Open-Source

FreeRTOS-Betriebssystem wird kommerziell

14.05.2007 | Redakteur: Martina Hafner

Der Erfinder des FreeRTOS Richard Barry leitet das Supportteam für OpenRTOS und SafeRTOS bei Wittenstein in Bristol.
Der Erfinder des FreeRTOS Richard Barry leitet das Supportteam für OpenRTOS und SafeRTOS bei Wittenstein in Bristol.

Um seine Kunden von den Verpflichtungen der GNU General Public License zu entbinden bietet Wittenstein das freie Betriebssystem FreeRTOS jetzt auf Wunsch auch unter einer kommerziellen Lizenz an. Außerdem ist ab sofort auch eine IEC-61508-zertifizierte Version erhältlich.

Um die 1000 Downloads verzeichnet das von Richard Berry geschriebene Open-Source-Betriebssystem FreeRTOS zurzeit pro Woche. Die sehr kompakte Technologie (Kernel benötigt unter 4KBytes ROM) ist unter einer modifizierten GPL kostenlos im Internet verfügbar. Dies bedeutet allerdings auch, dass Änderungen, die während der Entwicklung getätigt wurden, veröffentlicht werden müssen.

„Obwohl keine Anforderungen bestehen, den Applikationscode offen zu legen, sind viele Unternehmen mit diesem Lizenzierungsmodell nicht einverstanden“ erklärt David Cowling, Technical Director bei Wittenstein. „Daher bieten wir mit OpenRTOS diesen Anwendern grundsätzlich die gleiche Technologie, jedoch unter einer kommerziellen Lizenz und mit professionellem Support. Dies befreit sie von den Einschränkungen, die die GPL mit sich bringt.“

OpenRTOS basiert komplett auf der FreeRTOS-Technologie. Der skalierbare Echtzeitkernel ist für 13 offizielle Mikrocontroller-Architekturen wie ARM 7 und ARM 9, Coldfire oder Cortex M3 verfügbar, sowie für diverse weitere als inoffizielle Portierungen. Die Codestruktur ist überwiegend in C geschrieben und enthält keine Restriktionen bezügzlich der Anzahl von Tasks oder Prioritäten. Zur Kommunikation zwischen Tasks und Interrupts werden Queues und Semaphoren verwendet.

„OpenRTOS ist eine ideale Lösung für den rapide wachsenden Markt der 16- und 32-Bit-Mikrocontroller“, erklärt der Vater des Betriebssystems Richard Berry, der das Support-Team beim englischen Anbieter Wittenstein High Integrity Systems leitet, einer Tochterfirma der deutschen Wittenstein AG. „Es wurde besonders kompakt entwickelt, und ist dabei einfach und schnell einzusetzen.“

SafeRTOS für IEC-61508-Zertifizierung

Einen Schritt weiter geht Wittenstein mit SafeRTOS, einer Version des FreeRTOS, die vollständig IEC 61508 SIL (Safety Integrity Level) 3 entspricht. Es wurde unter Einsatz der ISO 9001:2000-akreditierten Systementwicklungsverfahren des Unternehmens entwickelt, die mit einer IEC-61508-kompatiblen Matrix als Referenz verglichen wurde. Dadurch beschleunigt sich der IEC-Zertifizierungsprozess beim Anwender durch die Festlegung von kompletten Zertifizierungsnachweisen. Diese beinhalten einen Compiler-Qualilfikationsnachweis, eine lückenlos nachverfolgbare Anforderungsdatenbank, eine umfangreiche Test-Suite, sämtliche Entwicklungsartifakte unter strikter Kontrolle des Konfigurations- und Anforderungsmanagements sowie dokumentierte Sicherheitsfälle und ein Integrations- und Betriebssichereitshandbuch.

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