Computersicherheit

Informatik-Experten diskutieren über wehrhafte Computersysteme

| Redakteur: Franz Graser

International führende Informatiker diskutieren vom 9. bis 14. September auf Schloss Dagstuhl über Strategien für vorausschauende, aktive Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe.
International führende Informatiker diskutieren vom 9. bis 14. September auf Schloss Dagstuhl über Strategien für vorausschauende, aktive Maßnahmen gegen Cyber-Angriffe. (Grafik: CTOVision)

Selbstlernende Systeme sollen besser gegen die Bedrohungen von Cyber-Kriminellen gewappnet sein als heutige Computer. Führende IT-Wissenschaftler erörtern vom 9. bis 14. September auf Schloss Dagstuhl, wie sich Systeme auf mögliche Bedrohungen einstellen können.

Im Wettlauf zwischen der Cyber-Kriminalität und möglichen Schutztechniken gibt derzeit die dunkle Seite das Tempo vor. Computerschädlinge wie Viren und Trojanische Pferde müssen in der Regel erst entdeckt und mühsam analysiert werden, bevor wirkungsvoller Schutz möglich ist. Programme, die Cyber-Eindringlinge abwehren sollen, sind häufig nur gegen bekannte Angriffstechniken wirksam und können von Datendieben mit bisher unbekanntem Verhalten überrumpelt werden.

Bei dem fünftägigen Workshop „Machine Learning Methods for Computer Security“, der ab Sonntag auf Schloss Dagstuhl im Saarland stattfindet, geht es darum, den Spieß umzudrehen. 30 Informatik-Wissenschaftler, hauptsächlich aus Europa und den USA, aber auch aus China, diskutieren am Leibniz-Zentrum für Informatrik in Dagstuhl darüber, wie selbstlernende Systeme sich selbst gegen Angriffe von außen härten können.

Denn wenn ein Angreifer die eingesetzten Sicherheits- oder Erkennungsmethoden kennt dann kann er seine Schadprogramme leicht verändern, so dass sie sich von bekannten Mustern unterscheiden und trotzdem die erwünschte Schadfunktion erhalten. Daher müssen Verfahren entwickelt werden, um neuartige Angriffstechniken zu erkennen und die zugrundeliegenden Sicherheitskonzepte in einem System automatisch anzupassen.

Solche Methoden aus dem Bereich des maschinellen Lernens werden schon seit einiger Zeit für unterschiedliche Sicherheitsanwendungen genutzt, zum Beispiel zur Erkennung von Spam-Botschaften oder zur Analyse von Malware. Es bleiben jedoch noch viele Fragen offen, zum Beispiel was die Entwicklung vorausschauender Strategien betrifft.

In dem Workshop werden daher die Grenzen herkömmlicher Lernmethoden untersucht und Verfahren erörtert, die verhindern sollen, dass Daten manipuliert werden können. Insbesondere sollen neue Angriffsmöglichkeiten und neue sicherheitskritische Anwendungen diskutiert und Strategien für eine vorausschauende, aktive Maßnahme gegen Angriffe entwickelt werden. Das Ziel ist es, intelligente Systeme sicherer zu machen, bevor die Benutzer möglichen Risiken ausgesetzt sind. Nähere Informationen zum Workshop sind auf der Website von Schloss Dagstuhl zu finden.

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