Nach Zulieferer-Übernahme Tesla droht Streik in Deutschland

Autor / Redakteur: basierend auf Materialien der dpa / Sebastian Gerstl

Dem US-Elektroautobauer Tesla droht ein Streik bei der Anfang des Jahres übernommenen Tesla Grohmann Automation (ehemals Grohmann Engineering) im rheinland-pfälzischen Prüm. Die Gewerkschaft hatte die Aufnahme von Tarifverhandlungen für die Firma mit 680 Beschäftigten gefordert.

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Bei der Anfang des Jahres übernommenen Tesla Grohmann Automation droht Streit: Gewerkschaftler beklagen sich über geringe Bezahlung und fordern die Aufnahme von ordentlichen Tarifverhandlungen. Derweil treibt Autohersteller Tesla seine ambitionierten Pläne für das Jahr 2017 mit umso mehr Nachdruck voran.
Bei der Anfang des Jahres übernommenen Tesla Grohmann Automation droht Streit: Gewerkschaftler beklagen sich über geringe Bezahlung und fordern die Aufnahme von ordentlichen Tarifverhandlungen. Derweil treibt Autohersteller Tesla seine ambitionierten Pläne für das Jahr 2017 mit umso mehr Nachdruck voran.
(Bild: dpa - Bildfunk)

Das Maschinenbauunternehmen Grohmann Engineering war am 3. Januar 2017 von Tesla übernommen worden und wird seit dem 22. März 2017 als Tesla Grohmann Automation weitergeführt. Seitdem ziehen sich die Gehaltsverhandlungen mit der Gewerkschaft hin. "Wir haben vom Unternehmen eine nicht zufriedenstellende Antwort bekommen", sagte Patrick Georg von der IG Metall Trier der "Welt am Sonntag". Tesla spiele auf Zeit. "Wir prüfen nächste Woche, ob Streiks möglich sind", sagte Georg.

Die in Deutschland gefertigten Maschinen sind wichtig für die Batterie- und Elektronik-Produktion des Model 3. Die Serienfertigung des Autos soll im Sommer diesen Jahres anlaufen. Das vieldiskutierte Elektrofahrzeug soll einen Verkaufspreis von 35.000 US-$ besitzen und damit Tesla-Elektroautos auch für das Mittelklassesegment attraktiv machen.

Die IG Metall fordert die Übernahme des Tarifvertrags für die Metallindustrie sowie Arbeitsplatzgarantien. Derzeit liege das Lohnniveau bei Tesla Grohmann Automation etwa 25 bis 30 Prozent unter dem Tarifgehalt, sagte der Betriebsratsvorsitzende Uwe Herzig der Zeitung. Ein Angebot von Tesla, den Lohn aller Mitarbeiter um 150 Euro monatlich zu erhöhen, reiche nicht aus.

Tesla teilte mit, man arbeite daran, "dass jeder bei Tesla Grohmann Automation fair und wettbewerbsfähig über dem Branchenniveau bezahlt wird". Dafür wolle man die Mitarbeiter neben ihrem Gehalt mit Aktien entlohnen. Die Amerikaner hatten die ehemalige Grohmann Engineering im Januar übernommen. Künftig soll nur noch für Tesla gearbeitet werden, Beziehungen zu anderen Kunden werden eingestellt.

Tesla hat sich für 2017 einen sehr ambitionierten Zeitplan hinsichtlich neuer Fahrzeugmodelle gesteckt.. Mitte vergangenen Jahres hatte Tesla-CEO Elon Musk in einem "Master Plan zwei" genannten Strategiepapier verkündet, in Zukunft auch Lastwagen und Busse bauen zu wollen. Damals hatte es noch geheißen, die Fahrzeuge seien im frühen Stadium der Entwicklung.

Nun drückt Tesla-Chef Musk speziell bei der Entwicklung elektrischer Lastwagen aufs Tempo: Bereits im September soll das erste Modell der Öffentlichkeit präsentiert werden, kündigte der Tech-Milliardär am vergangenen Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter an. Zudem werde Tesla in den nächsten 18 bis 24 Monaten seinen ersten elektrischen Pick-up-Truck enthüllen.

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