Jenaer Leiterplatten

Thüringer Leiterplattenspezialist feiert 15-jähriges Bestehen

23.10.2007 | Redakteur: Claudia Mallok

Sven Nehrdich, Geschäftsführer der Jenaer Leiterplatten setzt auf Service, Qualität und Kompetenz in Technologie und Beratung
Sven Nehrdich, Geschäftsführer der Jenaer Leiterplatten setzt auf Service, Qualität und Kompetenz in Technologie und Beratung

Seit 15 Jahren agiert die Jenaer Leiterplatten GmbH als freier Leiterplattenhersteller auf dem Markt. Die Erfahrung der ehemaligen Leiterplattenproduktion der Forschungsabteilung im Carl-Zeiss-Kombinat reicht sogar 33 Jahre zurück. Das auf Klein- und Mittelserien ausgerichtete Unternehmen erreicht aktuell Platz 19 in der Produktionsstatistik der deutschen Leiterplattenhersteller.

650 aktive Kunden, vorrangig mittelständische Unternehmen, die Industrieelektronik produzieren, zählt die Jenaer Leiterplatten GmbH (JLP) in Thüringens Technologiezentrum zu ihren Kunden. Das Geschäftsjahr 2006, das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit der 15-jährigen Eigenständigkeit des Unternehmens, schloss der Leiterplattenhersteller mit einem Umsatz von 11,2 Mio. € ab. Aktuell liegen die Thüringer mit 85 Mitarbeitern auf Platz 19 der Produktionsstatistik der Leiterplattenhersteller Deutschlands.

Exakt 33 Jahre Erfahrung hat das Unternehmen in der Herstellung von Leiterplatten. Seit 1974 werden in der früheren Leiterplattenproduktion der Forschungsabteilung im Carl-Zeiss-Kombinat Leiterplatten produziert. Nach der Ausgründung der Leiterplattenfertigung in die neugegründete Jenoptik AG im Jahr 1990 übernahm der private Unternehmer Rainer Wiedemann das Unternehmen, das seit April 1992 als freier Leiterplattenhersteller erfolgreich am Markt agiert.

Vor allem Leiterplatten kleiner und mittlerer Serien mit einem hohen Variantenmix werden in Jena produziert. Das Typen- und Technologiespektrum reicht von einseitigen Leiterplatten bis zu 24-lagigen Multilayern. Im Dreischichtbetrieb beträgt die monatliche Produktionskapazität rund 3500 m² Leiterplattenfläche. Schwerpunkt sind Musterleiterplatten sowie Aufträge im Eildienst mit einer Lieferzeit von drei bis zehn Arbeitstagen und Supereilaufträge in weniger als drei Arbeitstagen.

Standardlieferzeiten kontinuierlich gesenkt

„Bei Bedarf können einseitige Leiterplatten auch in zweieinhalb Stunden durch die Fertigung laufen“, betont Geschäftsführer Sven Nehrdich. Die schlanke Unternehmensstruktur, die flexiblen Einsatzmöglichkeiten der hervorragend ausgebildeten Mitarbeiter sowie deren langjährige Erfahrung ermöglichten diese Schnelligkeit. Aber auch durch die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten und permanente Straffung der innerbetrieblichen Organisation wurden die Standardlieferzeiten kontinuierlich gesenkt.

„Qualität, Liefertreue und die hohe Beratungskompetenz bis zur gemeinsamen Projektentwicklung“ schätzen unsere Kunden, so der Geschäftsführer. So gehört JLP zu den Spezialisten auf dem Gebiet der Herstellung und Messung impedanzkontrollierter Leiterplatten. Dazu beigetragen hat die Einführung der Impedanzmessung mithilfe der Hard- und Software von Polar. In verschiedenen Referenzobjekten wurde die Zuverlässigkeit in der Herstellung und Messung der impedanzkontrollierten Leiterbahnen bestätigt.

Experte für impedanzkontrollierte Leiterplatten

„Jenaer Leiterplatten ist für uns ein kompetenter Partner für impedanzkontrollierte Leiterplatten“, betont Wolfgang Kühn, Bereich Leiterplattenproduktion bei Carl Zeiss in Jena. „Gemeinsam“, so Kühn, „haben wir mehrere Projekte vom Entwicklungsstadium bis zur Serienreife bearbeitet. Aufgrund der praktischen Erfahrungen von Jenaer Leiterplatten konnten wir die Schaltungsvorgaben optimal umsetzen.“

Auch Heribert Popp vom Schalter- und Tastaturenspezialisten RAFI in Ravensburg lobt die Beratungskompetenz: „Besonders die intensive fachliche Beratung ist für uns wichtig. Mit der Erfahrung von JLP ist die Funktionalität unsere Leiterplatten zu gewährleisten. Die umfangreiche Messung und Protokollierung der Impedanz für jede Lieferung zeugt von Professionalität.“

Aktuell verfügen die Jenaer über 4000 m² Produktionsfläche im 1993 neu gebauten Werk, das 1999 erweitert wurde. Inzwischen ist eine erneute Erweiterung der Fläche in Planung mit dem Ziel, die Produktionsabläufe zu verbessern und die Kapazitäten im High-Level-Bereich auszubauen.

Stets am neuesten Stand der Technik orientiert

Seit dem Beginn der Leiterplattenfertigung habe man sich am neuesten Stand der Technik orientiert. Eine der wichtigsten Investitionen im technologischen Bereich stellte beispielsweise die Anschaffung einer vollautomatischen Fotostrecke dar, die 2003 in Betrieb genommen wurde. Herzstück der Linie ist der automatische Belichter HAP 5020, seinerzeit die erste Installation in Europa, der mit kollimiertem Licht und 4-facher Ausrichtung der Leiterplatten eine Passgenauigkeit von ±5 µm erreicht.

In diesem Jahr wurden unter anderem in ein chemisch Nickel-Gold-Automat der Firma MKV mit Chemie von Umicore Galvanotechnik sowie eine neue Klimaanlage, um in der Fertigung konstante Umgebungstemperaturen sicherzustellen, investiert. Zum Anlagen- und Maschinenpark gehören zudem moderne Zweispindel-Fräs- und Bohrmaschinen von Schmoll. „Diese kontinuierliche technologische Entwicklung ermöglicht eine Fertigung auf dem höchsten Stand der Technik“, betont der Geschäftsführer. So sind derzeit beispielsweise Feinstleiterstrukturen von 100 µm oder 0,2 mm Bohrdurchmesser als Standardfertigungsnormen für die Produktion freigegeben.

1,8-Millionen-Euro-Investitionen in den nächsten zwei Jahren

Mit Blick auf eine gleichbleibend hohe Produktqualität bei weiter steigenden technologischen Anforderungen an die Leiterplatte ist in den nächsten zwei Jahren die Einführung verschiedener neuer Anlagen mit einem Investitionsvolumen von rund 1,8 Mio. € geplant. „Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass mit der neuen Anlagen- und Verfahrenstechnik modernste Ausrüstung mit hohem Automatisierungsgrad eingebracht wird, um die Voraussetzungen für das Hochtechnologiesegment zu schaffen“, erklärt der Geschäftsführer.

Noch in diesem Jahr soll eine vollautomatische Desmear-Direktmetallisierungsanlage sowie eine Röntgenregistrier-Bohrmaschine für hochlagige Multilayer installiert werden. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für den Einsatz einer Plasmareinigungsanlage für die Bohrlochreinigung von Sondermaterialien sowie einer Hole-Plugging-Anlage im kommenden Jahr an.

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