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Thunderbolt – 7 Dinge, die man über die neue PC-Schnittstelle wissen sollte

| Redakteur: Peter Koller

Wie erwartet hat Apple als erstes Unternehmen den neuen Schnittstellen-Standard Light Peak von Intel in sein MacBook Pro integriert – und ihn dabei gleich in Thunderbolt umbenannt. Intel hat unterdessen den Schleier über den technischen Details des neuen PC-Schnittstellen-Standards gelüftet.

Wie schnell ist Thunderbolt wirklich?

Zum Start verfügt Thunderbolt über eine Bandbreite von 10Gb/s per Port. Allerdings funktioniert die Technik laut Intel bidirektional, so dass die Bandbreite gleichzeitig in beide Richtungen als Full Duplex zur Verfügung steht.

Im Vergleich dazu kommt die aktuelle Implementierung von USB, die Version 3.0, nur auf eine Bandbreite von 4,8 Gb/s. Intel hat auch bereits angekündigt, die Thunderbolt-Bandbreite im Verlauf des kommenden Jahrzehnts auf bis zu 100 Gb/s aufbohren zu wollen.

Was wird über Thunderbolt übertragen?

Das zugrundeliegende Protokoll nimmt quasi zwei existierende Protokolle Huckepack: Zum einen PCI express x4 zur Übertragung von Daten sowie DisplayPort für Darstellungsinformationen.

Der Vorteil dieses sogenannten Protokoll-Mappings: Für das Betriebssystem des Rechners erscheinen Thunderbolt-fähige Peripheriegeräte als PCI-express- oder DisplayPort-Geräte – und können über die entsprechenden Standardtreiber angesprochen werden.

Welche Stecker und Kabel kommen bei Thunderbolt zum Einsatz?

Thunderbolt verwendet die bekannten DisplayPort-Stecker und Buchsen, allerdings gekennzeichnet durch ein Blitz-Symbol.

Auch wenn Light Peak ursprünglich als optische Technologie entwickelt wurde und später auch optische Kabel zum Einsatz kommen sollen: Zunächst werden bei Thunderbolt herkömmliche Kupferkabel verwendet. Der Vorteil: auf diese Weise können auch rund 10 Watt Leistung für die Energieversorgung der Peripherie übermittelt werden, ähnlich wie bei USB.

Wie sieht die Controller-Architektur von Thunderbolt aus?

Intel hat hierfür eine Single-Chip-Architektur geschaffen. Der Thunderbolt-Controller integriert PCIe X4-, DisplayPort- und Thunderbolt-Schnittstellen mit einem Thunderbolt-Protocoll-Switch und einem PCI Express Switch.

Intel betont ausdrücligh, dass der Controller Hardware-agnostisch ist. Er benötigt also keinen Intel-Prozessor als Host-System.

Wie viele Geräte lassen sich an eine Thunderbolt-Buchse anschließen?

Thunderbolt besitzt eine Dasy-Chain-Architektur, das heißt, es lassen sich mehrere Geräte hintereinander an die gleiche Buchse anschließen. Intel spricht von maximal sieben Geräten, die pro Buchse unterstützt werden.

Maximal zwei davon können hochauflösende DiplayPort v.1.1a Bildschirme sein. Am Ende der Schlange können darüber hinaus sogar Nicht-Thunderbolt-Geräte via Adapter eingebunden werden, zum Beispiel Festplatten mit eSATA-Anschluss.

Für welche Anwendungen ist Thunderbolt gedacht?

Thunderbolt zielt auf Anwendungen, bei denen in kurzer Zeit große Datenmengen übertragen werden müssen. Das sind zum einen typische Backup-Anwendungen. Laut Intel lässt sich der Inhalt einer Blu-Ray-Disk innerhalb von 30 Sekunden übertragen.

Darüber hinaus hatte Intel bei der Entwicklung der Schnittstelle offenbar die Echtzeitbearbeitung von Audio und HD-Video im Blick. Aus diesem Grund wurde das Protokoll auf sehr geringe Latenz und sehr präzise Zeit-Synchronisation getrimmt.

Auch die Möglichkeit, hochauflösende Bildschirme auf diese Weise anzusteuern, spricht für diese Einsatzgebiet.

Welche Geräte mit Thunderbolt gibt es schon zu kaufen?

Leider fast noch keine. Zwar sind seit Donnerstag die neuen MacBook-Pro-Notebooks von Apple mit der Thunderbolt-Schnittstelle verfügbar. Peripherie dazu gibt es aber noch nicht.

LaCie hat als einer der ersten Unterstützer für den Sommer das Speichersystem Little Big Disk mit zwei SSD-Festplatten und Thunderbolt-Schnittstelle angekündigt.

Allerdings hat bereits eine große Zahl von Herstellern von Sony über Avid bis zu Western Digital ein Bekenntnis zu Thunderbolt abgegeben, so dass die Auswahl bald deutlich steigen sollte.

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Die Amis haben das Talent, den Dingen immer bescheuertere Namen zu verpassen  lesen
posted am 26.02.2011 um 17:46 von Unregistriert


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