Texas Instruments profitiert von hoher Nachfrage bei Industrie und Automotive

Autor / Redakteur: Mit Material von dpa / Michael Eckstein

Eine schwache Smartphone-Nachfrage belastet Umsätze und Aktien von Halbleiter-Unternehmen weltweit. Firmen wie TI mit Fokus auf Industrie, Automotive und Medizintechnik können hingegen zulegen.

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Auf und ab: Während eine schwächelnde Nachfrage nach Smartphones einige Halbleiterhersteller belastet, können Anbieter von Automotive- und Industrie-Chips profitieren.
Auf und ab: Während eine schwächelnde Nachfrage nach Smartphones einige Halbleiterhersteller belastet, können Anbieter von Automotive- und Industrie-Chips profitieren.
(Bild: Clipdealer)

Eine schwächelnde Nachfrage nach Smartphone-Chips hatten am Dienstag die Aktienkurse von Halbleiterunternehmen zum Teil stark belastet. So hat der österreichische Chip-Hersteller AMS für das zweite Quartal eine „signifikante Kapazitätsunterauslastung“ in Aussicht gestellt, was auf Verluste hindeutet. Der Aktienkurs brach daraufhin in Zürich, wo die Aktien gelistet sind, um 11 Prozent ein auf den niedrigsten Stand seit Ende Januar. „Mit einer Schwäche hatte man gerechnet, aber nicht in diesem Ausmaß“, sagte David Mulholland, Analyst der Bank UBS.

Die Nachricht zog die Kurse deutscher Branchentitel mit nach unten: Papiere des Apple -Zulieferers Dialog Semiconductor sackten im TecDax um mehr als 6 Prozent ab auf das niedrigste Niveau seit vier Jahren. Siltronic-Aktien verloren 2,26 Prozent. Das Unternehmen fertigt Wafer, das Ausgangsprodukt für Chips. Die Aktien von Aixtron verloren 0,51 Prozent, nachdem sie zwischenzeitlich noch deutlich stärker gefallen waren. Aixtron stellt Anlagen für die Produktion von Verbindungshalbleitern her. Die im Dax notierenden Infineon-Anteile gaben um 0,84 Prozent nach.

Branchengrößen mit schwachen Ergebnissen

Auch Branchengröße Qualcomm erwischte 2018 einen schlechten Start: Trotz Umsatzzunahme stand unter dem Strich ein Verlust von 6 Mrd. Dollar. Grund waren Belastungen im Zusammenhang mit der US-Steuerreform, eine Rückstellung in Höhe von 1,2 Mrd. Dollar für eine Strafe der EU-Kommission sowie der anhaltende Streit um Lizenzgebühren mit Apple .

Der Markt reagierte zudem auf einen Umsatzrückgang bei Hynix, einem der größten Chip-Produzenten weltweit. Die Südkoreaner beliefern unter anderem Apple und den chinesischen Multikonzern Huawei. Der Kurs der Hynix-Aktie verlor 2,7 Prozent. In der vergangenen Woche hatte bereits der Konkurrent TSMC aus Taiwan eine Umsatzwarnung ausgesprochen, die ebenfalls die Kurse in der Chip-Branche belastet hatte.

Branchen wie Industrie und Automotive mit stabiler Nachfrage

Besser erging es Unternehmen, die sich auf Chips für industrielle Anwendungen, für Fahrzeuge und auch für Medizintechnik konzentrieren. Jüngstes Beispiel: der US-amerikanische Chipkonzern Texas Instruments. In seiner ersten Quartalsmeldung für 2018 teilte das Unternehmen mit, dass es seine Verkäufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um satte elf Prozent gesteigert hat. Der Umsatz wuchs demnach auf 3,79 Mrd. Dollar (3,09 Mrd. Euro). Besonders Kunden aus der Industrie und der Automobilbranche trugen laut Texas Instruments maßgeblich zum guten Ergebnis bei. Aufgrund seiner breiten Aufstellung gilt das Unternehmen als Gradmesser für den Zustand und die Erwartungen der Elektronikindustrie. In einigen Bereichen konkurriert das Unternehmen direkt mit dem deutschen Halbleiterhersteller Infineon.

Auch für die nahe Zukunft gibt TI einen positiven Ausblick: Für das laufende zweite Quartal 2018 erwartet der Anbieter eine Steigerung auf bis zu 4,1 Mrd. Dollar. Dies bestätigt Analysen des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie: Der ZVEI hatte dem Markt eine insgesamt hohe Nachfrage nach Halbleitern im Jahr 2017 attestiertund besonders für die Industrie- und Automotive-Segmente eine stabile Marktentwicklung für die Zukunft prognostiziert.

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