Quartalszahlen von Texas Instruments TI: Sattes Plus, aber eher verhaltener Ausblick

Redakteur: Michael Eckstein

Als erster großer US-Chiphersteller veröffentlicht TI seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal – und gibt einen Ausblick auf das dritte Quartal. Letzterer ist nicht ganz so gut wie von Analysten erwartet – die Börse reagiert prompt.

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Sitara AM2x: Gerade hat TI ein neues Portfolio an Mikrocontrollern (MCUs) vorgestellt. Die Bausteine bieten viel Rechenleistung und sind für den Einsatz in Echtzeitsteuerungs-, Analyse- und Netzwerk-Anwendungen gedacht.
Sitara AM2x: Gerade hat TI ein neues Portfolio an Mikrocontrollern (MCUs) vorgestellt. Die Bausteine bieten viel Rechenleistung und sind für den Einsatz in Echtzeitsteuerungs-, Analyse- und Netzwerk-Anwendungen gedacht.
(Bild: Texas Instruments)

Der US-Chipkonzern Texas Instruments (TI) hält im laufenden dritten Quartal auch einen Umsatzrückgang im Vergleich zum zweiten Jahresviertel für möglich. Die Erlöse werden bei 4,40 bis 4,76 Milliarden US-Dollar (3,73 bis 4,03 Mrd Euro) erwartet, teilte Texas Instruments am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Analysten prognostizierten bisher im Durchschnitt 4,59 Milliarden Dollar für das dritte Quartal.

Im zweiten Jahresviertel erreichte der Umsatz dank einer starken Nachfrage in den Bereichen Industrie-, Automobil- und Unterhaltungselektronik 4,58 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 41 Prozent zum schwachen, durch Corona geprägten Vorjahresquartal. Analysten hatten für das zweite Quartal mit weniger gerechnet.

Rich Templeton: „Starkes Geschäftsmodell“

In den TI-Kerngeschäften sei der Umsatz im Bereich Analog um 6 % und im Bereich Embedded Processing um 2 % gegenüber dem Vorquartal gewachsen, teilte Rich Templeton, TIs Chairman, President und CEO mit. „Im Vergleich zum Vorjahr wuchs der Umsatz im Bereich Analog um 42 % und im Bereich Embedded Processing um 43 %.“

Für die letzten 12 Monate weist TI einen operativen Cashflow von 7,5 Milliarden US-Dollar und einen freien Cashflow von 6,5 Mrd. US-Dollar sowie 39 % des Umsatzes aus. Laut Templeton unterstreiche dies die Stärke des TI-Geschäftsmodells: „Dies spiegelt die Qualität unseres Produktportfolios sowie die Effizienz unserer Fertigungsstrategie wider, einschließlich der Vorteile der 300-Millimeter-Analog-Produktion."

Produktionskapazität erhöht durch Kauf von Micron-Fab

Erst Ende Juni hatte TI bekanntgegeben, die 300-mm-Halbleiterfabrik von Micron Technology in Lehi (Utah/USA) für 900 Millionen US-Dollar kaufen zu wollen.

Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Unternehmen am 30. Juni unterzeichnet. Bis Ende 2021 abzuschließen soll die Akquisition abgeschlossen sein. Dazu sagte Templeton: „Diese Investition soll unseren Wettbewerbsvorteil in der Fertigung und Technologie stärken und ist Teil unserer langfristigen Kapazitätsplanung."

Über Dividenden und Aktienrückkäufe habe man in den letzten 12 Monaten 3,9 Milliarden US-Dollar für die Anteilseigner erwirtschaftet, sagt Templeton. Dabei hätte die Dividende 56 % des freien Cashflows repräsentiert. "Das unterstreicht die Nachhaltigkeit", kommentiert der TI-Chef.

Trotz Gewinn: Aktie gibt nach

Unter dem Strich stand im zweiten Quartal ein Gewinn von 1,93 Milliarden Dollar, ein Plus von 40 Prozent. Trotzdem geriet die Aktie nachbörslich unter Druck und verlor über drei Prozent.

Texas Instruments ist der erste große US-Chiphersteller, der Quartalszahlen vorlegt. Das Unternehmen produziert vor allem für die Industrie- und die Automobilbranche. Das Unternehmen liefert daneben auch Mikrocontroller, die Alltagsgeräte wie Fernseher und Waschmaschinen aber auch Medizinapparate steuern.

Mit Material von dpa

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