Bedienschnittstellen

Zeit für ein neues Paradigma im User Interface Design

| Autor / Redakteur: Jason Clarke * / Holger Heller

Die GUI-Entwicklungsplattform Crank Storyboard Suite: vereinfachte das UI-Design für das QNX Bentley-Konzeptfahrzeug
Die GUI-Entwicklungsplattform Crank Storyboard Suite: vereinfachte das UI-Design für das QNX Bentley-Konzeptfahrzeug (Bild: VBM-Archiv)

Smartphones, Tablets und andere Geräte mit Display führen dazu, dass traditionelle Produkte, die ursprünglich über analoge Anzeigen verfügten, jetzt mit digitalen Benutzeroberflächen modernisiert werden.

Egal, ob es sich um ein Thermometer, das Bedienteil einer Klimaanlage oder die Armaturentafel eines Autos handelt: selbst die einfachsten und kleinsten Embedded-Geräte werden heute mit grafischen Benutzeroberflächen (GUI) ausgestattet. Als Folge dieser Entwicklung sehen sich die Hersteller mit der Aufgabe konfrontiert, qualitativ hochwertige elektronische Produkte mit bedienungsfreundlichen UIs auszustatten, ohne damit den Entwicklungsprozess zu bremsen.

Voraussetzung für eine zügige Markteinführung ist eine schnelle und reibungslose Abwicklung der Design-, Prototyping- und Testphase. Gute Projektplanung und effiziente Arbeitsprozesse können hierzu ein gutes Stück beitragen, aber wie steht es diesbezüglich mit der UI-Entwicklung? An der folgenden Beschreibung des typischen Entwicklungs-Paradigmas wird deutlich, an welchen Stellen es hakt.

Probleme beim traditionellen UI-Design

Die Entwicklung von Embedded-GUI-Produkten läuft in der Regel wie folgt ab:

  • 1.) Während der Planungsphase werden die Hard- und Softwarefunktionen des Produkts festgelegt.
  • 2.) Das für die Nutzererfahrung oder das UI-Design zuständige Team erstellt mit Grafik-Tools wie Adobe Photoshop oder Illustrator ein Modell der vorgesehenen GUI.
  • 3.) Das Entwicklungsteam baut diese Vorlage in seinen Programmierumgebungen – d. h. mit Eclipse oder nativen Linux-Desktop-Tools – nach und sorgt dafür, dass die Lösung mit dem Embedded-Hardwaresystem zusammenarbeitet.
  • 4.) Die Programmierer bringen während der Alpha- oder Beta-Phase des Produkttests erneut die Designer ins Spiel, um ihnen Rückmeldungen über die Nutzererfahrung mit dem bereits Erstellten zu liefern.

So unkompliziert dieser Prozess auf den ersten Blick erscheinen mag, treten bei näherem Hinsehen Punkte zutage, die unnötig Zeit kosten oder wo die Entwicklungstechniken mangelhaft sind:

  • serieller, linearer Arbeitsablauf,
  • unzureichende Kooperation und Kommunikation zwischen den Teams,
  • unpräzises UI-Prototyping,
  • ineffiziente Entwicklungstools.

Hier könnte man einwenden, diese Mängel lägen nun einmal in der Natur des Embedded-UI-Designs. Trotzdem ist zu überlegen, welche Alternativen im Idealfall denkbar wären. Gibt es eine andere Methode zur Entwicklung von GUI-Software, die die festgestellten Probleme vermeidet und die Markteinführung beschleunigt? Vielleicht bedarf es eines von Grund auf neuen UI-Programmiermodells. Sobald man die verschiedenen Effizienzmängel auf unkonventionelle Weise angeht, zeichnet sich ein neuer Prozess für Design, Prototyping und Entwicklung von Embedded-UI-Produkten ab.

Ergänzendes zum Thema
 
Ineffizienz beseitigen, neu orientieren

Beschleunigte Entwicklung durch parallele Arbeitsabläufe

Das UI-Design und die Programmierung der Embedded UI erfolgen in der Regel nacheinander. Dies erscheint zunächst auch sinnvoll: wie könnte man den Code entwickeln, wenn die Programmierer noch nicht einmal wissen, wie die GUI aussehen soll?

Abhilfe ist hier während der Planungsphase durch eine detaillierte Anforderungsbeschreibung mit allen Softwarefunktionen und Hardwareparametern möglich. Die Designer müssen exakt wissen, welche Daten die UI aus dem System entnehmen kann, und die Ingenieure müssen umgekehrt darüber Bescheid wissen, welche Anforderungen und Performance-Vorgaben der UI das System erfüllen muss.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42474177 / Software-Implementierung)