerBots wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2015 für 159 US-$ erhältlich sein. Vorabbestellungen können aber bereits auf der Crowdfundingseite Indiegogo vorgenommen werden, wo das Projekt sein Finanzierungsziel von 100.000 US-$ bereits um fast 100% übertroffen hat.

LittleBits kooperiert mit der NASA

Neuigkeiten gibt es derweil auch von LittleBits: Dort hat man sich mit der US-Raumfahrtbehörde NASA zusammengetan und ein spezielles Raumfahrt-Set entwickelt (siehe Bildergalerie). Das LittleBits-Spacekit für 189 US-$ ermöglicht etwa den Bau eines Mars-Rovers und erläutert die Grundlagen wissenschaftlicher Experimente im Weltall.

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