Hearable, Wearable, Tracker

„The Dash“, der Computer im Ohr

| Redakteur: Margit Kuther

Wie kamen Sie auf die Idee für „The Dash“?

Die Grundidee war, einen Assistenten zu realisieren, der den Menschen hilft. Damit dieses Vorhaben aber auch funktioniert, muss die Unterstützung diskret erfolgen, also ohne den Nutzer von seiner Umgebung oder aktuellen Tätigkeit abzulenken. Ein Bildschirm zum Beispiel ist damit ausgeschlossen.

Das Gehör ist aber anders – es ist ein paralleles diskretes Interface: Ich höre alles um mich herum gleichzeitig, kann alles auseinanderhalten und meiner Tätigkeit weiter nachgehen. Also war meine erste Idee, dass ich etwas über das Gehör machen muss. Zweite Idee war, dass der Assistent auch verstehen muss, wo ich bin, was ich mache und wie ich darauf reagiere. Ansonsten kann er mir nicht helfen.

Also müssen in das Gerät Sensoren integriert werden, die die Umgebung erkennen und meine Reaktion messen können. Mit diesen Informationen kann das Gerät verstehen, was ich als Person mache, und mir dabei helfen. Das nennt man einen kontextuellen Computer.

Der nächste Schritt: Da Bewegungen an einem Kabel die Sensordaten stören würden, muss es kabellos funktionieren. Also habe ich als Resultat ein Gerät, das im Ohr sitzt, viele Sensoren hat und keine Kabel benötigt – „The Dash“.

Welche Anwendungen hatten Sie denn konkret im Sinn?

Gut, wenn ich im Elektrofachmarkt einfach nur einen kontextuellen Computer verkaufen wollte, wäre das nicht sehr erfolgreich. Ich muss also Anwendungen definieren, deren Nutzen der Käufer sofort versteht. Wir alle mögen es, Musik zu hören – also haben wir als eine primäre Anwendung ein Musikwiedergabegerät.

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Zweite primäre Anwendung ist, dass es als Headset eingesetzt werden kann. Und drittens haben wir es als Fitnessgerät positioniert. Aber der Gedanke dahinter ist immer noch ein kontextueller Computer, der mir hilft.

Was könnten Sie sich dann als „sekundäre“ Anwendungen vorstellen?

Da gibt es unzählige Möglichkeiten: Ich könnte damit durch Kopfbewegungen einen Rollstuhl steuern, Feuerwehrleute könnten beim Einsatz überwacht werden und miteinander kommunizieren oder „The Dash“ setzt automatisch einen Notruf ab, wenn der Träger zum Beispiel einen Schlaganfall erleidet.

Diese Applikationen wollen Sie in Ihrem Unternehmen entwickeln?

Nein, wir verstehen uns als ein Plattformlieferant. Als einen Hersteller von Ohrcomputern oder „Audible Computing“.

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