Mobile World Congress Telekom und Zeiss kooperieren bei Smart Glasses und Augmented Reality

Redakteur: Sebastian Gerstl

Google Glass, die erste Vision einer Datenbrille, die Informationen und Bilder aus dem Netz mit der Wirklichkeit vor den Augen des Brillenträgers mischt, endete als Flop. Nun unternehmen die Deutsche Telekom und die Zeiss AG einen neuen Anlauf für eine smarte Brille.

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Optikhalbleiterherstellung bei Zeiss. Auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona haben der Optik-Spezialist und die Deutsche Telekom ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Smart Glasses und Augmented-Reality-Applikationen bekanntgegeben.
Optikhalbleiterherstellung bei Zeiss. Auf dem Mobile World Congress 2017 in Barcelona haben der Optik-Spezialist und die Deutsche Telekom ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Smart Glasses und Augmented-Reality-Applikationen bekanntgegeben.
(Bild: Zeiss)

Die Deutsche Telekom hat in Partnerschaft mit der Zeiss AG eine neuartige smarte Brille für die erweiterte Realität (Augmented Reality) entwickelt. In den Gläsern sollen zusätzliche Informationen oder Grafiken etwa für die Navigation eingeblendet werden können. Anders als etwa Datenbrille wie die von Google bezieht das Gerät die Rechenpower direkt aus dem Netz, erklärte Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Telekom am Montag in Barcelona auf der Mobilfunkmesse MWC. Eines Tages würden Geräte wie diese Brille den Computer ersetzen, versicherte der Manager. "Ziel ist es, das Anwendungspotenzial und die Zukunft von Datenbrillen auszuloten und voranzutreiben", erklärten die beiden Unternehmen.

Die Fertigung der Brille hat in der exklusiven Kooperation der Optik-Spezialist aus Oberkochen übernommen. Zeiss entwickelte in einem eigenen Venture-Unternehmen den entsprechenden Smart-Glass-Prototypen, mit dem Datenbrillen klein und tragbar gestaltet werden können. Bei einer solchen Datenbrille wird im Blickfeld des Trägers ein Daten- und Informationsfeld eingeblendet. Wie auf einem „fliegenden Bildschirm“ werden vor einem Auge in diesem Feld Infos, Apps, Bilder und anderes eingespielt.

Die Telekom bringt die Technik zur direkten Netzanbindung ein und arbeitet an innovativen Lösungen, um die derzeit noch im Wearable integrierte Technik teilweise in eine Cloud auszulagern. Die smarte Brille soll nun Entwicklern offen stehen, die mögliche Nutzungsszenarien entwerfen können.

In Barcelona brach Höttges eine Lanze für das künftige schnelle Netz 5G, das im Jahr 2020 offiziell an den Start gehen solle. Dabei handele es sich nicht nur um einen neuen Standard. Europa habe dabei die Chance an der Spitze der Entwicklung federführend mitzugestalten. Kunden sollten sich künftig nicht mehr darum kümmern, über welche mobilen Netze oder feste Kabel sie ins Netz kommen. Der Ausbau sei jedoch teuer, betonte Höttges. Die Telekom benötige dafür Investitionssicherheit.

Datenbrillen können im Blickfeld des Trägers zusätzliche Informationen, Apps oder Bilder einblenden - und dabei zum Beispiel freie Parkplätze, Staus oder den Füllstand von Mülleimern anzeigen. Während das Smartphone heute die Anwendung der Wahl für den mobilen Internetzugang sei, könnten ihm diese Position "künftig andere Geräte wie smarte Brillen streitig machen", erklärte Telekom-Chef Tim Höttges.

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