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Telekom-Sorgenkind T-Systems startet Abbau Tausender Jobs

Autor / Redakteur: Mit Material von dpa / Michael Eckstein

Im Juni hatte die Telekom-Tochter T-Systems einen radikalen Stellenabbau angekündigt, dem weltweit bis zu 10.000 Arbeitsplätze zum Opfer fallen sollen. Jetzt liegt ein konkreter Plan vor: Bis 2021 verschwinden zunächst 3765 Jobs.

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Telekom-Tochter: IoT- und Cloud-Lösungsanbieter T-Systems startet Stellenabbau.
Telekom-Tochter: IoT- und Cloud-Lösungsanbieter T-Systems startet Stellenabbau.
(Bild: Deutsche Telekom AG)

T-Systems, mit seinen Cloud- und IoT-Lösungen auf Großkunden spezialisiertes Tochterunternehmen der Deutschen Telekom, wird voraussichtlich bald mit dem geplanten Abbau von Tausenden Jobs beginnen. Mit dem Betriebsrat hat Spartenchef Adel Al-Saleh eine Einigung über den Wegfall von etwa 5600 Stellen in Deutschland gefunden, wie ein Unternehmenssprecher bestätigt.

„Wir haben uns geeinigt, dass bis Ende 2020 insgesamt 3765 Stellen abgebaut werden", sagte Gesamtbetriebsratschef Thomas Schneegans dem Handelsblatt am Montag. Gehe es dem seit Jahren schwächelnden IT-Anbieter dann nicht besser, können im Jahr 2021 weitere 1200 Stellen gestrichen werden. Zudem hätten im ersten Halbjahr bereits mehrere Hundert Mitarbeiter die Firma verlassen.

„Nach Möglichkeit keine betriebsbedingten Kündigungen“

Nach Angaben von Personal-Geschäftsführer Georg Pepping will T-Systems betriebsbedingte Kündigungen „nach Möglichkeit vermeiden“. Dafür stünden Instrumente wie Altersteilzeit, Vorruhestand und Abfindungen zur Verfügung, schrieb er in einem Firmen-Blog. Mitarbeiter ohne neue Stelle bei T-Systems sollten in neue Beschäftigung innerhalb und außerhalb der Deutschen Telekom vermittelt werden.

Al-Saleh war von Telekom-Chef Tim Höttges geholt worden, um die chronisch renditeschwache Geschäftskunden-Sparte wieder auf Trab zu bringen. Im Juni hatte der US-Amerikaner angekündigt, weltweit rund 10.000 Stellen streichen zu wollen, davon allein in Deutschland 6000. Durch den Personalabbau sollen die jährlichen Kosten um 600 Millionen Euro sinken. T-Systems will die Hälfte der Einsparungen in Cloud-Dienste und IT-Sicherheit investieren.

T-Systems kämpft nach eigenen Angaben mit personellen Überkapazitäten und hat Mühe, im harten Wettbewerb am Markt auskömmliche Preise zu erzielen. An den eigenen Produkten scheint es nicht zu liegen: Erst im Juni hat Marktforscher Gartner T-Systems als sehr innovativ bewertet und zählt das Unternehmen zu den Leadern des Gartner Magic Quadrant für Data Center Outsourcing (DCO) und Hybrid Infrastructure Managed Services (HIMS) in Europa – zum achten Mal in Folge. Auch kann T-Systems interessante Kooperationen vorweisen, etwa die im Frühjahr geschlossene strategische Partnerschaft für die Public Cloud mit Microsoft. T-Systems hat weltweit derzeit rund 37 000 Mitarbeiter.

„Verkauf von Geschäftsbereichen ist nicht das Ziel“

Der Umbau bei der Großkundentochter der Deutschen Telekom soll nach Vorstellung von T-Systems-Chef Adel Al-Saleh in erster Linie das eigene Wachstum stärken. „Unser Ziel ist Wachstum, nicht der Verkauf von Geschäftsbereichen“, sagte Al-Saleh im Interview dem Handelsblatt. Der als harter Sanierer geltende Manager will mit dem Streichen von Tausenden Stellen die seit Jahren schwächelnde IT-Tochter der Bonner wieder profitabel machen. „Wir haben einen guten Plan zur Reduktion von Kosten aufgelegt“, so der US-Amerikaner. „Ein Erfolg oder ein Scheitern hängt davon ab, wie gut wir den Plan umsetzen.“

Immer wieder war auch über einen Teilverkauf von T-Systems spekuliert worden – genauso wie über ein Zusammengehen mit der ebenfalls problemgeplagten IT-Tochter der britischen Telekom-Beteiligung BT Group. (dpa)

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