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Batteriefabrik Teslas „Gigafactory“: Elon Musks bislang größte Wette

| Autor / Redakteur: Hannes Breustedt, dpa / Sebastian Gerstl

Elon Musk kann positive Schlagzeilen gut gebrauchen. Nach dem tödlichen „Autopilot“-Unfall eines Kunden steht der Tesla-Chef in der Kritik. Die Einweihung der Batteriefabrik „Gigafactory“ ist eine willkommene Ablenkung. Aber das Projekt stellt ein großes Risiko dar.

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Tesla-Chef Elon Musk hegt mit der Eröffnung der seiner "Gigafactory" große Pläne – geht mit dem fünf Milliarden Dollar teuren Bau allerdings auch gewaltige Risiken ein.
Tesla-Chef Elon Musk hegt mit der Eröffnung der seiner "Gigafactory" große Pläne – geht mit dem fünf Milliarden Dollar teuren Bau allerdings auch gewaltige Risiken ein.
(Bild: dpa - Bildfunk)

Dass Elon Musk lieber klotzt als kleckert, ist bekannt. Doch die „Gigafactory“ ist selbst für seine Verhältnisse ein Projekt der Superlative. Die Batteriefabrik des Elektroautobauers Tesla, die an diesem Freitag feierlich eingeweiht werden sollte, soll auf einer Fläche von etwa einer Million Quadratmetern eine der weltgrößten Fertigungsstätten überhaupt werden. Abgelegen in der Wüste von Nevada wird derzeit auf Hochtouren daran gearbeitet, das fünf Milliarden Dollar teure Werk so schnell wie möglich aus dem Boden zu stampfen. Bislang sind gerade einmal 14 Prozent des Baus fertiggestellt.

Die Zeit drängt. Tesla-Chef Musk drückt aufs Tempo, seine Ziele werden immer ambitionierter. Bereits 2018 soll dort, wo derzeit noch Kräne und Radlader dominieren, eine Batterieleistung von 35 Gigawattstunden produziert werden. Das wäre mehr als derzeit alle Anbieter der Welt zusammen auf den Markt bringen. Und Musk sieht viel Luft nach oben - die potenzielle Kapazität der zusammen mit Panasonic aufgebauten Zellfertigung taxierte er im Mai auf 150 Gigawattstunden.

Die gigantische Fabrik, die einmal 10 000 Arbeiter beschäftigen soll, ist eine tragende Säule in Musks langfristigem Plan, Elektromobilität in den Massenmarkt zu bringen. Seine Vision ist, mit Tesla erst die Autoindustrie und dann als „Teil 2 des Masterplans“ die Transportwirtschaft zu revolutionieren. Dafür ist der schillernde Tech-Superstar und Multi-Milliardär allerdings auf den Erfolg der „Gigafactory“ angewiesen. Denn bis 2018 will Tesla die Jahresproduktion seiner E-Autos von etwa 50 000 im vergangenen Jahr auf 500 000 Stück hochfahren.

Die Batterien dafür sollen aus der Wüste Nevadas kommen. Und das dank Einsparungen durch Massenfertigung und technischen Fortschritt zu deutlich sinkenden Kosten. Die sind auch nötig. Tesla will 2017 sein im März mit großem Rummel vorgestelltes erstes E-Auto für die Mittelklasse auf den Markt bringen und hat bereits mehr als 400 000 Vorbestellungen dafür erhalten. Während die 2003 gegründete Firma bislang nur Luxuswagen im Angebot hatte, ist das „Model 3“ mit einem Preis von etwa 35 000 Dollar auch etwas für schmalere Geldbeutel.

Aber der Vorstoß Richtung Mittelklasse ist ein Risiko, das den Druck erhöht. Tesla hat noch nie einen Jahresgewinn erzielt und bislang keinerlei Erfahrung mit Massenproduktion. Die „Gigafactory“ ist in den Augen vieler Analysten die entscheidende Nagelprobe und zugleich der Schlüssel, um einmal profitabel zu werden. Zudem ist sie immens wichtig für ein weiteres Standbein von Musk: Den vor der Übernahme durch Tesla stehenden Ökostrom-Spezialisten SolarCity, bei dem er ebenfalls größter Anteilseigner ist.

SolarCity soll, wenn es nach Musk geht, mit sogenannten Batterie-Packs die Stromversorgung von Haushalten und Unternehmen revolutionieren und umweltfreundlicher machen. Die Firma ist deshalb ebenfalls als Großabnehmer der „Gigafactory“ eingeplant. Somit setzt Musk mit dem Mega-Projekt in Nevada vieles auf eine Karte und ist quasi zum Erfolg verdammt. Positive Schlagzeilen kann er derzeit ohnehin gut gebrauchen. Nach einem tödlichen Unfall, bei dem Teslas Fahrassistenz-Programm „Autopilot“ eingeschaltet war, ist der Starunternehmer schwer in die Kritik geraten.

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